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Vierwaldstättersee - Im Herzen der Schweiz

Film von Willy Meyer

"Vierwaldstättersee: Im Herzen der Schweiz" - Naturgefahrenspezialistin Corinne Erni inspiziert mit einem Kollegen eine spektakuläre Felswand.

ZDFneo - Vierwaldstättersee - Im Herzen der Schweiz

Hohe Berge versammeln sich um den Vierwaldstättersee. Die grandiose Kulisse macht ihn zum Sehnsuchtsort für Reisende. Nicht nur geografisch bildet die Region das Herz der Schweiz.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: 3sat, 07.05.2017, 13:50 - 14:35
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar

Jahrhundertealte Traditionen treffen auf junge, unkonventionelle Lebewelten. Bahnbrechende Ingenieursleistungen brauchte es, um die Bergspitzen rund um den See zu erobern. Hier gibt es die weltweit höchste Dichte an Seil- und Zahnradbahnen.

Steigungen von über 48 Prozent erklimmt die steilste Zahnradbahn der Welt hoch zum Pilatus-Massiv. Und dies auf den Original-Gleisen von 1889. Darauf ist Werkstatt-Leiter Werner Kramer besonders stolz. Auf der anderen Bergseite wartet ein Kollege die allerneueste Luftseilbahn in schwindelerregender Höhe. Die Bergbahnen überbieten sich selbst mit Superlativen. Die "Dragon Ride" möchte ihren Passagieren nichts weniger bieten als das Gefühl zu Fliegen.

Im Schein der Stirnlampen sind Bea und Beat Weinmann unterwegs. Die beiden erobern im Laufen die Gipfel. Sie wollen zum Sonnenaufgang auf dem Pilatus sein. In Luzern haben sie sich ihre Nischen gesucht. Nach Shanghai und Paris ist die Seemetropole der drittgrößte Umschlagplatz für Uhren. Beat mischt mit im Geschäft, indem er alles anders macht als die Konkurrenz. Keine Werbung, seine Uhren tragen keine Logos. Alleine über das Internet finden Kunden aus aller Welt in sein Atelier, das zugleich auch Kreativraum für Bea ist, die sich dort ein Fotostudio eingerichtet hat. Sie fotografiert für Zeitschriften, macht Reportagen über Startupper wie Katharina Steiner, die Zuckerbäckerin. Deren Cupcakes, Cookies und Hochzeitstorten sind nicht nur optisch eine Wucht.

Jede freie Minute ist Corinne Erni in den Bergen unterwegs. Die Geologin ist Spezialistin für Naturgefahren und weiß um die Risiken, wenn die Zivilisation zu nahe an Gebirgshänge und Felsen rückt. Durch Seile gesichert, inspiziert sie eine spektakuläre Felswand. Unten am See drängen sich die Gotthardbahn sowie die stark befahrene Axenstraße. Ein Felssturz könnte eine Katastrophe auslösen.

Die extreme Topographie der Vierwaldstättersee-Region begeistert nicht nur Naturfans und Bergsteiger. Sie setzt sich unter der Seeoberfläche fort und macht den Voralpensee zum Ziel von Tauchexkursionen. Unterseeische Steilwände locken und Geröllhalden auf dem Seegrund zeugen von kolossalen Felsstürzen. Dazwischen schwimmen Seefische aller Art.

Nostalgie kommt auf, sobald die historischen Raddampfer in See stechen. Für deren Erhalt ist die Luzerner Shiptec-Werft zuständig. Doch nicht nur das. In der Werfthalle wird ein hochmodernes Passagierschiff für den Vierwaldstättersee gebaut. Adina Hochuli möchte nach ihrer Lehre in der Weft Maschinenbau studieren und ist begeistert, bei dem Schiffsneubau dabei zu sein.

Einen anderen Lebensentwurf hat Julia Gissler. Hoch über dem See ist die junge Sennerin manchmal zwei, drei Wochen mit ihren Tieren alleine. Und glücklich. An ihrem freien Tag besucht sie ihre Familie auf der anderen Seeseite. Nur eine einfache Seilbahn führt auf den Oberaxen. Dort hilft sie ihrem Vater beim Wildheuen in den hochgelegenen Steilwiesen. Eine gefährliche Arbeit. Mit Hilfe von weit gespannten Seilen wird das Heu hinunter transportiert. Nur so konnten früher die Bergbauern überleben. Heute möchte man damit die Kulturlandschaft erhalten.

Wegen seiner Moor- und Karstlandschaften ist der Wilde Westen Luzerns, das Entlebuch, berühmt. Das einzige UNESCO-Biosphärenreservat der Schweiz wurde mit überwältigender Zustimmung der Bevölkerung gegründet. Dieser Erfolg verdankt sich vor allem Theo Schnider, dem Leiter der Biosphäre. Mit dem Biologen Christian Wittker durchstreift er das Schutzgebiet. Sie haben Glück: Bis auf wenige Meter können sie sich einer Gruppe von kapitalen Steinböcken nähern. Die Tiere sind Symbol für einen erfolgreichen Naturschutz, waren sie doch fast ausgerottet.

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