"Eine körperliche Meisterleistung"

Der Action-Regisseur Fritz Flieder steht Rede und Antwort

"Die Bergwacht" ist eine Serie voller Action und Spannung inmitten der Alpen. Am Set stehen Stunts deshalb auf der Tagesordnung. Kein Wunder also, dass an der Seite von Regisseur Axel de Roche auch ein Action-Regisseur die Dreharbeiten begleitet. Fritz Fiedler hat diese aufregende Tätigkeit übernommen. Im Interview spricht er über seine Arbeit am Set der "Bergwacht".

Andreas Quelle: ZDF/Winnie Heun


ZDF: Wie sind Sie vorgegangen, um die spektakulären Action-Szenen für "Die Bergwacht" zu drehen?


Fritz Flieder: Zunächst haben wir Locations gesucht, an denen Stunts überhaupt möglich sind. Dann müssen die technischen Voraussetzungen mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen zusammenpassen, schließlich geht es bei spektakulärer Action immer auch um Menschenleben. Die Realisation von toller Action hängt stark vom Darsteller ab. Manche sind verständlicherweise vorsichtiger, andere lieben Action - wie Martin Gruber zum Beispiel.


ZDF: Was war die aufregendste Sequenz, die Sie für "Die Bergwacht" gedreht haben?


Flieder: Unser Hauptdarsteller Martin Gruber war ganz alleine und in einer enormen Höhe oben auf dem Gipfel eines Berges. Die Kamera war im Hubschrauber, der um ihn herumflog. Wir haben diese sehr dramatischen Einstellungen direkt im Hochgebirge umgesetzt. Nur wenn man ganz hoch hinauf geht, wirkt das, und auch der Zuschauer spürt die Dramatik.


ZDF: Kann man sowas nicht auch im Studio filmen?


Fiedler: Kann man schon, ja, aber hier war Authentizität gefordert. Deshalb haben wir das am Originalschauplatz gefilmt.

Die Bergwacht: Das Versprechen Quelle: ZDF/Thomas R. Schumann


ZDF: Das war sicherlich eine enorme Herausforderung für Darsteller und Team?


Fiedler: Eine logistische Meisterleistung, für die ich allen Beteiligten ein großes Lob aussprechen muss. Es gab aber auch andere Drehorte, die man entweder nur anfliegen oder durch stundenlange Aufstiege erreichen konnte. Was das bedeutete, wenn das ganze Equipment mit muss, kann man sich gut vorstellen.


ZDF: Dann muss die Crew also auch sehr gut trainiert sein?


Fiedler: Wir haben nur Leute genommen, die es mit diesen schwierigen Bedingungen aufnehmen konnten, trotzdem wurde oft gekeucht ob der großen Anstrengung. Es gab zum Beispiel einen Bergkameramann, der sich - in 500 bis 600 Metern Höhe - oft über einen längeren Zeitraum in die Wand eingehängt hat.


ZDF: Hat man eigentlich bei solchen gefährlichen Dreharbeiten auch mal Angst?


Fiedler: Ich glaube, die Faszination des Filmemachens überwiegt einfach. Man verliert die Angst relativ schnell, weil man sich auf das konzentriert, was man macht. Außerdem haben auch auf uns die Spezialisten der Bergrettung Ramsau aufgepasst. Ihre Ansage war maßgeblich. Manchmal möchte man als Filmemacher ganz schnell von A nach B und die Kamera hierhin und dorthin setzen. Dabei verliert man leicht den Bezug dazu, wie gefährlich das letztendlich sein kann.


ZDF: Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Ihrem Equipment und dem des klassischen Drehteams?


Fiedler: Der technische Aufwand ist bei uns etwa doppelt bis dreifach größer. Wir arbeiten prinzipiell mit zwei Kameras, bei "Die Bergwacht" hatten wir sogar drei Kameras dabei, um alles von allen Seiten einfangen zu können. Alles ist bei uns wesentlich aufwändiger, weil wir sehr schnell auf die spannende Umsetzung kommen müssen und einzigartige Bilder liefern wollen.


ZDF: Wie sind Sie Action-Regisseur geworden?


Fiedler: Ich habe Film studiert, bei sehr vielen Musikvideo-Drehs mitgemacht und sehr viel Werbung gedreht. 1997 bekam ich den ADC-Award für eine Action-Geschichte. Danach bin ich sehr schnell in diese Schiene hineingekommen.

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