"Am Anfang steht immer eine Idee"

Interview mit dem Komponisten George Kochbeck

Für den authentischen Soundtrack zum Biker-Milieu in der SOKO-Leipzig-Folge "Fragen der Ehre" sorgte der in Hamburg lebende Komponist George Kochbeck. Neben der Filmmusik, dem so genannten Score, produzierte er einige Blues-Rock-Songs für die Story, die nicht nur nach Route 66 klingen, sondern teilweise auch "on the road" entstanden sind, wie der Musiker im Interview verrät.


ZDF: Wie kam es zu der Idee, für die Folge "Fragen der Ehre" Rock-Songs zu komponieren?


George Kochbeck: Die Idee kam von der Regisseurin Franziska Meletzky, mit der ich von Anfang an häufig und lange telefoniert habe. Ihr Wunsch war es, so viel wie möglich mit Songmaterial zu arbeiten, damit der Film eine besondere Authentizität bekommt. Es ist ja auch nicht ganz einfach, ein Rocker-Milieu zu inszenieren.

Mithilfe der Songs sollte hier für mehr Realitätsnähe gesorgt werden. Außerdem verständigten wir uns darauf, die Stücke nicht nur als Sources einzusetzen, sondern an mehreren Stellen wie originäre Filmmusik anzulegen. So gebrieft konnte ich ihr bereits einige Songs präsentieren, bevor ich überhaupt eine Szene gesehen hatte.
ZDF: Wie gehen Sie vor beim Komponieren?


George Kochbeck: Ein Patentrezept habe ich nicht. Am Anfang steht immer eine Idee. Die kann ganz plötzlich und in Situationen kommen, in denen ich gerade gar kein Instrument zur Hand habe. Im Auto zum Beispiel, wenn ich einkaufen fahre und dabei im Kopf noch einmal den Film durchgehe.

Manchmal steht auch erst der Text, und die Musik folgt später. Bei dem Song "Hellbound Train" war das so. Der Text stammt von der Bluesharp-Spielerin Kellie Rucker. Während der Arbeit an "Fragen der Ehre" war ich zwei Wochen mit ihr und der Blues-Rock-Band "Richie Arndt & The Bluenatics" auf Konzertreise durch Süddeutschland und habe die Zeit zwischen Soundcheck und Auftritt oft dafür genutzt, weiter an der Musik zu arbeiten.

Letztlich haben wir die Grundstruktur des Titels auch in dieser Besetzung auf der Tour aufgenommen und nur um wenige Overdubs (nachträglich aufgenommene Tonspuren, Anm. d. Red.) im Studio ergänzt. Man braucht heute ja gar nicht mehr so viel Ausrüstung: Laptop, ein amtliches Mikrofon samt gutem Vorverstärker genügen dafür völlig.


ZDF: Was muss ein guter Rock-Song Ihrer Meinung nach haben?


George Kochbeck: Eine gute Melodie. Etwas, das man auch nach dem 20. Durchlauf noch gerne hört und das gut in die Beine geht. Im Prinzip versucht man als Komponist jedes Mal "Satisfaction" von den Stones neu zu erfinden.


ZDF: Vielen Dank für das Gespräch.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet