Die Highlights aus 10 Jahren SOKO Leipzig

Die Hauptdarsteller im großen Interview

Seit zehn Jahren fiebern die Zuschauer nun schon bei den Fällen der SOKO Leipzig mit. Grund genug die Darsteller der TV-Kommissare zum Interview zu treffen! Hier verraten Andreas Schmidt-Schaller, Marco Girnth, Melanie Marschke und Pablo Sprungala ihre ganz persönlichen SOKO Leipzig Highlights.

Pablo Sprungala, Andreas Schmidt-Schaller, Marco Girnth und Melanie Marschke Quelle: ZDF/Uwe Frauendorf


ZDF: Welche Szene hat sich bei Ihnen besonders eingeprägt und stößt man bei den Geschichten auch mal an seine psychischen Grenzen?


Andreas Schmidt-Schaller: Die Folge, in der das Thema Sterbehilfe behandelt wurde. Die hat mich persönlich sehr berührt. Hajo Trautzschke musste klären, ob eine Krankenschwester Sterbehilfe geleistet hat oder nicht. In seiner Fantasie sieht er dann immer wieder seine tote Frau. Der Zuschauer erfährt, dass auch Hajo seiner Frau etwas gegen die Schmerzen gegeben hatte. Ich habe mich dann irgendwann auch selber gefragt, was macht man, wenn eine, dir nahestehende Person dich um diesen Gefallen bittet? Diese Frage hat mich noch weit nach Drehschluss beschäftigt.


Marco Girnth: Lange nachgewirkt hat die Ausstiegsfolge von Miguel (Gabriel Merz). Ich habe selten erlebt, dass am Set ein ganzes Team so deutlich mitleidet und Anteil nimmt, an dem was vor der Kamera gespielt wird. Miguels Tod hat alle Teammitglieder emotional erwischt und so manches Tränchen rollen lassen.


Melanie Marschke: Für mich ist es immer sehr bewegend, wenn Kinder im Spiel sind. Wir hatten einen Fall, in dem zwei Schülerinnen im Mittelpunkt der Geschichte standen. Eine der beiden hatte ihr Neugeborenes getötet und aus Angst vergraben, da sie auf einem katholischen Internat aufwuchs. Diese Geschichte hat mich sehr berührt, aber auch die Folge "Tödlicher Nahschuss". In diesem Fall tauchen plötzlich historische Fakten auf, die man so noch gar nicht kannte. Die Folge beginnt in einer ehemaligen Hinrichtungsstätte der DDR. Eine junge Frau wird dort tot aufgefunden. Getötet wurde sie durch einen Nahschuss, was früher in der DDR als Hinrichtungsmethode verwendet wurde. Das hat mich umgehauen...


ZDF: Was war in den 10 Jahren Ihr persönliches Highlight?


Melanie Marschke: Für mich war es der 90-Minüter "Istanbul Connection". Das Besondere an den Auslandsproduktionen ist die Möglichkeit, einer Geschichte und einer Figur mehr Raum zu geben, und diese dann auch ausführlicher erzählen zu können. Außerdem ist es für einen Schauspieler immer ganz besonders spannend, in einer fremden Kultur und mit anderen Produktionsfirmen zusammenzuarbeiten. Die Auslandsdrehs der "SOKO Leipzig" sind jedes Mal sehr abenteuerlich und anstrengend, machen aber einfach unheimlich viel Spaß.


Marco Girnth: Trotz aller Anstrengung war der Dreh in Santo Domingo mein persönliches Highlight. Wie bei allen unseren Auslandseinsätzen waren die Dreharbeiten sehr kraftraubend. Aber es war ein positiver Stress, weil alle für das Produkt brannten und mächtig Gas gegeben haben.



Andreas Schmidt-Schaller: Definitiv unsere Koproduktion mit der englischen Erfolgsserie "The Bill". Die Drehsprache war auf Englisch. Das war natürlich ein riesiges Problem für mich, da ich des Englischen nicht mächtig bin. In der Schule hatte ich nur Französisch, Latein und Russisch. So musste ich in vier Wochen Englisch lernen. Zum Glück bin ich ein älterer Kommissar, der darf dann auch ein schlechtes Englisch sprechen.


Pablo Sprungala: "Terminal A" war für mich ein besonderer Dreh, mein erster 90-Minüter. Das war schon ein tolles Gefühl, auch weil ich sehr viele Freiheiten hatte. Und die Folgen "Geisterhaus" und "Girls Girls Girls" sind meine persönlichen Highlights. Mir macht es besonders großen Spaß, wenn tolle Kollegen mitwirken, mit denen auch ein gutes Zusammenspiel stattfindet oder wenn außergewöhnliche Szenen gewünscht sind. Viel Freude bereitet mir auch, wenn ich als Vincent verdeckt ermitteln muss und somit in andere Rollen schlüpfen und mit Dialekten arbeiten kann.


ZDF: Gab es denn auch peinliche Momente beim Dreh?


Marco Girnth: Bestimmt. Aber ich glaube, die hab ich verdrängt...


Andreas Schmidt-Schaller: Die gab es, insbesondere als ich eine Szene mit meiner Tochter Petra, die ebenfalls Schauspielerin ist, umsetzen musste. Wir standen uns gegenüber und ich wollte gerade mit meiner Vernehmung anfangen, als mir der Gedanke kam: "Die hast du doch gerade erst noch zum Kindergarten gebracht." Darauf folgte dann auch schon der Texthänger. Ich brauchte einige Minuten, um mich wieder auf meine Rolle als Hajo Trautzschke zu konzentrieren und nicht als Vater zu agieren.


Melanie Marschke: (lachend) Beim Drehen ist mir relativ wenig peinlich. Es passieren immer wieder Kleinigkeiten, wie etwa, dass der Sender für den Ton aus der Hose fällt oder man ausrutscht. Das ist dann allerdings eher witzig als peinlich. In Scham versinken musste ich bisher noch nie, aber wenn ich das jetzt so sage...wer weiß, was gleich beim Drehen passiert?


Pablo Sprungala: Wenn man 6 Takes für einen Satz braucht, das ist wirklich unangenehm. Ich hatte irgendwann mal einen wahnsinnig komplizierten Satz, den ich einfach nicht fehlerfrei aussprechen konnte.

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