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"Den Spitze-Sprung wird's geben!"

Interview mit Johannes B. Kerner

Der Moderator über die bevorstehende Jubiläumsshow, seine Bewunderung für Hans Rosenthal und Kindheitserinnerungen an den Fernsehklassiker

Herr Kerner, können Sie sich an "Dalli Dalli" eigentlich überhaupt noch erinnern?

Johannes B. Kerner
Johannes B. Kerner
Quelle: ZDF/Tobias Schult

Johannes B. Kerner: Na klar kann ich mich an "Dalli Dalli" erinnern. Das ist ein Kult aus den 70er und 80er Jahren. Ich kann mich an diese Waben-Deko erinnern, an das Mikrofon von Rosenthal, wo noch so eine kleine Schnur herunter hing zur Übertragung. An Hans Rosenthal selbst natürlich, an witzige Gäste. Das war eine turbulente Sendung, das war Unterhaltung der 70er und 80er Jahre und hat total gut funktioniert. Und natürlich ist das auch für mich eine Kindheits-Fernseherinnerung.

Was war an "Dalli Dalli" aus Ihrer Sicht so besonders?

Kerner: Das Einzigartige an "Dalli Dalli" waren im Grunde genommen zwei Dinge: einerseits der Moderator selbst - Hans Rosenthal, ein außergewöhnlicher Fernseh-Gastgeber, einer wie du und ich, so hatte ich immer den Eindruck als Kind. Und andererseits natürlich die Gäste, die mit unglaublicher Spielfreude da hingekommen sind, die einfach Bock hatten auf eine kurzweilige Zeit. Sie haben rege von diesem Recht Gebrauch gemacht und teilweise echt witzige Performances abgeliefert.

Unvergessen ist natürlich der legendäre Hans Rosenthal selbst. Warum war er so wichtig für Fernsehdeutschland?

Der Sohn von Hans Rosenthal, den ich vor vielen Jahren kennengelernt habe, hat mir mal erzählt, wie akribisch sein Vater war. Jedes Spiel, das in der Sendung präsentiert wurde, ist erst zu Hause, am Küchentisch oder im Wohnzimmer getestet worden, und zwar im Detail. Er war total besessen davon, dass alles akkurat vorbereitet ist. Und an was ich mich persönlich erinnere, ist dieses unglaublich freudige und freundliche Glitzern in den Augen des Moderators Hans Rosenthal. Und das hat er für mich irgendwie zeitlebens gehabt. Und das vor dem Hintergrund seiner ja auch dramatischen Biografie. Das finde ich wirklich außergewöhnlich.

Die Jubiläumssendung wird eine Hommage an ihn und sein - für damalige Verhältnisse - revolutionäres TV-Format sein ...

Kerner: Was soll ich sagen: Die Revolution geht weiter. Natürlich wollen wir einerseits an das Fernsehformat erinnern und uns auch mit einer Reihe von Anekdoten optisch, bildlich, visuell daran erinnern. Aber andererseits machen wir natürlich eine Fernsehsendung aus dem Jahr 2021. Insofern wird es zeitgemäß, ja, aber mit einem Augenzwinkern, auch rückblickend. Ich glaube, das ist etwas für Menschen, die sich selbst an "Dalli Dalli" erinnern, und auch für diejenigen, die denken: "Dalli Dalli"? Da haben meine Eltern immer davon geredet. Das ziehe ich mir jetzt mal rein.

Für viele Lacher haben bei "Dalli Dalli" auch immer die verrückten Tempospiele gesorgt, denen sich die prominenten Gäste stellen mussten. Wird es dieses Element in der Jubiläumsshow auch geben?

Kerner: Na also, wer "Dalli Dallis"-Geburtstag feiert, der kann an diesen verrückten Tempospielen natürlich nicht vorbei. Da gibt es die "Dalli Tonleiter", da gibt es "Dalli Klick". Da gibt es Spiele mit Verkleidungen, in denen sicherlich auch mal ein bisschen Wasser eine Rolle spielt und ein bisschen Sauerei angerichtet wird. Das ist ja die Spielfreude, die dieser Sendung innewohnt. Und wir wollen das komplette "Dalli Dalli"-Vollwaschprogramm. Bei uns wird nichts ausgelassen und schon gar nicht die schönen Dinge, die für so unglaublich viele Lacher gesorgt haben.

Ab der 53. Folge konnte das Saalpublikum eine besondere Leistung von Kandidaten per Knopfdruck würdigen, woraufhin Rosenthal sagte: "Sie sind der Meinung, das war …", und das Publikum rief "Spitze!" Das geht ja jetzt in Corona-Zeiten nicht. Dürfen wir trotzdem von Ihnen den legendären "Spitze"-Luftsprung erwarten?

Kerner: Ja, der "Spitze-Sprung" ... Das ist eine große Herausforderung. Aber natürlich wird es auch eine "Spitze-Wertung", also den "Spitze-Zusatzpunkt" bei uns geben. Er soll ordentlich aussehen, wenn ich ihn mache. Aber ich werde mir nicht anmaßen, das Original zu toppen. Den konnte keiner so wie Hans Rosenthal. Aber ich habe sogar schon mal überlegt, ob ich hier zum örtlichen Turnverein gehe und mal mit einem Trampolin irgendetwas versuche und dann in so eine Schnitzelgrube falle, damit ich mir nicht weh tue. Nein, nein. Den "Spitze-Sprung" wird's geben. Und ja, ich schau mal, wie er dann aussieht. Mal gucken.

Mit "Dalli Dalli" ist untrennbar auch der Name Heinrich Riethmüller verbunden. Er war der musikalische Leiter der Show. Welche Rolle wird Musik in der Jubiläumsshow spielen?

Kerner: Klar, Heinrich Riethmüller. Ich meine, da lacht man sich heute noch tot, wenn man den Namen hört. Aber es gibt keinen Grund, sich tot zu lachen, weil der war ja der musikalische Leiter der Show. Der hat auch die Titelmelodie komponiert, das hat er sehr gut gemacht. Für mich gehören aber eine Reihe anderer Elemente auch dazu, zum Beispiel Oskar, der Schnellzeichner, der am Ende aus einer Zahl dann irgendeine große Geschichte gemacht hat. Den hab ich mal kennengelernt, Oskar, das war auch eine große Freude. Das war ein absolutes Original. Riethmüller, Oskar, die Jury, all die anderen, die dabei waren. Das sind Fernseherinnerungen, die werden wir wiederaufleben lassen.

Nun kennen die jüngeren Fernsehzuschauer das Original-"Dalli Dalli" gar nicht. Motivieren Sie doch mal die YouTube-Generation, die Show anzuschauen?

Kerner: Also erstmal gilt die Einladung zum "Dalli Dalli"-Festival, zum "Dalli Dalli"-Jubiläum, zum 50. "Dalli Dalli"-Geburtstag für alle. Das war immer eine Show für die ganze Familie, für Jung und Alt. Und das gilt nun gleichermaßen. Es ist eine Familien-Show, die man gemeinsam gucken kann, an der man gemeinsam Spaß haben und emotional teilnehmen kann. Generationenübergreifend. Eigentlich wäre es schön, wenn uns das gelingt, weil das etwas ist, was Fernsehunterhaltung mit Haltung durchaus schaffen kann. Und wir versuchen es immer wieder, auch mit "Dalli Dalli".

Wird die Jubiläumsshow eine einmalige Geschichte oder könnten Sie sich vorstellen, das Erbe von Hans Rosental auch für längere Zeit anzutreten?

Kerner: Also jetzt feiern wir erst mal den 50. Geburtstag von "Dalli Dalli". Ich freue mich wahnsinnig drauf, an Hans Rosenthal und an diese großartige Sendung zu erinnern. Was später kommt, wird später entschieden. Ich würde mal sagen: "Der Tag, die Sorge." Und jetzt haben wir erst mal gar keine Sorge, sondern große Vorfreude auf die Jubiläums-Show von "Dalli Dalli". Die Einladung steht.

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