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Eine Chance für die Kinder von der Müllhalde

Am Rande der Hauptstadt Maputo sortieren Menschen von Hand den Abfall der Millionenstadt. Auf der gefährlichen Müllkippe arbeiteten früher auch viele Kinder. Doch dank von Renascer-OMAC, einer Partnerorganisation von Brot für die Welt gehen, die meisten...

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02.12.2020
02.12.2020
Video verfügbar bis 31.12.2020, in Deutschland, Österreich, Schweiz
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Fröhlich trotz Armut: Beatriz, Cândido, Etelvina und Francisco, die vier Kinder von Julieta Mazivila
Quelle: Brot für die Welt/Helge Bendel

Nacht für Nacht verbringt Julieta Mazivila auf Maputos größter Müllkippe. Wenn die Lastwagen ihre Ladung abladen, stochert die 42-Jährige mit Metallhaken nach Plastik und Metall, Glas und Karton. Ihrem eigenen Nachwuchs hat Julieta kategorisch verboten, sich in der Nähe der Müllkippe aufzuhalten. Die Aufklärungsarbeit von Renascer-OMAC über Kinderrechte hat sie überzeugt. Das Sozialzentrum "Centro Renascer" (Neuanfang), eine Kombination aus Kindertagesstätte, Lernort, Spielplatz und Ausbildungsstätte. Hier kümmern sich drei Sozialarbeiterinnen um die Kinder, gelegentlich unterstützt von einem Team von Psychologinnen und Psychologen. Außerdem unterstützen Trainer die Heranwachsenden bei der Berufswahl. Hier dürfen Kinder auch einfach Kinder sein. In solchen Momenten ist die Müllkippe, ganz weit weg. Auch wenn sie nur wenige hundert Meter vom Zuhause von Julieta Mazivila und ihren vier Kindern Beatriz, Cândido, Etelvina und Francisco entfernt liegt.

Harte Arbeit für ein paar Cent

Hulene, das ist die Müllhalde der Millionenstadt Maputo. Was dort weggeworfen wird, durchsieben die Menschen hier rund um die Uhr nach Verwertbarem. Sieben Cent pro Kilo zahlen Schrotthändler für Dosen und das Stahlgewebe in Gummireifen, für Plastikflaschen und Kartons gibt es noch weniger. Selbst im armen Mosambik ist das so gut wie nichts. Wer in diesem Morast schuften muss, hat keine andere Wahl. Es sind meist Frauen, die dies tun. Viele von ihnen ackern vor allem für ein Ziel: Ihre Kinder sollen es einmal besser haben.

Ein gefährlicher Job

Nacht für Nacht verbringt Julieta Mazivila auf Maputos größter Müllkippe. Wenn die Lastwagen ihre Ladung abladen, stochert die 42-Jährige mit Metallhaken nach Plastik und Metall, Glas und Karton. Leichte Fundstücke balanciert sie in einem Netz auf dem Kopf den steilen Abhang herunter, schwere Säcke schleppt sie auf dem Rücken. Doch warum nachts? "Dann sind wenig Leute unterwegs, es gibt kaum Konkurrenz", erzählt sie.Die Arbeit im Abfall ist ein riskanter Job: "Ich wäre einmal fast von einem Müllwagen überfahren worden.“ Schon tagsüber ist die Halde ein Ort, an dem nur das Recht des Stärkeren zählt. Nachts ist es dort aber noch gefährlicher: Im Schutz der Dunkelheit wurden Frauen schon ausgeraubt und sexuell belästigt.

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Harte Arbeit: Julieta Mazivila mit ihren Kindern beim Müllsammeln
Quelle: Brot für die Welt/Helge Bendel

Vergangenes Jahr passierte dann ein Unglück: 16 Menschen starben, als eine Mülllawine zehn Häuser unter sich begrub. Eigentlich hätte das Areal längst wegen Überfüllung geschlossen werden sollen, doch passiert ist nichts. Der stinkende Berg aus Abfall wächst weiter: Er ist höher als alle Gebäude in der Umgebung und erstreckt sich über eine Fläche so groß wie 30 Fußballfelder. "Vor ein paar Jahren haben noch tausend Mädchen und Jungen beim Sortieren des Abfalls geholfen", erzählt Julieta Mazivila. "Jetzt gibt es dort nur noch wenige." Die Aufklärungsarbeit von Renascer-OMAC über Kinderrechte trägt Früchte. Ihrem eigenen Nachwuchs hat die 42-Jährige kategorisch verboten, sich in der Nähe der Müllkippe aufzuhalten. "Kinder brauchen sichere Orte und Menschen, die sie umsorgen. Die Müllkippe ist das Gegenteil. Dass OMAC das Sozialzentrum betreibt, ist für uns alle im Viertel ein Segen."

Zeit für Träume, Schule und ein Zuhause

Die Mitarbeitenden der Hilfsorganisation Renascer-OMAC sorgen mit unzähligen Hausbesuchen dafür, dass fast alle Mädchen und Jungen aus dem Umfeld der Müllkippe in die Schule gehen. Nur wenige treiben sich noch unbeaufsichtigt auf der Straße herum. Damit die Kinder auch nach dem Unterricht eine Anlaufstelle haben, gibt es außerdem das Sozialzentrum "Centro Renascer" (Neuanfang), eine Kombination aus Kindertagesstätte, Lernort, Spielplatz und Ausbildungsstätte. Hier kümmern sich drei Sozialarbeiterinnen um die Kinder, gelegentlich unterstützt von einem Team von Psychologinnen und Psychologen. Außerdem unterstützen Trainer die Heranwachsenden bei der Berufswahl. "Wir sind ein Schutzraum, in dem sich die Kinder wie zu Hause fühlen", sagt Carolina Matavele. Dann denkt die Direktorin von Renascer-OMAC nach und korrigiert sich: "Für viele der Kinder ist unser Zentrum das eigentliche Zuhause."

Quelle: Brot für die Welt

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