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Mobile Kliniken in Haiti

Das Hilfsprojekt von "Brot für die Welt"

Der Weg aus der Hauptstadt Port-au-Prince ist lang. Acht Stunden dauert die Fahrt auf unbefestigten Straßen nach Mare Rouge. Der Landkreis gehört zu den ärmsten und entlegensten Gebieten Haitis. 60 Prozent der Einwohner leben hier unter der Armutsgrenze. Fast sieben Prozent der Kinder in dem lateinamerikanischen Land stirbt vor Vollendung des fünften Lebensjahres. Damit hält Haiti einen traurigen Rekord: Laut UNICEF weist Haiti die höchsten Sterblichkeitsraten für Mütter, Säuglinge und Kinder unter fünf Jahren in der westlichen Hemisphäre auf.

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Haiti, Mare Rouge: Dr. Bergel kümmert sich um Tanisha, die mit ihrer Mutter Elun ins Gesundheitszentrum gekommen ist.
Quelle: Roman Farkas

Das medizinische Versorgungssystem ist nicht nur im Nordwesten Haitis mangelhaft. In Mare Rouge gibt es zwei Ärzte auf 20.000 Einwohner. Einer davon ist Dr. Cassion Bergel. Er kam 2014 nach Mare Rouge. Als medizinischer Direktor der Organisation Child Care Haiti leitet er das Gesundheitszentrum, kümmert sich um die Verwaltung, bildet Helfer aus und behandelt Patienten. Dr. Bergels Gesundheitszentrum verfügt über Behandlungsräume, eine Zahnpraxis, zwei kleine Schlafsäle, einen Geburtsraum und eine Apotheke. Ein Zahnassistent, zwei Hebammen und zwei Gesundheitshelfer kümmern sich um das Wohl der Patientinnen und Patienten. Sie behandeln vor allem Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen, Malaria oder Cholera. Zudem werden Schwangere vor und nach der Geburt betreut, Impfkampagnen organisiert.

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Haiti, Mare Rouge: Im Gesundheitszentrum wird ein Baby gewogen und geimpft.
Quelle: Roman Farkas

Etwa vierzig Prozent der Bevölkerung Haitis haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Nur einer von vier Bürgern hat regelmäßig Zugang zu sanitären Einrichtungen. Vor diesem Hintergrund wird gesundheitliche Aufklärung und Hygiene zu einem wichtigen Thema, um Infektionskrankheiten zu vermeiden. Neben Dr. Bergel, den Hebammen und Gesundheitshelfern fahren ehrenamtliche Multiplikatoren über die Dörfer, um Informationskampagnen durchzuführen.

Ob Dorfversammlungen, Gottesdienste oder Hahnenkämpfe, Cassion Bergel nutzt die Möglichkeit solcher Veranstaltungen, um so viele wie möglich zu erreichen. Eine solche Präventionskampagne zu Cholera hat 2016 nach Hurrikane Matthews dazu beigetragen, dass die Krankheit in Mare Rouge zu keinen weiteren Opfern führte. Zudem ist der Arzt ein gern gesehener Gast beim lokalen Radiosender. In regelmäßigen Interviews informiert Dr. Bergel. Er klärt auf und verbreitet Hoffnung. Mit seinen regelmäßigen Interviews erreicht er auch Hörer in den entlegenen Regionen.

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Haiti: In der mobilen Klinik untersucht Schwester Celestin die Patienten.
Quelle: Romas Farkas

Denn viele Bewohner von Mare Rouge und Damé – etwa vierzig Prozent - leben in abgelegenen und schwer zugänglichen Gebieten. Um auch diese behandeln zu können, führt die Partner-Organisation von Brot für die Welt regelmäßig mobile Kliniken in den Dörfern durch. Früh morgens startet der Geländewagen von Child Care Haiti und windet sich rote Laterit-Straßen hinauf auf das Hochplateau von Mare Rouge. Der Wagen ist vollgepackt mit Planen, Kisten und Stühlen für die mobile Praxis auf den Plätzen der Dörfer im Umkreis.
Dr. Cassion Bergel und seine Gesundheitsassistentin haben alles dabei, um sofort helfen zu können: Medikamente, Spritzen, Verbandzeug. Wenn ambulante Hilfe nicht ausreicht, bleibt noch der Transport in das nächste Krankenhaus von Jean-Rabel. Es ist mehr als 50 Kilometer entfernt - ein Weg auf Pisten ohne Befestigung.

Dr. Cassion Bergel weiß, er allein kann nicht alle 20.000 Menschen im Landkreis versorgen. Um zumindest eine Basisversorgung möglich zu machen, bildet der Mediziner aus. Im Gesundheitszentrum in Mare Rouge qualifiziert er Hebammen, Gesundheitshelfer und ehrenamtliche Multiplikatoren. Damit unterstützt Child Care Haiti ein Netzwerk von Ehrenamtlichen, die viele Dörfer im Einzugsgebiet abdecken. Die Ehrenamtlichen haben bisher 10.800 Hausbesuche durchgeführt, mit ihrer Unterstützung wurden 50 Einsätze der mobilen Klinik und 42 Gemeindeversammlungen zur Sensibilisierung zu Gesundheitsthemen ermöglicht.

Quelle: Brot für die Welt

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