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Zukunft dank Zirkus

Das Hilfsprojekt von "Brot für die Welt" in Südafrika

In Mshayazafe, rund 25 Kilometer nordöstlich von Durban, haben 80 Prozent der arbeitsfähigen Menschen keine Arbeit, nicht einmal Aussicht auf einen schlecht bezahlten Job. Strom und Wasser fließt nur, wenn die Rechnung bezahlt wird. Armut, Aids und Gewalt prägen das Leben im Township. Viele Kinder leben in zerrütteten Verhältnissen, werden vernachlässigt oder missbraucht. Wie aus dem Nichts heraus schlagen die Jugendlichen hier zu. Denn ihr Alltag ist durch Gewalt geprägt. Doch es gibt Auswege.

Die schönsten Weihnachts-Hits: Hilfsprojekt von Brot für die Welt in Südafrika
Carmen Nebel und Thabiso
Quelle: Roman Farkas

Mpilo-Thabiso Gwala ist zwanzig Jahre alt. Er hat den Absprung aus der Gewalt-Kultur geschafft. Heute besucht Thabiso die Universität von KwaZulu-Natal und studiert Jura – sein erster Schwerpunkt Strafrecht und Verbrechensbekämpfung. Für ihn stand das Studium nach dem Schulbesuch außer Frage. Aber das war nicht immer so. Als Waisenkind wächst Thabiso mit seiner Schwester Dolly bei ihrem Onkel Sanele auf. Die Familie lebt verarmt, da Sanele weder Arbeit noch regelmäßige Einkünfte hat. Schule, Ausbildung oder Universität schienen für die Kinder unerreichbar. Thabisos Kindheit war ohne Hoffnung, bis er als 10-Jähriger den Zirkus von der Organisation Sinani kennenlernt.

Rückblick: "Sinani" heißt "Wir sind bei dir"

Seit 1994 kämpft die von "Brot für die Welt" unterstützte Organisation gegen Gewalt, Armut und Aids in den Townships. Mit ihrer Gemeindearbeit will Sinani den Menschen innere Stärke und Selbstbewusstsein verleihen. Der erste Schritt dazu ist, das eigene Elend zu benennen. Bei ihren Hausbesuchen wurden die Sozialarbeiter von Sinani immer wieder auf die katastrophale Lage der Kinder aufmerksam. Sinanis Antwort ist ein Zirkus-Projekt. Die Organisation lädt Kinder zu Jonglieren und Akrobatik ein. Denn Zirkusarbeit erfordert Aufmerksamkeit und Wahrnehmung, dabei lernen Kinder Konzentration und Ausdauer, angemessenes Konfliktverhalten und Einfühlungsvermögen.

Die schönsten Weihnachts-Hits: Hilfsprojekt von Brot für die Welt in Südafrika
Carmen Nebel im Gespräch mit Thabiso an der Universität
Quelle: Roman Farkas

Thabiso war einer der ersten Teilnehmer. Zweimal die Woche nimmt er mit seiner Schwester am Zirkustraining teil. Gemeinsam mit anderen Kindern erlebt er ein Gemeinschaftsgefühl, er gehört wieder dazu. Das schärfte seinen Blick für die Anderen und es half ihm, über die eigenen Probleme und mögliche Lösungen nachzudenken. Die Zirkusschule ist dabei nicht die einzige Unterstützung von Sinani. Sozialarbeiter helfen bei Schulaufgaben, geben Hygienetipps, bieten Psychotherapie, wenn sie erforderlich ist. Der soziale Zirkus ist in die Gemeindearbeit Arbeit von Sinani eingebettet. Dass die Manege eine Bühne sein kann, auf der die Kinder den sozialen Krankheiten begegnen, um sie zu heilen, beobachtet auch TV-Moderatorin Carmen Nebel. Sie trifft Thabiso und Dolly bei einem Projektbesuch 2011.

Applaus macht stark

Die schönsten Weihnachts-Hits: Hilfsprojekt von Brot für die Welt in Südafrika
Carmen Nebel macht Spaß mit den Kindern
Quelle: Roman Farkas

Der Zirkus soll den Kindern in erster Linie Spaß machen. Egal ob als Jongleur, Akrobatin, oder Seiltänzerin, – aufgrund der großen Vielfalt der Zirkustechniken findet jedes Mädchen und jeder Junge einen Platz im Zirkus, ob dick oder dünn, klein oder groß, stark oder schwach. Die Kinder lernen an einer Sache, die sie fasziniert. Regelmäßig tritt Sinanis Zirkustruppe in der Gemeinde auf. Ob im Supermarkt oder auf dem Dorfplatz - die Anerkennung der Zuschauer ist den Kindern sicher. Thabisos Schwester Dolly geht dank Sinani auf die weiterführende Schule und steht kurz vor dem Abschluss. So es der Unterricht erlaubt, nimmt sie noch regelmäßig an Kursen und Veranstaltungen teil. Die Geschwister schätzen die Arbeit von Sinani. Denn ohne die Unterstützung der Sozialarbeiter hätten sie den Absprung kaum geschafft.

Die schönsten Weihnachts-Hits: Hilfsprojekt von Brot für die Welt in Südafrika
Carmen Nebel mit Kindern im Township
Quelle: Roman Farkas

Südafrika gilt nach wie vor als ein Land mit großen sozialen Ungleichheiten. Und Ungleichheit führt zu Destabilisierung und öffentlicher Gewalt. Sinani setzt Friedensarbeit dagegen, gemeinsam mit gemeindebasierten Organisationen, lokalen Friedens- und Leadership-Foren. Sinani ist es so gelungen, Gemeinden aus Gewaltdynamiken heraus zu einem besseren Miteinander zu begleiten. Das benötigt Zeit und Hilfe – auch von außen. Seit 2008 öffnet die Zirkusschule immer wieder ihre Türen. Der Zirkus bietet Kinder und Jugendliche eine Chance, ihrem Elend zu entrinnen. Thabiso hat sie genutzt.

Quelle: Brot für die Welt

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