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Syrische Flüchtlinge im Libanon

Das Hilfsprojekt von "MISEREOR"

Etwa 1,5 Millionen Menschen flohen vor dem Bürgerkrieg in Syrien in den Libanon. Darunter sind mindestens 500.000 Kinder und Jugendliche. In Deutschland freuen sich Schüler auf die Ferien. Dagegen wünschen sich syrische Flüchtlingskinder im Libanon endlich wieder Unterricht. Sie möchten lernen, Freunde finden, Spaß haben und der Langeweile im Camp entfliehen.

Das Hilfsprojekt im Kontext

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Syrische Flüchtlingskinder im Unterricht
Quelle: MISEREOR/Eric Greven

Der Libanon hat etwa 4,6 Millionen Einwohner. Außerdem leben rund 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge in dem Staat, darunter mindestens 500.000 Kinder und Jugendliche. Der Levante-Staat beherbergt mit mehr als 30 Prozent der Gesamtbevölkerung weltweit die meisten Flüchtlinge, gemessen an seiner Bevölkerungszahl.

Viele der syrischen Flüchtlingskinder haben wegen des Bürgerkriegs in ihrer Heimat schon seit Jahren keinen Unterricht mehr besucht. Die meisten können auch im Libanon in keine Schule gehen, weil sie an den Aufnahmeprüfungen scheitern. Sie haben großen Nachholbedarf und es fehlt ihnen an Sprachkenntnissen. In Syrien findet der Unterricht überwiegend auf Arabisch statt, im Libanon auf Englisch oder Französisch. Selbst Jugendliche, die die Aufnahmeprüfung bestehen, finden häufig keinen Platz in der Schule. Das libanesische Schulsystem ist angesichts der vielen Flüchtlingskinder vollkommen überlastet.

Eine verlorene Generation wächst heran

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Endlich wieder Schule!
Quelle: MISEREOR/Eric Greven

Für die betroffenen Kinder und Jugendlichen – und ihr Heimatland – bedeutet dies eine Katastrophe. Sie wachsen als "verlorene Generation" heran. Ihnen ist die Chance genommen, später einen Beruf zu erlernen und eigenständig für sich und eine Familie sorgen zu können. Die ganze Generation ist ohne Zukunftsperspektive und viele sind traumatisiert durch die schrecklichen Erlebnisse während Krieg und Flucht. Kinder und Jugendliche, die nicht in die Schule gehen, lernen auch nicht, andere Meinungen zu respektieren und Konflikte friedlich zu lösen. Die Auswirkungen können verheerend sein: Kinderarbeit, Aggressivität, Kriminalität und Radikalisierung sind Wegbereiter für eine zerrüttete Gesellschaft in der nächsten Generation.

Schule als Weg aus der Aussichtslosigkeit

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Kinder für den Frieden
Quelle: MISEREOR/Eric Greven

Das Bildungsprogramm des MISEREOR-Projektpartners Jesuit Refugee Service (JRS) bedeutet in dieser Situation für viele syrische Kinder und Jugendliche den ersehnten Ausweg aus Elend und Perspektivlosigkeit. Die JRS-Schule in der libanesischen Provinzhauptstadt Baalbek in der Bekaa-Ebene ist seit Anfang 2016 offiziell als Privatschule anerkannt. Durch den Unterricht gewinnen die Kinder und Jugendlichen wieder Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Der geregelte Tagesablauf hilft den Heranwachsenden zudem, ihre furchtbaren Erfahrungen zu verarbeiten. Der JRS fördert auch die Integration der syrischen Flüchtlingskinder in die öffentlichen Schulen des Gastlandes. Die Begegnungen mit libanesischen Kindern führen zu Freundschaften und dazu, dass man die Situation der jeweils anderen verstehen lernt.

Ziel des Projekts

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Mädchen und Jungen gemeinsam im Schulunterricht
Quelle: MISEREOR/Eric Greven

Die Grundbildung für junge syrische Flüchtlinge und ihre Integration in libanesische Schulen zu gewährleisten und pro Schuljahr 600 syrische Flüchtlingskinder in das libanesische Schulsystem zu integrieren. Außerdem sollen 60 Eltern pro Schuljahr dazu befähigt werden, ihren Kindern bei den Hausaufgaben zu helfen.
Das Projekt wendet sich an syrische Flüchtlinge im weiteren Stadteinzugsgebiet von Baalbek. Bis Dezember 2018 werden mindestens 1.000 Schulkinder und 120 Eltern erreicht. Indirekt kommen die Bildungsmaßnahmen auch den Familien und Angehörigen zugute.

Quelle: MISEREOR

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