Ganz nah dran

"Caught in the Act" sind wieder da

Bastiaan Ragas ist ein Gründungsmitglied der legendären Boygroup "Caught in the Act". Von 1992 bis 1998 stürmte die englisch-niederländische Band die europäischen Charts und verzückte vor allem die zahlreichen weiblichen Fans. Ragas startete nach dem Ende der Band eine erfolgreiche Solokarriere. Beim Comeback von "Caught in the Act" im April 2015 war der heute 45-jährige Sänger mit dabei.

Caught in the Act
Lee Baxter, Bastiaan Ragas, Eloy de Jong (v.l.n.r.) Quelle: ZDF/MAx Kohr

ZDF.online: Herr Ragas, nach 17 Jahren Pause sind Sie wieder auf Tour mit "Caught in the Act". Was hat sich verändert?

Bastiaan Ragas: Zunächst bin ich selbst überrascht wie gut es läuft. Das habe ich wirklich nicht erwartet. Es macht mir immer noch sehr viel Spaß auf der Bühne zu stehen und zu singen. Wir vermitteln dieses Gefühl mit voller Power bei unseren Auftritten.   

ZDF.online: Fallen die Mädchen eigentlich noch reihenweise um und schreien hysterisch, wenn Sie auf die Bühne kommen?

Bastiaan Ragas: Es ist sicher nicht mehr ganz so krass wie früher. Wir sind ja alle älter geworden. Aber ich  merke, wie wichtig es den Frauen ist, uns heute live zu sehen. Wir sind die Band ihrer Jugend. Damals haben die Mädchen eine Menge Poster von uns in die Kinderzimmer gehängt. Heute, vor allen auf Fantreffen, spüre ich immer noch diese starke Verbindung zu uns. Und das nach 15 Jahren Pause.

ZDF.online: Wie würden Sie die heutige Bandphilosophie beschreiben?

Bastiaan Ragas:  Wir bringen viel Spaß mit einem guten wie gleichzeitig schlechten Geschmack auf die Bühne. Wir feiern gemeinsam mit den Fans ein tolles Fest und machen gerne Witze auf der Bühne. Vor allem nehmen wir nicht mehr alles so furchtbar ernst. Das Leben ist anstrengend genug, gerade in diesen Zeiten. Ich glaube, wir sind richtig nah dran an den Fans und die merken das.

ZDF.online: Das ist ziemlich harte Arbeit, oder?

Bastiaan Ragas: Ja, ohne Zweifel. Ich denke, das wird von vielen Menschen unterschätzt. Nichts ist so schwer, wie einen ziemlich guten Popsong zu schreiben und auf die Bühne zu bringen. Ich meine einen Hit, den die Leute wirklich mögen und gerne mitsingen. Man sich kaum vorstellen, wie viel Arbeit das bedeutet und wie viel Mühe das macht.

ZDF.online: Im Gegensatz zu ihren Musikerkollegen sind Sie nach dem Ende von "Caught in the Act" nicht in ein tiefes Loch gefallen. Worauf führen Sie das zurück?

Bastiaan Ragas: Richtig, der große Karriereknick ist ausgeblieben. Ich bin ja ein vielfältiger Künstler. Zum Glück, denn das hat mir nach der wirklich irren Zeit mit der Boygroup geholfen. Ich habe später als Musicalsänger gearbeitet, produziere in den Niederlanden immer noch TV- und Theatershows, schreibe Bücher und vieles mehr. Das sind natürlich andere Voraussetzungen, als wenn du nur singen kannst.

ZDF.online: Sie gelten als Familienmensch. Da hat sich ihr Lebensstil aber auch deutlich verändert.

Bastiaan Ragas: Ja, das stimmt und das ist gut. Ich wohne mit meiner Frau und meinen vier Kindern in einem kleinen Dorf am Meer. Dort finde ich die nötige Ruhe, aber auch Inspirationen für neue, kreative Projekte. Ich engagiere mich in meinem Dorf ehrenamtlich, zum Beispiel in der Weihnachtszeit. Das bringt mir großen Spaß und Befriedigung. Das klingt fast ein wenig spießig, ist es aber überhaupt nicht. Die wilden Zeiten in Amsterdam sind also endgültig vorbei.  Das war eine andere Zeit.

ZDF.online: Was planen Sie für das kommende Jahr?

Bastiaan Ragas: Natürlich werde ich weiter an meinen Soloprojekten arbeiten und hoffentlich ein paar neue entwickeln. Mit "Caught in the Act" geht es aber ebenfalls weiter. Wir planen zwei große Konzerte mit der Band. Das ist vielleicht etwas weniger anstrengend. Aktuell spielen wir ja 16 Konzerte hintereinander und das immer in verschiedenen Städten.  

Das Interview führte Torsten Haselbauer

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