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Roland Kaiser

Die Schlagerikone im Interview

Roland Kaiser ist einer der erfolgreichsten Unterhaltungskünstler Deutschlands. Seit über vierzig Jahren steht der heute 65-jährige Sänger auf den großen Bühnen der Republik. Seine Open-Air-Sommerkonzerte an der Elbe in Dresden, die "Kaisermania", sind längst Kult. Roland Kaiser meldet sich auch immer wieder politisch zu Wort.

Roland Kaiser
Roland Kaiser Quelle: Sandra Ludewig

 

ZDF.online: Herr Kaiser, zu Ihren Konzerten in Dresden pilgerten auch in diesem Sommer wieder mehr als 50.000 Menschen. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?

Roland Kaiser: Ich kann das nicht erklären. Das muss ich auch nicht können. Es ist einfach verrückt. So kann man es vielleicht am besten ausdrücken.

ZDF.online: In knapp neun Stunden 50.000 Konzerttickets zu verkaufen ist schon mehr als verrückt!

Roland Kaiser: Was mir auf den Konzerten in Dresden besonders gut gefällt, ist die Textsicherheit des Publikums. Die können alle meine Songs mitsingen. Das ist ziemlich außergewöhnlich.

ZDF.online: Wer sich keine Eintrittskarte erlauben kann oder den Ticketverkauf verpasst hat, der lauscht ihren Konzerten in Dresden im Liegestuhl von der nahen Elbbrücke aus. Stören Sie diese sogenannten "Akkustikschnorrer"?

Roland Kaiser: Nein, überhaupt nicht. Mich würde es vielmehr stören, wenn es keine Menschen mehr geben würde, die überhaupt noch meine Musik hören wollen. Egal ob mit Ticket, oder ohne!

ZDF.online: Kaiser und Dresden, das passt gut zusammen. Sie haben sich gesucht und gefunden. Aber Sie fanden auch kritische Töne gegen die Pegida-Aufmärsche in der Elbmetropole.

Roland Kaiser: Ja, aber das nicht auf meinen Konzerten. Das will ich sauber und ganz klar trennen. Wer auf meine Konzerte in Dresden oder anderswo kommt, der soll und will unterhalten werden. Das biete ich den Leuten mit meiner ganzen Kraft und vollem musikalischem Engagement. Die Zuschauer erwarten dann von mir keine Geschichtsstunde. Dafür gibt es die Medien als Bühne, wo ich mich politisch äußern kann, wenn ich es will.

ZDF.online: Sie bekennen sich zur Sozialdemokratie. Daraus machen Sie kein Geheimnis.

Roland Kaiser: Ich bin ab und zu bei Veranstaltungen der SPD, so wie zuletzt im Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern. Ich habe mich zudem zu einer humanen Flüchtlingspolitik bekannt. Ich werbe für Toleranz und den Dialog.

ZDF.online: Dafür wurden Sie in den sozialen Netzwerken offen angefeindet, mitunter auf übelste Art und Weise beschimpft. Wie gehen Sie damit um?

Roland Kaiser: Das interessiert mich nicht, was diese "Heckenschützen" dort schreiben.

ZDF.online: Sie sind auch Pate der "Cottbusser Tafel". Dort werden Lebensmittel an Bedürftige verteilt.

Roland Kaiser: Ja, auch dieser Einsatz ist mir wichtig. Ich bin erschüttert, wie viele Menschen auf Hilfe in Form von Lebensmitteln angewiesen sind. Und es werden immer mehr. Wir sollten uns mal mehr mit der Altersarmut beschäftigen.

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