Rolando Villazón im Interview

Rolando Villazón führt auch in diesem Jahr durch die glanzvolle ECHO Klassik Preisverleihung in München. Für ihn ist es wichtig, dass Musik ein Teil des Lebens ist.

ZDF: Sie kennen den "ECHO Klassik" sowohl als Preisträger als auch als Moderator, 2013 waren Sie sogar beides. Damit haben Sie doch eigentlich schon alles erreicht. Was reizt Sie noch an dieser Aufgabe?

Rolando Villazón: Der "ECHO Klassik" ist eine sehr wichtige Plattform für klassische Musik, denn die schafft es ja leider gar nicht oft genug ins Fernsehen. Deshalb bin ich gerne wieder als Moderator dabei, um klassische Musik zu unterstützen und ihr möglichst viel Aufmerksamkeit zu geben. Außerdem macht mir die Moderation großen Spaß!

ZDF: Gab es eine besondere Herausforderung, die Sie für den "ECHO Klassik" bewältigen mussten, oder schon 'mal eine Panne?

Villazón: Die größte Herausforderung ist natürlich die Moderation auf Deutsch. Ich bin zwar als Kind für eine Zeit auf eine deutsche Schule in Mexiko gegangen, aber das ist ja nun schon ein paar Jahre her. Im ersten Jahr meiner Moderation hieß es, ich müsse mir keine Sorgen machen, ich könne allen Text vom Teleprompter ablesen. Bei der Probe haben wir dann gemerkt, dass dieser so weit von der Bühne weg war, dass ich ihn gar nicht lesen konnte. Ich musste also alle Texte auswendig lernen!

ZDF: Welche Rolle spielt das Fernsehen bei der Vermittlung von klassischer Musik?

Villazón: Fernsehen ist immer noch ein extrem populäres Medium, obwohl natürlich das Internet auch immer wichtiger wird. Man kann durch Fernsehen viele Menschen erreichen und ihnen in sehr konzentrierter Form Informationen zukommen lassen. Für klassische Musik bedeutet dies, dass wir auf einmal viel mehr Menschen mit einem Stück Musik in Berührung bringen können, als das in einem einzelnen Konzert oder in einer Opernaufführung möglich ist. Wir müssen es schaffen, das zu tun, ohne die Essenz der Musik zu verlieren, sie zu stark zu vereinfachen oder zu verkürzen. Das entscheidende ist, klassische Musik als wichtigen Teil unserer Gesellschaft und Kultur zu etablieren. Sie darf kein Fremdkörper sein. So ist dann vielleicht auch irgendwann der Besuch eines Konzertes eine echte Option.

ZDF: Der Klassik fehlt zunehmend junges Publikum. Interessieren sich Ihre Kinder eigentlich für diese Musik?

Villazón: Wissen Sie, ich glaube, dass man in der Regel später im Leben zu klassischer Musik kommt. Man muss gewisse Grundlagen in der Bildung schaffen und immer wieder neue Gelegenheiten bieten, Zugang zur Musik zu finden. Aber unser Publikum sind nur im Ausnahmefall die ganz jungen Menschen. Wenn es die gibt, toll! Aber wir müssen auch unser anderes Publikum pflegen. Zuhause hören wir ganz verschiedene Musik, Klassik ist natürlich auch dabei, aber auch viel anderes. Das Wichtigste ist, das Musik überhaupt ein Teil des Lebens ist.

Das Interview führten Tobias Feilen und Timo Rieth

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