Interview mit Rolando Villazón

Rolando Villazón ist selbst ein Klassik-Weltstar, seine Begeisterung besonders für die Oper ist mitreißend. Sein Talent und seine vollkommene Hingabe an seine Rollen haben ihn zu einem der besten und beliebtesten Opernsänger unserer Zeit gemacht. In diesem Jahr wird er erstmals als Moderator durch die ECHO Klassik-Verleihung führen.

ZDF: 2011 standen Sie noch als Preisträger des ECHO Klassik auf der Bühne des Konzerthauses Berlin. Dieses Jahr bekommen Sie keine Auszeichnung, sondern moderieren die Gala. Was reizt Sie an dieser neuen Rolle?

Rolando Villazón: Ich war sehr glücklich, in der ECHO Klassik-Gala im letzen Jahr zu sin­gen und einen Preis für meine "Mexico!"-CD zu gewinnen. Heute freue ich mich riesig, den Abend zu moderieren und so Teil des Teams zu sein, das meine Kollegen feiert, die diese besondere Auszeichnung in diesem Jahr erhalten.

ZDF: Auf welche Preisträgerin oder welchen Preisträger freuen Sie sich besonders?

Villazón: Auf alle! Ich freue mich immer sehr, wenn ein toller Kollege wie Klaus-Florian Vogt einen Preis bekommt. Und natürlich auch, dass Erwin Schrott für seine CD mit Tangos aus Lateinamerika ausgezeichnet wird. Ganz besonders aber freue ich mich auf die Nachwuchskünst­ler. Denn es ist immer spannend zu sehen, was es für neue Talente gibt und was für Ideen sie mitbringen.

ZDF: Sie haben schon mehrmals einen ECHO Klassik gewonnen. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Villazón: Es ist phantastisch, einen Preis zu bekommen, der von einer Exper­ten-Jury vergeben wird und so große Beachtung findet. Und wenn ich zuhause bin und die fünf Preise sehe, die ich bislang gewonnen habe, dann muss ich jedes Mal lächeln.

ZDF: Reisen Sie gerne nach Berlin ins Konzerthaus?

Villazón: Mein Herz hüpft jedes Mal, wenn ich in Berlin lande. Ich liebe Berlin sehr und fühle mich sehr zuhause. Ich habe sogar mal überlegt, mit meiner Familie hierhin zu ziehen. Dass der ECHO hier ist: perfekt!

ZDF: Wie können Auszeichnungen wie der ECHO Klassik und die Preisverleihungsgala zur Musikvermittlung beitragen?

Villazón: Es ist großartig für klassische Musik, dass es so eine Veranstaltung gibt, die die Arbeit einiger der bedeutendsten Künstler der klassi­schen Szene würdigt. Klassische Musik muss ein Teil unserer Gesellschaft sein und die Menschen sollen sehen, dass diese Musik nichts Obsku­res ist. Die ECHO-Gala ist eine tolle Gelegenheit, dies vielen Men­schen zu zeigen und einen Abend lang die Scheinwerfer auf klassi­sche Musik strahlen zu lassen.

ZDF: Ihre Ko-Moderatorin Nina Eichinger war einmal Jurorin in der
TV-Show "Deutschland sucht den Superstar". Fürchten Sie ihr Urteil?

Villazón: Nina hat mich vor ein paar Wochen in London interviewt und hat eine tolle Energie. Das Arbeiten mit ihr wird sicher ein Riesen-Spaß!

ZDF: Muss sich an der Vermittlung von klassischer Musik etwas än­dern, um mehr junge Leute anzusprechen, und wenn ja, was?

Villazón: Manche Menschen denken, dass sie Vorwissen mitbringen müssen, um klassische Musik hören zu können. Das stimmt nicht! Ich hatte kei­nes und habe die Musik lieben gelernt, in dem ich sie gehört und na­türlich gesungen habe. Wir müssen uns immer bemühen, klassi­sche Musik für alle sicht- und hörbar zu machen. Das Wichtigste aber ist, immer die Qualität in den Vordergrund zu stellen. Wenn wir das tun, wird es klassische Musik auch immer geben!

ZDF: Was verursacht mehr Lampenfieber: singen oder moderieren?

Villazón: Ich habe nie Lampenfieber! (lacht) Nein, im Ernst, Lampenfieber kommt beim Singen und Moderieren vor. Aber da Deutsch ja nicht meine Muttersprache ist, bin ich vielleicht ein bisschen nervöser. Ich möchte nicht mehr als 35 grammatische Fehler machen. (lacht)

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