"Wie eine Zeitreise"

Nicole über Glauben, Israel und Weihnachten

Mit 17 Jahren, im Jahr 1982, gewann Nicole den Eurovision Song Contest. Ihr Siegerlied "Ein bisschen Frieden" ist bis heute unvergessen und längst ein Klassiker. Nach dem Erfolg beim Song Contest wurde es zunächst etwas stiller um die heute 52 Jahre alte Sängerin aus dem Saarland. Nicole legte auch mal eine musikalische Pause ein. Seit einigen Jahren singt Nicole wieder in Kirchen und kleineren Clubs.

Nicole
Nicole Quelle: Telamo

ZDF.online: Nicole, warum ist die Weihnachtszeit für Sie so wichtig?

Nicole: Ich bin ein sehr gläubiger Mensch. Der Glaube hat in meinem Leben eine besondere Bedeutung. Und Weihnachten ist ja nicht irgendein Datum, sondern der höchste christliche Feiertag. Bei mir geht es deshalb in den Dezemberwochen ruhig und besinnlich zu. 

ZDF.online: Wie feiern Sie den Heiligen Abend?

Nicole: Mit der Familie. Die ist groß geworden. Ich habe zwei Töchter und sogar schon Enkelkinder. Und die Schwiegermutter ist auch dabei. Da ist ordentlich was los unter dem Tannenbaum. Aber es geht ziemlich harmonisch zu. Einzig beim Essen sind wir nicht einer Meinung. Ich bin echt gespannt, wer sich da am Heiligen Abend durchsetzt.

ZDF.online: Ihr Tipp?

Nicole: Das wird schwer vorherzusagen. Ich persönlich bevorzuge Salat in allen Variationen. Dann haben wir Familienmitglieder die essen kein Fleisch, andere keinen Fisch. Wieder andere mögen weder Fisch noch Fleisch. Ein ziemliches kulinarisches Durcheinander.

ZDF.online: Welche Erinnerung haben Sie noch heute an den Abend, als Sie den Eurovision Song Contest gewonnen haben?

Nicole: Natürlich war ich zunächst überwältigt und konnte es kaum fassen. Es gab dann noch Dinge, die mein Leben bis heute prägen. Zum Beispiel war ich die erste deutsche Künstlerin beim Song Contest, die aus Israel zwölf Punkte bekommen hatte. Das war eine Premiere. Ich fühlte mich wirklich tief geehrt. Das kleine deutsche Mädchen hatte die Höchstpunktzahl aus Israel erhalten.

ZDF.online: Seitdem haben Sie eine ganz besondere Beziehung zu dem Land Israel.

Nicole: Ja, das stimmt. Ich wurde kurz nach meinem Sieg nach Israel eingeladen. Da habe ich vor israelischen Soldaten "Ein bisschen Frieden" gesungen. Das war eine schwierige Situation, schließlich gab es eine Reisewarnung für Israel. Es war nicht sicher dort. Keine einfache Situation für mich, und selbstverständlich auch nicht für die Soldaten.  

ZDF.online: In diesem Jahr, 34 Jahre später, waren Sie wieder in Israel. Warum?

Nicole: Es war wie eine kleine Zeitreise. Ich habe im Februar für meinen Song "Heilige Erde" in Jerusalem ein Video gedreht. Das klappte zwar nicht am Ölberg, weil dort Anschlagsgefahr bestand. Deshalb sind wir auf einen anderen Drehort ausgewichen. Ich bin 34 Jahre nach meinem ersten Auftritt in Israel immer noch begeistert von diesem Land.

ZDF.online: Was sind Ihre Pläne für das kommende Jahr?

Nicole: Zunächst, und das ist für mich das Wichtigste, möchte ich gesund bleiben. Im Herbst plane ich eine neue CD. Ich werde mir dafür aber Zeit lassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Zeit ein hohes Gut ist. Es funktioniert besser, wenn man Zeit hat. Das gilt übrigens nicht nur für die Plattenproduktion.

ZDF.online: Wird man Sie 2017 wieder live sehen können?

Nicole: Ja, ich spiele in Clubs, und wenn es geht, auch in Kirchen. Da ist die Akustik einfach wunderbar und Kirchen inspirieren mich. 

ZDF.online: Was machen heute ihre Fans, wenn Sie "Ein bisschen Frieden" anstimmen?

Nicole: Fast alle singen mit, viele stehen auf und manche weinen.

Das Interview führte Torsten Haselbauer

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