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Schlager, gestern und heute

Bernhard Brink über den Wandel

Bernhard Brink wird auch "Schlagertitan" genannt. Kein Wunder, denn schon seit den 70er Jahren ist der Künstler aus Berlin ohne Pause in Sachen Schlager unterwegs. Nach wie vor produziert Brink eigene Stücke, geht auf Tournee und moderiert zwei Schlagersendungen. Mit wem anders, als mit Bernhard Brink ließe sich besser über Schlager reden. ZDF.online hat es getan.

Bernhard Brink
Bernhard Brink Quelle: Ulle Hadding

ZDF.online: Herr Brink, lassen Sie uns über Schlager reden. Schließlich gelten Sie bei diesem Thema als ein großer Experte. Was halten Sie vom deutschen Schlager?

Bernhard Brink: Der Schlager wird ja oft totgesagt. Da bin ich aber ganz anderer Meinung. Der deutsche Schlager ist vielmehr höchst lebendig. Er hat sich nämlich ganz ordentlich gewandelt, was seine Stärke ist. Das musste er aber auch, um zeitgemäß zu bleiben.

ZDF.online: Woher kommt Ihr Optimismus?

Bernhard Brink: Ich kann es mir einfach machen und ein paar Namen aufzählen. Wie zum Beispiel Helene Fischer, Andrea Berg, Maite Kelly oder Roland Kaiser, um nur einige wenige zu nennen. Ihre Erfolge stehen für den Wandel und vor allem für die ungebrochene Attraktivität des Schlagers. Aber es ist noch viel mehr, was den Schlager auszeichnet.

ZDF.online: Dann verraten Sie es uns mal.

Bernhard Brink: Schlager wird wieder gehört, weil er so wandlungsfähig ist. Dadurch hat er in den letzten Jahren deutlich an Wert gewonnen. Das verraten die hohen Umsätze, die im Schlagergeschäft nach wie vor gemacht werden, ebenso, wie die große Beliebtheit beim Publikum. Das gilt quer durch alle Altersschichten. 

ZDF.online: Aber was ist denn genau passiert mit dem Schlager?

Bernhard Brink: Er ist ziemlich modern geworden. Das gilt für alle Ebenen. Der Schlager ist näher an der Lebenswirklichkeit der Menschen dran. Diesen Wandel können Sie zum Beispiel auch deutlich in meinen Produktionen erkennen.

ZDF.online: Heute wird der Schlager anders produziert, oder?

Bernhard Brink: Das stimmt, und das ist das zweite wichtige Element in der modernen Schlagermusik. Die Gewohnheiten der Fans haben sich verändert und der Schlager ist diesen Weg mitgegangen. Es werden wieder tolle, aufwendige Songs produziert und klasse Videos dazu gedreht. Der Sound des Schlagers ist einfach viel origineller geworden. Und auch in den sozialen Medien ist der Schlager mindestens genauso stark vertreten, wie zum Beispiel im Pop.

ZDF.online: Sie haben mit dem Produzenten von "Unheilig", Henning Verlage, ihre letzte CD aufgenommen. Was ist da anders gelaufen?

Bernhard Brink: Um es einfach zu sagen, man hört es. Mein aktuelles Album "Mit dem Herz durch die Wand" hat einen tollen, dynamischen Sound und eingängige Melodien. Da steckt unheimlich viel Energie drin und es ist einfach schön, sich das anzuhören.

ZDF.online: War es früher einfacher im Tonstudio?

Bernhard Brink: Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass wir früher viel mehr Zeit hatten. Man konnte mehr ausprobieren. Es ging damals gemächlicher zu. Heute ist die Arbeit im Tonstudio ziemlich schnell. Das gilt ja für alle Bereiche des Lebens. Aber durch die Rasanz und den enormen Druck in den Abläufen einer Produktion ist der Schlager jedoch überhaupt nicht schlechter geworden. Ganz im Gegenteil, er wird immer besser!

Das Interview führte Torsten Haselbauer

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