"Ein sehr schöner Beruf"

Nik P. über sein Musikerleben

Nik P. ist ein österreichischer Schlagersänger und Komponist. In seiner Heimat zählt er seit mehr als zwanzig Jahren zu den bekanntesten und erfolgreichsten Interpreten. Über Österreich hinaus wurde der 54 Jahre alte Nik P. vor allem bekannt durch den Megahit "Ein Stern, der deinen Namen trägt". Eine Fassung des Songs wurde im Duett mit DJ Ötzi zu einer der erfolgreichsten Singles in Deutschland. Jetzt hat Nik P. eine Fortsetzung geschrieben.

ZDF.online: "Da oben" heißt Ihr neuer Song. Und das Wort Stern kommt auch darin vor. Das war gewollt, oder?
Nik P.: Sicher. Das ist quasi die Fortsetzung des Riesenhits "Ein Stern" von 1998. Ich habe lange überlegt, ob ich das überhaupt machen sollte. Ich war mir nämlich ziemlich unsicher.

ZDF.online: Warum haben Sie den Nachfolgesong dann doch geschrieben?
Nik P.: Die Zeit war einfach reif dafür. Ich bekomme jeden Tag Fanpost zum Stern-Song. Da schildern mir die Leute, wie wichtig das Lied für sie war und es immer noch ist. Und das nach fast zwanzig Jahren, als der Song veröffentlicht wurde. Das muss man sich mal vorstellen. Ich habe mich jetzt einfach getraut, einen Nachfolger zu komponieren.

ZDF.online: Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?
Nik P.: Ja, das bin ich wirklich. Aber ein mulmiges Gefühl hatte ich doch. Ich habe den Song erstmal meiner Frau vorgespielt. Sie ist nämlich meine schärfste Kritikerin. Aber das Ergebnis hat sie überzeugt. Dann habe ich DJ Ötzi um ein Urteil gebeten. Er war auch begeistert.

ZDF.online: Die österreichische Musik ist wieder schwer im Kommen. Woran liegt das?
Nik P.: Der Ballast des sogenannten "Austropop" der siebziger und achtziger Jahre ist endlich weg. Das hat viele neue, junge Musiker gehemmt. Jetzt haben wir in Österreich eine neue, agile und sehr kreative Musikszene. Die ist erfolgreich, in Deutschland wie in Österreich. Ich bewundere den Mut dieser jungen Künstler.

ZDF.online: Sie stehen jetzt auch schon über zwanzig Jahre auf der Bühne. Was hat sich in dieser Zeit geändert?
Nik P.: Ich habe ja erst spät angefangen zu singen. Vorher hatte ich einen normalen Job und habe mir mit der Musik am Wochenende einen besseren Urlaub finanziert. Die Musik war eine Art Zusatzverdienst. Ich glaube, so funktioniert das heute nicht mehr. Jetzt muss das Gesamtpaket stimmen.

ZDF.online: Was heißt das?
Nik P.: Die Ansprüche von allen Seiten sind unglaublich groß geworden. Die Fans verlangen mehr, sie haben höhere Ansprüche. Der Musiker muss nicht nur singen können, sondern auch Charisma haben. Jeder will etwas Einzigartiges sehen und hören. Man hat auch nicht mehr die Zeit, seine Musikerkarriere in aller Ruhe aufzubauen. Heute soll alles ganz schnell gehen. Wenn zwei Songs nicht in die Charts kommen, ist schon Schluss. Wenn es aber klappt und du erfolgreich bist, ist Musiker ein sehr schöner Beruf.

ZDF.online: Sie sind aber auch privilegiert.
Nik P.: Das stimmt. Ich bin mein eigener Chef, schreibe meinen eigenen Songs. Aber ich habe mir das echt hart erarbeitet. Oben zu bleiben, ist richtig anstrengend, gerade in der Musik. Das verstehen viele junge Musiker leider immer noch nicht. Besonders gilt das für die, die ihre Karriere in einer Castingshow begonnen haben.

ZDF.online: Sie wirken immer noch frisch und voller Power.
Nik P.: Zum Glück. Aber es ist schwieriger geworden. Wenn ich lange auf Tour bin, merke ich das. Ich treibe jetzt mehr Sport, fahre Rad und jogge und ernähre mich gesund. Außerdem nehme ich mir Auszeiten und schalte ab.

ZDF.online: Wo können Sie am besten entspannen?
Nik P.: In meinem Garten. Gerade jetzt zum Frühjahr ist es wundervoll dort. Ich bin ein richtiger Gartenfan geworden.

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