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"Wie ein Himmel ohne Sterne"

Marianne Rosenberg über die Corona-Zeit

Marianne Rosenberg ist eine Kultsängerin. Ihre Karriere hat die Berlinerin bereits in den 70er Jahren begonnen und ist gleich voll durchgestartet. "Er gehört zu mir", "Ich bin wie Du" oder "Marleen" gelten als echte Evergreens, die auf keiner Party fehlen dürfen. Marianne Rosenberg probierte auch immer neue Musikgenres aus und tourte in großen Hallen und in kleinen Clubs. Mit ZDF.de sprach Rosenberg über Corona und Kreativität.

Die prominenten Gäste und Musikstars: Marianne Rosenberg
Marianne Rosenberg
Quelle: PR

ZDF.online: Frau Rosenberg, wie haben Sie das Corona-Jahr bisher überstanden?

Marianne Rosenberg:  Es fing eigentlich sehr gut an. Gleich im März 2020 ging mein Album "Im Namen der Liebe" auf Platz 1. Es folgte viel Lob und Anerkennung, dann kam der Lockdown. Der Virus hatte auch mich schnell erwischt und es begann die schreckliche Corona-Zeit. Aber, und das ist wichtig, es ging auch wieder nach oben.

ZDF.online: Was ärgert Sie aktuell am meisten?

Marianne Rosenberg: Für viele Künstler*innen und Kulturinstitutionen ist es eine schwierige, zum Teil sogar wirklich existenzbedrohliche Zeit. Es fehlt einfach das Publikum an allen Ecken und Enden. Das ist durch nichts zu ersetzen. Wir Kreative haben keine richtige Lobby und ich weiß wirklich nicht, wer das überleben soll? Deshalb bin ich echt gespannt, welche Musiker*innen noch am Start sind, wenn wir wieder auf die Bühne dürfen. Es gibt zum Glück allerdings so etwas wie Solidarität. Man hilft sich und vor allem, man vergisst sich nicht.

ZDF.online: Manche Künstler*innen fallen in ein tiefes Corona-Loch und kommen da nicht wieder raus. Andere bekommen einen ordentlichen Kreativitätsschub. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Marianne Rosenberg: Ich habe Glück gehabt und die Zeit, trotz aller Widrigkeiten, relativ gut überstanden. Ich vergleiche das mit einer Tour. Wenn die zu Ende ist, bist du auch völlig down und nichts geht mehr. Dann aber fängt man wieder an, komponiert neue Stücke, schreibt Songtexte, hat neue Ideen und Träume. Ich bin irgendwie auch Stille gewohnt, das bringt oft Kreativität bei mir.  

ZDF.online:  Hatte die Corona-Zeit, wenn überhaupt, auch etwas Positives?

Marianne Rosenberg: Ich weiß nicht. Immerhin hat das Jahr hat gezeigt, wie groß die Sehnsucht ist, Konzerte mal wieder live erleben zu dürfen. Das gilt ebenso für das Theater oder die Museen. Und hoffentlich nicht wenige Menschen werden entdeckt haben, dass es nicht allein der Konsum von schnöden Waren ist, der uns glücklich macht. Wir müssen uns einfach wieder auf die anderen, guten Werte besinnen! 

ZDF.online: Was hilft denn jetzt noch?

Marianne Rosenberg: Alles was hilft, ist leider aktuell nicht möglich. Wir brauchen die Umarmung, das Lachen, die menschliche Wärme, die Berührungen, die Mimik unseres Gegenübers! Ohne das, ist alles nichts! Es ist so, wie ein Himmel ohne Sterne!

ZDF.online:  Was machen Sie zuerst, wenn das Leben wieder normal wird?

Marianne Rosenberg: Ich werde Menschen treffen, mit ihnen ins Restaurant gehen, essen, trinken, reden. Das habe ich wirklich vermisst.

ZDF.online: Und beruflich?

Marianne Rosenberg: Ich produziere aktuell ein neues Album, das im nächsten Jahr erscheinen soll. Dann gehe ich auch endlich auf die "Im Namen der Liebe"-Tour! Die war ja schon für das vergangene Jahr geplant.  

ZDF.online: Am Samstag findet die letzte "Willkommen bei Carmen Nebel"- Show statt. Was werden Sie vermissen?

Marianne Rosenberg: Natürlich an erster Stelle die Moderatorin. Carmen Nebel ist eine unheimlich warmherzige Frau. Es hat mir immer großen Spaß gemacht, ihr Gast zu sein. Ich fand es auch toll, dass die Show oft sehr international besetzt war. Hier konnte man echte Stars treffen. Schade, dass es das nicht mehr gibt.

Das Interview führte Torsten Haselbauer

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