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"Geld nicht mehr viel wert im Fußball"

Sport - "Geld nicht mehr viel wert im Fußball"

Im Gespräch mit Sven Voss fassen die Manager Max Eberl und Jörg Schmadtke das Derby zwischen Mönchengladbach und Köln zusammen und sprechen unter anderem über die "Angst" vor der Premier League.

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25 min
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Die beiden Bundesliga-Manager Max Eberl (Gladbach) und Jörg Schmadtke (Köln) haben im aktuellen sportstudio Einblicke in ihre Arbeit gewährt. Beide kritisieren, dass die englische Premier League "utopische Summen" zahle. "Geld ist nicht mehr viel wert im Fußball", so Schmadtke.

Eberl und Schmadtke - Rheinische Baumeister

von Andreas Morbach

Das Lob zu Wochenbeginn kam etwas plötzlich, aber sehr gezielt. Im Kölner Grüngürtel war Peter Stöger gerade in die sportliche Vorbereitung auf das rheinische Derby gestartet, als er nach dem Training einen wichtigen Hinweis zur aktuellen Lage beim FC platzierte. Speziell danach gefragt hatte ihn keiner, doch diesen Satz musste der Chefcoach offensichtlich unbedingt loswerden: "Das hat er richtig gut gemacht."

Das - den Wintertransfer des Serben Filip Mladenovic. Er - Sportchef Jörg Schmadtke, seit zweieinhalb Jahren Stögers Spannmann am Geißbockheim.

Warme Worte

Durch die Verpflichtung des vielseitigen Mladenovic haben die Kölner einen Flexibilitätsschub im Bereich Defensive und Mittelfeld erfahren, der die kontinuierlichen Fortschritte des Vorjahresaufsteigers weiter manifestieren soll.

"Schön, dass hier Leute am Werk sind, die versuchen, frühzeitig etwas fertig zu machen", ließ Stöger weitere warme Worte an die Adresse von Schmadtke folgen.

Guter Planer

Schalmeienklänge, die sein Gladbacher Kollege Max Eberl schon länger gewohnt ist. Dank gewitzter, weitsichtiger Planung machte der gebürtige Niederbayer die Borussia nach dem Fast-Abstieg 2011 zum Dauergast im oberen Tabellendrittel. In der Vorsaison gelang gar der Direktsprung in die Champions League.

"Vor seiner Arbeit ziehe ich täglich den Hut", sagte Schmadtke vor Saisonbeginn im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" über Eberl. Doch weil der Anfangsschwung unter Favre-Nachfolger André Schubert zunehmend erlahmt, haben die Kölner im Tableau inzwischen Witterung zum Rautenklub aufgenommen: Bei einem Sieg im Borussia-Park wären beide Teams punktgleich.

Vorgezeichneter Weg

Max Eberl ist seit 1999 (erst als Spieler, dann als Nachwuchskoordinator, seit 2008 als Sportdirektor) bei den Gladbachern und damit deren personifizierte Solidität. Sein Abitur machte er mit den Schwerpunkten Sport und Wirtschaft, während der aktiven Zeit bildete sich der Rechtsverteidiger via Fernstudium zum Sportfachwirt weiter. Der Weg in den jetzigen Job war für Eberl im Grunde vorgegeben.

Eher zufällig rutschte dagegen Jörg Schmadtke in den Managerberuf. Der frühere Torhüter studierte eine Zeit lang Maschinenbau, dann BWL und arbeitete vor seiner ersten Anstellung als Sportdirektor bei Alemannia Aachen - um die er sich auf eine Anzeige im "Kicker" bewarb - für ein US-amerikanisches Bauunternehmen.

Acht gemeinsame Monate

1999 zogen die beiden Sportchefs aus dem Rheinland für acht Monate auch mal gemeinsam an einem Strang: Nach Eberls Wechsel von Fürth zur Borussia - und bis zu Schmadtkes Entlassung als Co-Trainer von Rainer Bonhof. Bei aller Konkurrenz kommen sie heute bestens miteinander aus - ihr Verhältnis gehe, bestätigen beide, in Richtung Freundschaft.

Max Eberl (Vertrag bis 2020) ist in Gladbach eine Institution, im letzten Sommer umging er Verhandlungen mit den interessierten Schalkern, indem er Königsblau von vornherein absagte.

Nach Manager-Stationen in Aachen und Hannover scheint auch Jörg Schmadtke sein berufliches Glück gefunden zu haben - in Köln. "Und das", schmunzelt der Mann, der seinen Arbeitskontrakt vor neun Monaten bis 2020 verlängerte, "als gebürtiger Düsseldorfer".

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