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Aubameyang-Wechsel zum FC Arsenal perfekt

Fußball-Bundesliga - Borussia Dortmund

Pierre-Emerick Aubameyang verlässt Borussia Dortmund und wechselt mit sofortiger Wirkung zum FC Arsenal. Den Transfer für offiziell 63,75 Millionen Euro Ablöse gab der BVB nach wochenlangem Poker am Mittwoch bekannt. Als Ersatz wurde nun umgehend Michy Batshuayi vom FC Chelsea bis Saisonende ausgeliehen.

Mario Götze, Pierre-Emerick Aubameyang, Marco Reus (v.l.n.r.)
Mario Götze, Pierre-Emerick Aubameyang, Marco Reus (v.l.n.r.) Quelle: imago/MIS

"Von den unschönen Ereignissen der vergangenen Wochen abgesehen, erinnern wir uns gern daran zurück, dass die Geschichte von Pierre-Emerick Aubameyang beim BVB über mehr als vier Jahre eine einzige Erfolgsstory war. Er hat in dieser Zeit Großartiges für Borussia Dortmund geleistet", erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

Ersatz schon gefunden

Auch Aubameyang schlug via Instagram versöhnliche Töne an: «Sorry für alles, was im letzten Monat geschehen ist. Aber ich wollte schon letzten Sommer wechseln, da klappte es nicht, aber jetzt musste es sein. Vielleicht war es nicht der beste Weg, für den ich mich entschieden habe, aber jeder weiß, dass Auba verrückt ist - und ja, ich bin ein verrückter Junge.»

Als Ersatz kommt der bis zum Saisonende vom FC Chelsea ausgeliehene Belgier Michy Batshuayi. «Michy ist ein junger, sehr interessanter Stürmer, der durch eine hohe Torquote besticht», erklärte Zorc. Der 24 Jahre alte Belgier will sich durch viele Tore für Dortmund für eine WM-Teilnahme im Sommer empfehlen.

Provozierter Abschied

Für die Borussia und den Gabuner endet eine ebenso erfolgreiche wie turbulente Zeit. Aubameyang war stets treffsicher und "immer ein bunter Vogel" wie Zorc sagte - dabei aber trotz seiner Extravaganzen lange professionell und diszipliniert. Das änderte sich spätestens zum Jahreswechsel: Aubameyang, nun ganz offensichtlich äußerst wechselwillig, schaltete auf Provokation. Er quartierte seine Familie im Spanien-Trainingslager im Mannschaftshotel ein, er schwänzte die Abschlussbesprechung vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg (0:0), für das er dann suspendiert wurde. "So kann es nicht weitergehen", schimpfte Zorc, auch die Mitspieler des 28-Jährigen reagierten zunehmend mürrisch. Auch für das Spiel bei Hertha BSC (1:1) wurde er wegen mangelnder Trainingsleistung nicht in den Kader berufen, bei seinem Einsatz am vergangenen Samstag gegen den SC Freiburg (2:2) wirkte er lustlos. Am Montag erschien er als geladener Zeuge beim Prozess um den Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus im April 2017 krankheitsbedingt nicht vor Gericht. Am Dienstag entschwebte Aubameyang bereits mit einem Learjet in Richtung London. Mit einem goldenen Geländewagen war das Enfant terrible mit seinem Tross am Dortmunder Flughafen vorgefahren.

Jetzt ist das Theater um Aubameyang vorbei. Einen unerlaubten Shopping-Trip nach Mailand und einen verbotenen Videodreh auf dem Trainingsgelände hatte der BVB auch schon mit Suspendierungen geahndet, allerdings, erklärte der Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, gab es zuletzt eine "andere Qualität" der Verfehlungen: Das Verhalten Aubameyangs hatte erstmals unmittelbaren Einfluss auf die Mannschaft. Der Verein entschied sich am Ende für (wahrscheinlich) weniger Tore und mehr Ruhe. Was bleibt, sind grandiose Statistik-Werte. In 144 Bundesligaspielen für den BVB hat der pfeilschnelle Stürmer, der 2013 von AS Saint-Etienne gekommen war, 98 Tore erzielt. Hinzu kommen jeweils 15 Treffer in der Champions League und im DFB-Pokal. Aubameyang ist auch durch seine Quote von 0,69 Toren pro Ligaspiel einer der besten Angreifer der Dortmunder Vereins- und der Bundesliga-Geschichte.

Langfristiger Vertrag in London

2016 wurde Afrikas Fußballer des Jahres von 2015 mit dem BVB Pokalsieger. Seine nächste Herausforderung ist England, obwohl sein Traumverein immer Real Madrid geblieben ist. Bei Arsenal wird Aubameyang Mannschaftskollege der deutschen Weltmeister Mesut Özil, Per Mertesacker und Shkodran Mustafi. Bei den Gunners erhält einen langfristigen Vertrag, verkündeten die Londoner. In Dortmund wird man seine Tore und seine vielen quietschbunten Auftritte vermissen - seine Eskapaden und Provokationen weniger.

Der Verein kassiert hingegen nach dem Ousmane-Dembele-Transfer zum FC Barcelona für 105 Millionen Euro Ablöse plus bis zu 42 Millionen Euro Bonuszahlungen erneut eine Riesensumme, die in die Entwicklung der Mannschaft investiert werden kann.

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