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Hinze und Grabosch überraschen mit WM-Gold

Bahnrad-WM in Berlin

Goldener Auftakt für das deutsche Team bei der Heim-WM: Emma Hinze und Pauline Grabosch gewinnen überraschend den Teamsprint und knüpfen an die erfolgreiche Ära von Kristina Vogel und Miriam Welte an.

Pauline Grabosch, Lea Friedrich und Emma Hinze jubeln mit einer Deutschland-Fahne
Emma Hinze (links) und Pauline Grabosch (Mitte) haben Gold bei der Bahnrad-WM gewonnen. Auch Lea Friedrich, die in der Qualifikation zum Einsatz kam, darf sich freuen.
Quelle: Reuters

Das junge deutsche Duo Emma Hinze und Pauline Grabosch hat bei der Bahnrad-WM in Berlin völlig überraschend an die großen Erfolge ihrer Vorgängerinnen Kristina Vogel und Miriam Welte angeknüpft und dem deutschen Team zum Auftakt die Goldmedaille im Teamsprint beschert.

Im spannenden Finale wurden Hinze und Grabosch in 32,163 Sekunden gestoppt. Damit setzte sich das Duo gegen Australien (32,384) durch und sorgte für den ersten deutschen WM-Titel im Teamsprint seit 2018. Bronze ging an China vor Russland, das eigentlich als Goldfavorit galt.

Vogel und Welte gratulieren

"Es fühlt sich an wie ein Traum. Ich dachte, ich spinne. Dass wir so schnell gefahren sind, ist unfassbar", sagte Hinze, und Grabosch fügte hinzu: "Dieser Tag wird uns ein Leben lang verfolgen. Wir haben hart gearbeitet, aber dass so eine Zeit herauskommt, hätten wir nicht gedacht. Wir gehen mit einem Weltmeister-Trikot in die Heim-WM. Das beflügelt uns für die nächsten Tage."

Zu den ersten Gratulanten gehörten die langjährigen Teamsprint-Dominatorinnen Kristina Vogel und Miriam Welte . "Es macht Spaß das zu sehen. Die gehen ihren eigen Weg, manchmal wächst man mit seinen Aufgaben", sagte Vogel. "Vielleicht war es auch das Richtige für sie, dass die zwei Alten weg sind und Platz für Neue machen. Jetzt sind sie dran. Sie machen es toll", ergänzte die mehrfache Weltmeisterin Vogel.

Deutscher Vierer abgeschlagen

Nach dem tragischen Unfall von Superstar Vogel im Juni 2018 und dem Rücktritt ihrer langjährigen Partnerin Welte schien die erfolgreiche Ära der deutschen Sprinterinnen abrupt beendet. Doch Hinze (22 Jahre), Grabosch (22) und Lea Sophie Friedrich (20), die in der Qualifikation zum Einsatz kam und damit auch auf dem Podest stand, haben die Lücke bereits schließen können.

Der deutsche Vierer durfte dagegen nur in der Qualifikation jubeln, als in 3:50,304 Minuten der nationale Rekord unterboten wurde. Doch als es gegen Großbritannien um die Finalläufe ging, brachen Felix Groß, Leon Rohde, Domenic Weinstein und Theo Reinhardt nach gut drei Kilometern auseinander und kamen nur noch auf 3:53,577 Minuten. Das reichte am Ende lediglich zum siebten Platz.

Damit wartet Deutschland seit nunmehr 18 Jahren auf eine Medaille in der einstigen Paradedisziplin, die für fünf Olympiasiege und 16 Weltmeistertitel gesorgt hatte.

Teamsprinter lösen Olympia-Ticket

Topfavorit auf den Titel sind die Dänen, die gleich zweimal den Weltrekord auf nun 3:46,203 Minuten verbesserten und am Donnerstag im Finale auf Neuseeland treffen. Australien und Italien kämpfen um Bronze.

Auch für die deutschen Teamsprinter sind die großen Zeiten vorerst vorbei. Eric Engler, Stefan Bötticher und Maximilian Levy mussten sich in 43,144 Sekunden mit Platz sechs begnügen, sicherte aber das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio. Dazu ist Deutschland auch noch den mehr als sechs Jahre währenden Weltrekord los, nachdem die Niederlande mit einer Fabelzeit von 41,225 Sekunden den Titel holte. «Minimalziel war die Olympia-Quali abzusichern. Das haben wir gelöst. Unser Problem ist die Position des Anfahrers», sagte Bundestrainer Detlef Uibel. Ein weiteres Gold ging im Scratch-Rennen der Frauen an die Niederlande, wo Kirsten Wild ihren insgesamt siebten WM-Titel gewann.

Quelle: dpa

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