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Sogar Obama schwärmt von Stephen Curry

Sport - Sogar Obama schwärmt von Stephen Curry

Er revolutioniert derzeit die Basketball-Profiliga NBA: Superstar Stephen Curry von den Golden State Warriors ist in unserer Story von Daniel Pinschower Thema in der SPORTreportage (So., ab 17:10 Uhr)

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.05.2017, 15:58

Klein aber oho. Dies trifft in Nordamerikas Basketball-Liga NBA auf niemanden besser zu als auf Stephen Curry. Der Spielmacher vom Meister Golden State Warriors sorgt mit seiner Art zu spielen gerade für eine Revolution in seiner Sportart.

In der Liga der langen Kerle ist einer der körperlich Kleinsten derzeit der Größte. Wardell Stephen Curry II, den alle nur “Steph” nennen, fehlen mit seinen 1,91 Meter zwar 13 Zentimeter zur Durchschnittsgröße eines NBA-Basketballers – dennoch überragt der Spielmacher von Meister Golden State Warriors alle.

Mehr Einfluss als Jordan und Johnson

US-Präsident Barack Obama beim Dinner der White-House-Presse
Barack Obama Quelle: dpa

Die Liga hatte in ihrer fast 70-jährigen Geschichte viele Stars, die bis heute Legenden sind. Michael Jordan war bekannt für seine krachenden Dunks, bei denen er mitunter noch lässig die Zunge raushängen ließ. Earvin “Magic” Johnson wurde dafür bewundert, dass er nach links guckte, den Ball aber trotzdem ganz genau zum freien Mitspieler auf der rechten Seite passen konnte und die Teamkollegen sogar hinter dem Rücken anspielte. Doch weder Jordan noch Johnson haben selbst in ihren Hochzeiten den Basketball so revolutioniert, wie es Curry gerade macht.

“Stephen Curry ist der beste Werfer, den ich jemals gesehen habe. Aus dem Dribbling heraus, kreiert er blitzschnell seinen eigenen Wurf, von überall”, schwärmt sogar der für seine Basketball-Affinität bekannte US-Präsident Barack Obama. “Der Golden Boy der NBA definiert seinen Sport neu”, hieß es bei CNN, als Curry in dieser Woche, wie schon im Vorjahr, zum wertvollsten Spieler (MVP) der Liga gewählt wurde. Dabei war ihm sogar Historisches gelungen – als ersten NBA-Profi hatten alle stimmberechtigten Journalisten ihn auf Platz eins.

Denkwürdige Dreier-Quote

Er habe immer das Ziel gehabt, bis an die Grenzen zu gehen, alles rauszuholen, besser zu werden, sagte Curry in Anschluss an seine Ehrung. Aber um eine Saison wie diese zu spielen, müsse eben auch vieles richtig laufen. Bei ihm lief so ziemlich alles richtig. Dass Golden State im Vorjahr erstmals seit 1975 Meister wurde und die kalifornischen Krieger in dieser Saison den Vorrundenrekord der von Michael Jordan angeführten Chicago Bulls aus der Spielzeit 1995/96 um einen Sieg auf 73:9 verbesserten, lag vor allem am Kunstschützen mit der Rückennummer 30. Der 28-Jährige traf 402 Dreier. Somit verbesserte er seine eigene Liga-Bestmarke von 286 aus der Vorsaison um 40,6 Prozent.

Von Ende Oktober bis Mitte April erzielte Curry mehr Dreier als “Magic” Johnson in seiner 13-jährigen NBA-Karriere (325). Er sei schon immer der Meinung gewesen, Dreier seien besser als Zweier, meinte Curry lapidar. Seinetwegen machen gegnerische Trainer Überstunden, um ein Defensiv-Schema zu finden, dass Currys Kreise einigermaßen einschränkt. Sie verzichten dafür immer mehr auf einen klassischen, eher unbeweglichen Center unter dem Korb und schicken stattdessen einen agileren Akteur zur Dreier-Linie. Doch Curry, sagt Dirk Nowitzki, “ist bereits eine Gefahr wenn er die Mittellinie überschreitet.”

Treffer aus fast 15 Metern Entfernung

Den Beweis dafür erbrachte der Warriors-Spielmacher am 25. Februar beim 130:114-Sieg gegen die Orlando Magic. Im dritten Viertel war nur noch eine Sekunde zu spielen, Curry hatte jedoch noch die gesamte gegnerische Hälfte vor sich. Andere Profis hätten gestoppt und die Zeit verstreichen lassen. Curry jedoch visierte den Korb an, sprang an der Mittellinie ab, warf und traf - aus fast 15 Metern Entfernung. Alle in der Halle staunten, Curry konnte nur lachen und meinte beinahe entschuldigend, dass “das Ding natürlich so nicht gedacht” gewesen sei.

Er beendete die Partie mit zehn erfolgreichen Dreiern – und setzte zwei Tage später noch einen drauf. Bei den Oklahoma City Thunder traf Curry 0,6 Sekunden vor Spielende aus fast elf Metern zum 121:118-Sieg nach Verlängerung. “@StephenCurry30 muss endlich damit aufhören. Er ist lächerlich, man. In der Geschichte des Basketballs habe ich noch nie jemanden wie ihn gesehen”, twitterte LeBron James umgehend. “@StephenCurry30 hat eine Chance, der beste Basketballer zu werden, den wir je gesehen haben, wenn er auf diesem Niveau die nächsten 4 bis 5 Jahre spielt”, ergänzte “Magic” Johnson.

Nowitzki begeistert, Mitspieler unbeeindruckt

Dirk Nowitzki
Dirk Nowitzki Quelle: imago

Nowitzki griff ebenso zu seinem iPhone und schrieb: “Zwei Spiele nacheinandermit zehn Dreiern??!?????! Video-Spiel.” Auch Fans und Fachpresse waren fasziniert. Mitspieler Klay Thompson indes blieb beeindruckend unbeeindruckt. “Jeder in unserem Team sieht, wie er im täglichen Training die Würfe aus der Entfernung trifft. Er lässt alles so mühelos aussehen.” Und er ist trotz seiner grandiosen Auftritte bescheiden geblieben. Im Mittelpunkt stehen, das mag Curry nur auf dem Basketball-Feld. Ansonsten lässt er anderen gerne den Vortritt. Reden vor großem Publikum sind nicht seine Stärke. Er spricht nicht gerne über sich, sondern viel lieber über seine Mitspieler oder halt den Basketball. Er sei einfach dankbar, so Curry, die Gelegenheit zu haben, jenes Spiel zu spielen, das er liebe.

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