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Atmosphärische Störungen

Basketball-WM | Kommentar

Chance verpasst! Darüber kann auch nicht der versöhnliche Abschluss mit drei Siegen und der weiterhin gegebenen Chance auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 hinwegtäuschen.

Dennis Schröder
Chance verpasst, aber auch Chance erhalten: Dennis Schröder
Quelle: Swen Pförtner / dpa

Die deutschen Basketballer waren mit einer sehr starken Mannschaft angereist, es sei "sogar die stärkste aller Zeiten", sagte Dirk Nowitzki. DBB-Präsident Ingo Weiss hatte vorher schon von einer Medaille geträumt. Nicht zu Unrecht, meinten auch etliche Experten. Unerklärlich deshalb, wie das DBB-Team im entscheidenden Spiel gegen die Dominikanische Republik auftrat. Es mangelte an allem, nicht nur sportlich. Die Einstellung war einer WM nicht würdig, bei den hilflosen Erklärungsversuchen nachher waren atmosphärische Störungen offensichtlich. Dass der Gegner unterschätzt wurde, war genauso offensichtlich. Erst als sich das Team danach zusammensetzte und auf das Ziel "Olympia 2020" einschwor, lief es besser. Aber da war es schon zu spät.

Beste Voraussetzungen

Basketball ist bei den meisten Sportinteressierten in Deutschland auf der Beliebtheitsskala nicht sehr weit vorn. Dieses Turnier, diese Mannschaft hätten das auch nicht grundlegend verändert. Aber es hätte der Sportart, in der "Nach-Nowitzki-Ära" einen Schub geben können. Akzeptanz einer anderen Sportart als Fußball funktioniert nur über Erfolge der Nationalmannschaft.

Die deutschen Handballer haben es vorgemacht, das Eishockey-Nationalteam mit Olympia-Silber 2018 ebenfalls. Das deutsche Sportpublikum war begeistert von den Auftritten. Ob diese Begeisterung nachhaltig ist, steht auf einem anderen Blatt, aber sie war zumindest kurzfristig da. Diese WM wird keine Begeisterung für Basketball in Deutschland entfachen. Das ist umso ärgerlicher, weil die Voraussetzungen selten so gut waren wie dieses Mal. Das müssen sich die jungen, dennoch gestandenen Spieler und das Trainergespann um Bundestrainer Henrik Rödl ankreiden lassen.

Ein Rückschritt

Es sind die richtigen Spieler, es ist der richtige Trainer - aber sie haben in der entscheidenden Phase nicht geliefert. Das ist nicht gelungen und deshalb ist diese WM ein Rückschritt für die Nationalmannschaft und den deutschen Basketball. Die kleine Möglichkeit auf die Olympiateilnahme kommendes Jahr bleibt. Aber dazu muss nicht nur das Sportliche stimmen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich dieselben Spieler auch dann wieder zum Nationalteam bekennen und antreten. Denn sie haben einiges gutzumachen. Dann würde sogar aus der verkorksten WM 2019 etwas Positives entstehen. Bis dahin aber bleibt eine riesige Enttäuschung über die verpasste Chance.

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