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Bayern mit Meisterparty light zur Triplejagd

Fußball - Bundesliga

Vollgas gaben die Bayern bei ihrer Meisterparty nach dem Sieg in Augsburg noch nicht. Denn: Champions League und DFB-Pokal locken ja noch wie im Triplejahr 2013.

Bayern Münchens Juan Bernat und seine Teamkollegen feiern die vorzeitige Meisterschaft
Die Bayern feierten den sechten Meistertitel in Folge mit einer Polonaise mit Pappschale. Quelle: reuters

Polonaise mit Pappschale, Schampus in der Kabine und ein feines Meisteressen im Mannschaftskreis: Stimmungsvoll feierte der FC Bayern mit einer Party light den nächsten Titelgewinn, Trainer Jupp Heynckes kämpfte nach seiner wohl letzten Meisterschaft mit den Tränen.

Titelkarussell dreht sich weiter

"Es ist etwas ganz Großartiges. Als Spieler war es für mich das Highlight meiner Karriere", schwärmte der gerührte Tripletrainer, der sich liebend gerne mit einem Triumph wie 2013 vom FC Bayern verabschieden würde. "Das Karussell dreht sich ja noch weiter, wir wollen ja, wenn es geht, noch etwas mitnehmen dieses Jahr", betonte denn auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit Blick auf Champions League und DFB-Pokal.

"Meine erste Meisterschaft war schon emotionaler, aber dieses ganze Emotionale heben wir uns ja vielleicht dieses Jahr noch auf", sagte Kapitän Thomas Müller nach dem 4:1 beim FC Augsburg: "Der Hunger ist sehr groß."

Fokus auf Königsklasse und Pokal

Fein gestylt mit Krawatten und Fliegen ließen die Bayern-Stars den sechsten Bundesliga-Titel am Stück, den 28. insgesamt, in einem Nobelrestaurant ausklingen. Der Fokus wurde schnell auf das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Sevilla (Mittwoch/live im ZDF) gelenkt.

"Wir haben gerade in der Kabine mit Bier angestoßen und jetzt konzentriert sich die Mannschaft schon wieder auf den Mittwoch. Wir wollen unbedingt ins Halbfinale", sagte Rummenigge. Das Hinspiel gewannen die Münchner mit 2:1. Das Finale am 26. Mai in Kiew lockt - und das Endspiel im DFB-Pokal am 19. Mai in Berlin ist ein weiteres Ziel.

Ribéry und Robben weiter dabei?

Bayerns Trainer Jupp Heynckes und Franck Ribery feiern die vorzeitige Meisterschaft
Heynckes geleitet in Augsburg Rekordmann Ribéry in die Fankurve. Quelle: ap

Der mit "Jupp, Jupp, Jupp"-Sprechchören gefeierte Heynckes war besonders bewegt, als er die langjährigen Titelheroen Franck Ribéry und Arjen Robben zu den feiernden Fans geleitete. "Das war auch eine besondere Anerkennung meinerseits. Das sind zwei Spieler, die neun, zehn Jahre im Klub sind. Wo gibt es das heute noch?", lobte der 72-Jährige.

Und FCB-Boss Rummenigge machte Ribéry an dessen 35. Geburtstag und dem ein Jahr jüngeren Robben Hoffnung, dass die am Saisonende auslaufenden Verträge verlängert werden. "Nicht viel" spreche dagegen, sagte der Vorstandschef. Im April will Rummenigge auch den neuen Trainer verkünden, der im Sommer ein großes Heynckes-Erbe antritt.

Der Franzose und der Niederländer hätten gerne bald Klarheit. "Es ist nicht immer einfach, weil man auch planen muss", sagte Robben.

Ribéry im Kreis der Rekordtitelträger

Ribéry zog mit seinem achten Meistertitel mit Oliver Kahn, Mehmet Scholl, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger gleich. "Robbéry" und sieben Teamkollegen waren bei allen sechs jüngsten Meisterschaften in Folge dabei. "Das ist etwas Außergewöhnliches", sagte Rummenigge und wies auf den Willen der nimmersatten Meistermänner hin.

Seit dem Heynckes-Titel von 2013 über die drei Titel unter Pep Guardiola bis zum Sieg von Carlo Ancelotti hatten die Bayern immer einen zweistelligen Vorsprung auf den ersten Verfolger. In dieser Saison jagen sie sogar den Rekordwert von 25 Punkten aus der Spielzeit 2012/13. "Die Dominanz der Bayern ist beeindruckend", sagte FCA-Manager Stefan Reuter nach dem 1:4 seiner Mannschaft gegen die Münchner.

Heynckes dankt Ancelotti

Im Moment des Triumphes sandte Heynckes eine Gratulation an Vorgänger Ancelotti, von dem er das Amt im Herbst mit fünf Punkten Rückstand auf Dortmund übernommen hatte. "Ich möchte noch einen Gruß nach Italien schicken zu Carlo Ancelotti, der aus meiner Sicht auch Anteil an der Meisterschaft hat. Er ist für mich ein Gentleman, ein absoluter europäischer Toptrainer und hat meinen allergrößten Respekt für das, was er in seiner Laufbahn erreicht hat als Spieler und als Trainer", so Heynckes.

Ancelotti seinerseits gratulierte ebenfalls: "Meine herzlichen Glückwünsche an die Bayern, seine Spieler, an den Klub, seine Fans und an meinen Freund Jupp Heynckes."

Triple-Sehnsucht ist groß

Wie 2013 auf dem Weg zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte mochte der älteste Meistercoach der Liga-Historie auch dieses Mal keine große Feier. "Der Spirit, den wir haben und den Jupp Heynckes jeden Tag vorlebt, ist Wahnsinn. Ich hoffe, dass wir noch viele Titel dieses Jahr holen", sagte Nationalstürmer Sandro Wagner. Die Triple-Sehnsucht ist groß. "Dieser Wille trägt uns schon die ganze Saison. Wir hoffen natürlich, dass er uns noch ein bisschen weiter trägt", formulierte es Müller.

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