Sie sind hier:

Wie Robben dem FC Bayern hilft - und sich selbst

Sport - Wie Robben dem FC Bayern hilft - und sich selbst

Drei Spiele ohne Sieg, dennoch will beim deutschen Rekordmeister niemand etwas von Krise wissen. Für das Champions-League-Spiel gegen Eindhoven kündigt Trainer Ancelotti Veränderungen an.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.10.2017, 21:03

Für das kriselnde Gefüge des FC Bayern könnte der Solist Arjen Robben im Champions-League-Spiel am Mittwoch gegen seinen Ex-Verein PSV Eindhoven Gold wert sein (20:45 Uhr live im ZDF). Umgekehrt kann der 32-Jährige Mannschaftserfolge gut gebrauchen, um seine Chance auf eine Vertragsverlängerung zu erhöhen.

Es war ein besonderer Nachdruck, mit dem Arjen Robben seine Sätze nach der jüngsten Enttäuschug für den FC Bayern formulierte. Eine Enttäuschung, die durchaus noch ein bisschen heftiger hätte ausfallen können, wäre dem Niederländer nicht das Tor zur 1:0-Führung gelungen. Nach dem am Ende beinahe glücklichen 2:2 in Frankfurt gegen die verbliebenen zehn Eintracht-Profis sagte Robben nun: "So können wir nicht weiterspielen. Wenn wir so spielen wie gegen Frankfurt, dann wird es gegen jeden Gegner schwer. Darüber müssen wir uns klar werden.“

Weckruf an die Mannschaft

Es war ein deutlicher Weckruf vor dem dritten Gruppenspiel der Champions League gegen den niederländischen Meister PSV Eindhoven. Weitere Punkte sollte die kriselnde Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti nach drei Pflichtspielen ohne Sieg wohl besser nicht abgeben, wenn sie sich nach der 0:1-Niederlage bei Atlético Madrid noch eine Chance auf den ersten Gruppenplatz erhalten will.

In diesem Sinne waren wohl auch Robbens Warnungen zu verstehen vor dem Vergleich mit seinem früheren Arbeitgeber, bei dem er zwischen 2002 und 2004 seine Karriere nachhaltig angeschoben hatte. Niederländischer Meister wurde er dort 2003 ebenso wie Supercupsieger und Träger des "Johan Cruijff Prijs“ als Talent des Jahres. Nebenbei firmierte er damals mit Sturmpartner Mateja Kežman als Heldengespann "Batman und Robben“. Was auch deshalb möglich wurde, weil Ajax Amsterdam zuvor seinen Namen auf einem Vertragsentwurf falsch geschrieben hatte und sein Vater und Berater Hans eine Zusammenarbeit danach für keine gute Idee mehr hielt.

Ansteigende Form

"Ganz schnell eine andere Gangart“ fordert nun der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge von der Mannschaft. Robbens ansteigende Form nach seiner zuletzt wieder einmal langen Verletzungspause und seine Tempodribblings könnten dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Auf seine Solistendienste hoffen sie in München gerade besonders, weil das Gesamtgefüge derzeit selten überzeugen kann und das übrige Flügelpersonal mit Verletzungen oder sich selbst kämpft.

Der sportlich zuletzt gut aufgelegte Franck Ribéry fällt mit Adduktorenbeschwerden vorerst aus. Thomas Müller sucht außerhalb der Nationalmannschaft weiter sein Abschlussglück. Kingsley Coman kommt derzeit auch nicht an seine Form aus der Vorsaison heran. Und Douglas Costa ist gerade erst von einer Muskelblessur genesen. Umso wichtiger wären nun jene Auftritte, mit denen Robben Spiele zuweilen zu Sondervorstellungen eigener Prägung verwandeln kann. Wie schon so oft seit 2009. Seither hat der Flügelkünstler in 223 Einsätzen 117 Tore in die Bayern-Bilanzen eingespeist.

Gegenseitige Abhängigkeit

Der Nachdruck, mit dem Robben seine Warnungen formuliert hat, hängt aber wohl auch mit seiner noch offenen Zukunft zusammen. Im Sommer läuft sein Vertrag aus, und dass er danach gerne beim FC Bayern bleiben würde, hatte sein Vater Hans zuletzt schon hinterlegt. Die Münchner warten mit einer Entscheidung dennoch ab. Sie wissen ja, dass Robbens Muskelfasern weitaus häufiger Phasen des Kriselns erleben als der FC Bayern.

Es ist derzeit eine gegenseitige Abhängigkeit, in der sich Robben und die Münchner befinden. Der 32-Jährige könnte jetzt Gold wert sein, weil er zur Not auch mal ein Spiel allein entscheiden kann. Um seine Chance auf eine weitere Zusammenarbeit zu erhöhen, kann er neben Empfehlungen in eigener Sache aber auch Mannschaftserfolge gut gebrauchen. Bleiben diese aus, könnte sich der bevorstehende Kaderumbruch beschleunigen.

Solistendienste gerne gesehen

So war wohl auch Rummenigge zu verstehen, als er zuletzt zu Robbens Zukunft sagte: "Ich wünsche ihm, dass er eine Saison erlebt, mit der er zufrieden ist, mit der der FC Bayern zufrieden ist und in der er hoffentlich wenige Verletzungen hat. Dann spricht nichts dagegen, dass man die Dinge über 2017 hinaus verlängert.“ Solistendienste von Robben gegen seinen früheren Verein aus Eindhoven könnten dazu einen Beitrag leisten.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet