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Operation Umbruch

Transferoffensive bei Bayern München

Nach der Verpflichtung von Frankreichs Weltmeister-Verteidiger Lucas Hernández für die Rekordablöse von 80 Millionen Euro stehen beim FC Bayern weitere Toptransfers bevor. Allerdings stoßen die Münchner mit ihren Plänen auf teils erhebliche Widerstände.

Lucas Hernández
Lucas Hernández ist der teuerste Einkauf der Bundesligageschichte
Quelle: Reuters

Zuletzt ließ Uli Hoeneß kaum eine Gelegenheit aus, Großes anzukündigen. Zunächst sprach der Präsident des FC Bayern davon, dass der Verein schon weiter sei als öffentlich bekannt bei den Transferplänen für den großen Umbruch, der in diesem Sommer abgeschlossen werden soll. Kurz darauf sagte er, der Prozess der Kaderverjüngung sei "das größte Investitionsprogramm, das der FC Bayern je hatte". Es waren Sätze, die für die Konkurrenz wie Drohungen klingen mussten.

Neuzugang Hernández muss gleich unters Messer

Seit Mittwoch kann hinter den nächsten Namen ein Haken gesetzt werden. Als Überraschung ging die verkündete Verpflichtung des französischen Weltmeisters Lucas Hernández zwar nicht mehr durch, wohl aber deren Umstände. Dass der Links- und Innenverteidiger für die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 80 Millionen Euro von Atlétcio Madrid zu den Münchnern im Sommer überlaufen soll, war bereits seit Monaten im Gespräch gewesen. Erstaunlich geriet nun allerdings, dass der 23-Jährige wegen eines beim Medizincheck festgestellten Schadens am Innenband des rechten Knies noch am Mittwoch operiert wurde, wie der deutsche Meister neben dem Fünfjahresvertrag bis 2024 für Hernández bekanntgab. "Lucas Hernández wird nach meiner Erfahrung dem FC Bayern aber zum Bundesligastart 2019/20 zur Verfügung stehen", wurde Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in der Mitteilung zitiert.

Hernández personifiziert damit im Wortsinne den nächsten Schritt der Operation Umbruch, als mit Abstand teuerster Einkauf der Bundesligageschichte. Es ist aber nicht auszuschließen, dass Hernández seinen schmückenden Titel nicht lange tragen wird. Mit seinem Transfer sendete der FC Bayern zugleich ein Signal, das auch die weiteren kostspieligen Kandidaten auf der Einkaufsliste als bestärkend empfinden könnten, sich den Münchnern anzuschließen.

Liste möglicher Zugänge ist lang

Bereits zuvor waren die Transfers des französischen Weltmeisters sowie Rechts- und Innenverteidigers Benjamin Pavard, 23, vom VfB Stuttgart für 35 Millionen Euro und des Offensivtalents Jann-Fiete Arp, 19, für rund drei Millionen Euro vom Zweitligisten Hamburger SV vereinbart worden. Über viele weitere Kandidaten wird seit Wochen spekuliert. Von Leipzigs Stürmer Timo Werner, 23, über die Flügelspieler Nicolas Pépé, 23, vom OSC Lille und Callum Hudson-Odoi, 18, vom FC Chelsea bis hin zu Leverkusens Mittelfeldspieler Kai Havertz, 19.

Die teuersten Transfers der Bundesliga-Geschichte

Allerdings müssen die Münchner dabei teils erhebliche Widerstände der aktuellen Arbeitgeber überwinden. So soll Chelsea Hudson-Odoi laut "Times" schon mitgeteilt haben, ihn im Sommer keinesfalls abzugeben. Das ergäbe auch deshalb Sinn, weil Chelsea wegen einer Transfersperre dann keine Zukäufe tätigen darf. Andererseits heißt es, der Verein sei ab 50 Millionen Euro Ablöse gesprächsbereit. Im Winter hatten die Londoner die Bayern bereits abblitzen lassen, trotz angeblich gebotener rund 40 Millionen Euro Ablöse.

Mehr als 200 Millionen Euro sollen investiert werden

Noch teurer wäre der Hochbegabte Havertz, für den angeblich 100 Millionen Euro aufgerufen werden. Kommt der deutsche Jung-Nationalspieler nicht, dürften die Münchner erst recht die Option für 42 Millionen Euro Ablöse bei Leihspieler James Rodríguez ziehen und ihn fest von Real Madrid verpflichten. In jedem Fall dürfte sich das Gesamtvolumen der Transferausgaben zwischen 200 und 300 Millionen Euro bewegen.  

Für die Bayern stehen aber auch Einnahmen in Aussicht, wenngleich deutlich geringere. Mit Hernández, für Sportdirektor Hasan Salihamidzic "einer der besten Defensivspieler der Welt", planen sie in München offenbar vor allem als Innenverteidiger. Anders als für Niklas Süle, 23, dürfte deshalb zumindest für einen der beiden weiteren Münchner Innenverteidiger, Jérôme Boateng und Mats Hummels, beide 30, im Sommer der Abschied anstehen. Ebenso wie für Arjen Robben, 35, Rafinha, 33, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch für Franck Ribéry, der am 7. April 36 Jahre alt wird. Einnahmen für das größte Investitionsprogramm in der Geschichte des FC Bayern bringen die drei letztgenannten Oldies aber nicht mehr. Ihre Verträge laufen aus.

Die teuersten Transfers im Fußball

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