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Abstimmen: Wer wird Behindertensportler des Jahres?

DBS-Sportlerwahl

Das deutsche Paralympics-Team bei der Eröffnungsfeier in Rio.

Sport - Abstimmen: Wer wird Behindertensportler des Jahres?

Drei Frauen, drei Männer und drei Teams mit besonderen Erfolgen im paralympischen Jahr stehen vom 7. bis 20. November via Online-Voting zur Wahl. Hier geht's zur Abstimmung

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Markus Rehm war bei den Paralympischen Spielen in Rio in diesem Jahr nicht nur Teilnehmer, sondern auch Zuschauer. Und er hat sich begeistern lassen. Etwa von einem Tischtennisspieler, der seinen Schläger auf Grund seiner Behinderung mit dem Mund festhalten muss. „Das fand ich Wahnsinn“, sagt Rehm. „Der schneidet die Bälle auch noch an, der würde mich wahrscheinlich von der Platte fegen. Da bekomme ich Gänsehaut, das hat mich so umgehauen. Deshalb glaube ich, dass unser Sport vielen Menschen etwas geben kann. Unser Sport ist schön.“

DBS-Sportlerwahl: Die Kandidaten im Porträt

Rehm ist der Vorzeigeathlet des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), der Mann, der die größte öffentliche Aufmerksamkeit bekommt, weil er mit seiner Prothese genauso weit, oft sogar weiter springen kann als die Weitsprung-Weltklasse ohne Behinderung. Aber Rehm ist nur einer von vielen Athleten im DBS, die mit ihren Leistungen bei den Paralympics in Rio 57 Medaillen, darunter 18 goldene, und Platz sechs im Medaillenspiegel erobert haben. „Damit sind wir sehr zufrieden“, sagt DBS-Sportdirektor Frank-Thomas Hartleb, „wir wollten den 8. Platz von London vor vier Jahren verbessern, das haben wir geschafft.“ Australien (22 Goldmedaillen) hätte man vielleicht noch schlagen können, „aber an die Top Vier kommen wir nicht heran, das war auch nicht unser Ziel“. Die Top Vier, das sind China (107 Goldmedaillen), Großbritannien (64), die Ukraine (41) und die USA (40).

Auf der Suche nach den Besten

Vom 7. bis 20. November geht es nun wieder zwei Wochen lang darum, die deutschen Behindertensportler des Jahres zu finden. Der DBS führt die Wahl seit 2004 jährlich durch, gekürt werden drei Athleten in den Kategorien beste Athletin, bester Athlet, bestes Team. Nominiert waren zunächst alle Sportler, die zwischen Mitte Oktober 2015 und Mitte Oktober 2016 eine Goldmedaille bei den Paralympics oder bei Weltmeisterschaften gewonnen haben. Dabei wurde auch die Leichtathletik-WM 2015 berücksichtigt, da die dort errungene Erfolge im vergangenen Jahr wegen des späten Termins der WM keine Rolle gespielt hatten.

Ein vom DBS bestimmtes Gremium (Vertreter der Landesverbände, Bundes- und Cheftrainer, DBS-Kuratorium sowie Medienvertreter) wählte aus elf Athleten, neun Athletinnen und vier Teams (bei ihnen wurden alle Medaillen berücksichtigt) seine Favoriten. Die Top Drei in jeder Kategorie stehen nun öffentlich zur Wahl. Die Sieger werden am 26. November bei einer Feier im Sport- und Olympia-Museum in Köln gekürt.

„Die Paralympics waren das absolute Highlight in diesem Jahr, da gehen alle anderen Sportarten bei der Wahl natürlich ein bisschen unter“, sagt Sportdirektor Hartleb. Die Wintersportler kommen in diesem Jahr gar nicht zum Zug, ihnen fehlte ein internationales Highlight. Für eine WM hatte sich kein Ausrichter gefunden. Das sei bedauerlich gewesen, aber kein allgemeiner Trend.

Dafür verliefen die Paralympics in Rio seiner Ansicht nach besser, als man befürchtet hatte. Die Unterkünfte, das Essen, der Transport – alles sei völlig in Ordnung gewesen. „Da lohnt es sich, wenn Olympia vorher stattgefunden hat“, sagt Hartleb. Obwohl Vordenker Markus Rehm und wahrscheinlich auch viele andere natürlich weiterhin von mehr Gemeinsamkeit träumen. Etwa wie zuletzt bei einer von der Deutschen Sporthilfe organisierten gemeinsamen Medaillenparty. „Wie geil ist das hier?“, habe er da gedacht, erzählt Rehm. „Da haben olympische und paralympische Athleten zusammen getanzt, angestoßen, gelacht, gefeiert. Das war ein ganz ungezwungenes Zusammensein. Genau da wollen wir hin. Wir wollen gemeinsam das machen, was uns Spaß macht. Da ist es wurscht, ob ich im Rollstuhl sitze oder eine Prothese trage.“

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