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Die Macht des Geldes hat gesiegt

Kommentar zum Aus der Bundesligisten in der Champions League

Vor nicht einmal drei Jahren hat Frankfurt erst in der Relegation den Bundesliga-Verbleib geschafft. Jetzt ist die Eintracht die einzige Mannschaft, die den deutschen Fußball weiter international vertritt. In der Champions League ist kein Bundesliga-Klub im Viertelfinale dabei. Das gab‘s zuletzt vor 13 Jahren.

Béla Réthy
ZDF-Fußball-Reporter Béla Réthy
Quelle: ZDF

2006 zogen Bayern und Bremen im Achtelfinale gegen italienische Mannschaften den Kürzeren. Damals Italien, heute England. Die verheerende Bilanz von Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 gegen Teams aus der Premier League: ein Unentschieden, fünf Niederlagen, 3:17 Tore. Von diesen drei Toren fielen zwei durch Strafstöße, dazu ein Eigentor.

Champions League als British Open

Rafinha, Javi Martinez, Thiago und Niklas Süle am 13.03.19 in der Allianz Arena
Abgang: Bayern verliert das Achtelfinal-Rückspiel gegen Liverpool mit 1:3
Quelle: dpa

Dabei stellt sich die Frage: Ist die Bundesliga nicht mehr konkurrenzfähig? Doch, außer es geht gegen englische Mannschaften. Auf der Insel hat man gelernt, die gewaltigen Einnahmen sinnvoll zu investieren. Seit drei Jahren stellen sich allmählich die Erfolge ein. Mit Pep Guardiola, Jürgen Klopp und Mauricio Pocchetino arbeiten dort die begehrtesten Trainer der Welt, die es zudem geschafft haben die Mittel sinnvoll einzusetzen. Dazu sind die Mannschaften, speziell Liverpool und Manchester City, individuell besser besetzt und in der Qualität breiter aufgestellt. Die Folge: Vier der acht Viertelfinal-Teilnehmer kommen aus England - die Champions League als British Open.

Spätestens jetzt kommt die Bundesliga am Thema Geld nicht mehr vorbei. Die spielentscheidenden Männer des FC Liverpool, Virgit van Dijk und Sadio Mané, haben zusammen einen Marktwert von mehr als 220 Millionen Euro. Das entspricht etwa der Hälfte der gesamten Bayern-Startelf im Rückspiel gegen Liverpool.

Tür für Investoren öffnen?

Die Bundesliga hat sich zu Recht lange gewehrt, diese astronomischen Summen auszugeben. Die meisten Vereine hätten es auch gar nicht gekonnt. Um gegen die betuchten Premier-League-Klubs auf Dauer bestehen zu können, gibt es aber nur die Möglichkeit, die Tür für Investoren zu öffnen. Dabei stellt sich die Frage, ob man das möchte oder sich mit dem Status quo zufrieden gibt.

Nimmt ein deutscher Fan, der nun enttäuscht ist über das internationale Abschneiden, in Kauf in Zukunft finanziell geschröpft zu werden wie in England? Sündhaft teure Tickets und aufgrund der TV-Rechtekosten extrem hohe Abo-Gebühren wären unweigerlich die Folge. Auch das ist nicht wünschenswert für eine gesunde Bundesliga.

2013 standen sich zwei Bundesliga-Teams im Champions-League-Finale gegenüber. Das wird es lange nicht mehr geben, es sei denn, man lässt das ganz große Geld herein - mit all den Folgen.

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Sa, 01.06.2019
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