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Doll in deutscher Elite angekommen

Benedikt Doll

Sport - Doll in deutscher Elite angekommen

Biathlet Benedikt Doll hat eine zweite Leidenschaft - das Kochen. Am Rande des Weltcups in Pokljuka darf er Küchenchef in einem Restaurant spielen und zaubert dort Brokkoli-Schnitzel auf den Tisch.

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Vor zwei Jahren empörte es Benedikt Doll, erst nach Olympia im Weltcup starten zu dürfen. Inzwischen ist der 25-Jährige auf gutem Weg zur Nummer zwei im DSV-Team und genießt die Vertrauenstaktik des Bundestrainers.

Vor zwei Jahren war Benedikt Doll mächtig sauer. Im IBU-Cup, der zweiten Biathlon-Liga, lieferte er regelmäßig gute Resultate und wartete auf einen Ruf zu den Großen – vergeblich. „Ich hätte mir gewünscht, mal eine Chance im Weltcup zu bekommen. Einfach, um mich mal zu zeigen“, erinnert sich der Schwarzwälder, sagt im Gespräch mit zdfsport.de zudem: „Manche Entscheidungen zu verstehen, war damals sicher nicht einfach.“

Verständnis für Kirchner

Inzwischen ist der 25-Jährige angekommen im Skijäger-Etablissement. Doll hat in diesem Winter alle Weltcups mitgemacht, ist hinter Simon Schempp und vor dem in Canmore pausierenden Andreas Birnbacher zweitbeste Kraft unter Deutschlands Skijägern – und hat mittlerweile Verständnis für Bundestrainer Mark Kirchner, der sich vor den Sotschi-Spielen früh auf seine Kandidaten festlegte.

„Das Ganze hat mich schon ein bisschen geärgert, aber im Nachhinein kann ich es total nachvollziehen. Wenn du selbst im Weltcup-Team dabei bist, ist es wichtig, eine gewisse Ruhe zu haben“, hat der viermalige Staffelweltmeister bei den Junioren gelernt. Weiß er doch: „Es macht Sinn, nicht noch mal einen Jüngeren dazu zu holen, der Nervosität hineinbringt. So konnten sich die Etablierten gut auf Olympia vorbereiten.“

Einmaliges Erlebnis

Und die Zeit arbeitet für den Hobbykoch von der SZ Breitnau. Der Oberbayer Birnbacher (34) ist im fortgeschrittenen Biathlon-Alter – und auch vom Wahl-Ruhpoldinger Schempp bis hin zum Oberhof-Trio Arnd Peiffer, Erik Lesser und Daniel Böhm, den Staffel-Weltmeistern 2015, sind alle zwischen zwei und vier Jahre älter als er.

Konstanter als die Weltmeister Peiffer (2011, Sprint) und Lesser (2015, Verfolgung) ist er schon in dieser Saison, zudem wartet in Canmore ein bevorzugtes Fleckchen Erde auf ihn. Gemeinsam mit Schempp und Lesser gewann er auf dem Kurs in Kanadas Südwesten 2009 die WM-Staffel bei den Junioren. „Das war schon etwas Einmaliges“, schwärmt Doll, dem zudem die bergige Strecke in Canmore mit ihren vielen Abfahrten und Kuppen behagt.

Studium und Sport
„Von ganz weit unten ganz weit hoch – das gefällt mir eigentlich immer sehr gut“, sagt die aktuelle Nummer zwölf im Gesamtweltcup. Rosig sind dank seines Alters auch Dolls weitere Aussichten: Bis Juli geht er wieder seinem Studium (Marketing und Vertrieb) in Furtwangen nach, danach stößt er erneut zu seiner Trainingsgruppe in Oberhof.

Und der Aufsteiger unter den DSV-Männern weiß, was dann zu tun ist. In der Teildisziplin Laufen war er schon immer gut dabei. Doch wenn beim finalen Schießen die Podiumsplätze vergeben werden, flattern ihm oft die Nerven.

Selbst im Weg gestanden
„In dem Moment cool zu bleiben – daran arbeite ich, will mich auch da stabilisieren. So wie Simon Schempp oder Martin Fourcade“, sagt Doll, in dem der Groll gegen den Bundestrainer längst verflogen ist. Denn parallel dazu ist in ihm die Erkenntnis gereift: „Ich hätte sicher auch ein, zwei Jahre früher in den Weltcup kommen können. Aber am meisten bin ich mir doch immer selbst im Weg gestanden – weil ich mich am Schießstand ausgebremst habe.“

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