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Miriam Gössner: Ruhige Hand gefragt

Sport - Miriam Gössner: Ruhige Hand gefragt

Beim Auftakt-Sprint der Biathleten in Kanada kam Simon Schempp auf Platz drei. Hinter dem Franzosen Martin Fourcade und Anton Schipuli aus Russland.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 20.12.2016, 22:33

Ein dritter Platz im Dezember ließ die Hoffnung auf einen neuen Höhenflug von Miriam Gössner sprießen, doch die Probleme am Schießstand hat die 25-Jährige noch immer nicht behoben. Nach Feilarbeiten an ihrer Waffe soll beim Sprint in Canmore  (19:10 Uhr live im ZDF) nun alles besser werden.

Gerald Hönig hat mit Miriam Gössner schon so manche sportliche Achterbahnfahrt mitgemacht, eine Qualität der Oberbayerin aber hat der 57-Jährige definitiv ausgemacht. „Sie ist eine Spezialistin beim Wechsel von der Tiefe in die Höhe“, betont der Chef der deutschen Biathletinnen – und bezieht sich dabei auf die geografischen Gegebenheiten.

Doppelte Höhe

Die allerdings sind beim Weltcup in Canmore ganz auf seine Hoch-Tief-Expertin zugeschnitten, so dass es für Gössner diesmal auch im Wettkampf klappen könnte. Zuletzt hielt sich die 25-Jährige gut 700 Meter über dem Meeresspiegel in Oberhof und Garmisch auf, den Sprint im kanadischen Bundesstaat Alberta bestreitet sie am Freitag nun in doppelter Höhe. Beim letzten Weltcup im 1600 Meter hoch gelegenen Antholz war sie – in Abwesenheit der Teamkolleginnen Laura Dahlmeier, Maren Hammerschmidt und Franziska Preuß – als Zehnte im Sprint und 20. in der Verfolgung jeweils beste Deutsche. Läuferisch war Gössner dabei sogar zurück auf Weltspitzenniveau, nur beim Schießen haperte es. Wieder einmal.

Verwirrt in Ruhpolding

Ein Rückfall der olympischen Silbermedaillengewinnerin im Langlauf in überwunden geglaubte Zeiten. Beim Saisonstart hatte sie die langwierigen Beschwerden, die noch aus ihrem schweren Mountainbike-Unfall im Mai 2013 resultierten, endlich überwunden. Schmerzfrei und mit dem guten Gefühl, wieder eine echte Biathletin zu sein, ging Gössner in den Winter. Begleitet von wohlwollenden Kommentaren des Bundestrainers, der sie als „gereifter, konzentrierter, professioneller – vor allem im Schießen“ bezeichnete.

Der Theorie folgte die praktische Umsetzung: Im Dezember wurde Gössner Dritte im Sprint von Hochfilzen, es blieb bislang jedoch ihr einziger echter Ausreißer nach oben. Vor allem bei den Januar-Staffeln in Ruhpolding und Antholz verzweifelte sie regelrecht, ihre Darbietung am Ruhpoldinger Schießstand etwa kommentierte sie verwirrt: „Ich wusste überhaupt nicht mehr, wohin.“

Problemlösung in Oberhof

Die Antwort nach der Station Antholz, wo sie sich wie in Ruhpolding eine Strafrunde einhandelte, lautete: Ab nach Oberhof zu Sandro Brislinger. Der Waffenspezialist der deutschen Skijäger nahm sich des Arbeitsgeräts von Gössner, die vor allem beim Liegendanschlag Schwierigkeiten mit der richtigen Positionierung von Schulter und Gewehr hatte, an. Neue Feilarbeiten gegen ein altes Problem.

„Wir haben noch einmal relativ viel an der Waffe umgestellt – und hoffen, dass sich das bereits in Canmore positiv bemerkbar macht“, drückt Gerald Hönig sich und seiner empfindsamen Athletin die Daumen. Denn viel Zeit bleibt nicht mehr bis zur WM, die Anfang März in Norwegen, dem Heimatland von Gössners Mutter, beginnt.

Kampf ums richtige Maß

Einfach werde es nicht, prophezeite Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner ihrer Freundin Miriam Gössner schon vor Saisonbeginn. Für die geht es weiterhin darum, das richtige Maß zwischen aufgepäppeltem Kämpferherz und der notwendigen Ruhe und Gelassenheit beim Kampf gegen die fünf Scheiben zu finden.

Denn: „Schießen kann ich“, sagt Gössner trotzig. Im Biathlonstadion von Canmore, 1407 Meter hoch gelegen, will sie es nun beweisen. „Ich wünsche mir, dass es bald mal funktioniert und dann auch konstant gute Ergebnisse kommen.“

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