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Nächste Pleite für deutsche Biathletinnen

Biathlon - Weltcup in Hochfilzen

Die deutschen Biathletinnen haben beim Weltcup in Hochfilzen das nächste Debakel erlebt. Beim Sieg von Weltmeister Norwegen kam die Damen-Staffel nur auf Platz zwölf. Die deutschen Männer verpassten im Verfolgungsrennen die Top Ten.

Franziska Hildebrand
Franziska Hildebrand
Quelle: ap

Beim dritten Saisonsieg des souveränen Norwegers Johannes Thingnes Bö lief Johannes Kühn nach zwei Strafrunden und 12,5 km als bester Deutscher auf den zwölften Rang. Direkt dahinter kamen Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer und Benedikt Doll auf den Plätzen 13 und 14 ins Ziel, Philipp Horn wurde 18. Damit warten die DSV-Athleten weiter auf ihre erste Podestplatzierung des Winters.

Auf dem Treppchen standen neben dem fehlerfreien Bö, der in beeindruckender Manier seinen insgesamt 40. Weltcup-Sieg feierte und die Szene weiter dominiert, als Zweiter der Russe Alexander Loginow sowie der Franzose Emilien Jacquelin. Zuvor hatten die deutschen Frauen nach dem historischen Debakel im Sprint die nächste Pleite kassiert. Bislang galt die Olympia-Platzierung in Sotschi 2014 mit Rang elf als schwächstes Resultat.

Drei Strafrunden für Herrmann

Das ohne die angeschlagene Franziska Preuß laufende deutsche Quartett mit Karolin Horchler, Denise Herrmann, Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand benötigte über die 4x6 Kilometer zwölf Nachlader, musste dreimal in die Strafrunde und hatte 3:05,6 Minuten Rückstand auf die Siegerinnen.

Die drei Extrarunden gingen ausgerechnet auf das Konto von Verfolgungsweltmeisterin Denise Herrmann. «Von extremem Wollen und Müssen trifft man auch nicht besser. Ich hatte Probleme das Gewehr ruhig zu halten. Das ist aber auch keine Ausrede, das war ein miserabler Anschlag», sagte Herrmann in der ARD. "Man könnte meinen, ich habe erst gestern mit dem Biathlon angefangen. Das könnte wahrscheinlich meine Oma besser", sagte die in Bayern lebende Sächsin.

"So kann es nicht weitergehen"

"Es ist der Wurm drin. Die Mädels wollten es besser machen. Es war verkrampft, es war nicht locker. Wir müssen schnellstmöglich in die Spur kommen. Die Trainer sind jetzt gefordert", sagte Bernd Eisenbichler, der neue sportliche Leiter der Biathlon-Sparte. "So kann es nicht weitergehen."

Dabei hatte es eigentlich ganz prima angefangen. Startläuferin Horchler benötigte zwei Nachlader, übergab als Achte an Herrmann. Die Verfolgungsweltmeisterin gab Gas, reduzierte den Abstand Sekunde um Sekunde. Die 30-Jährige blieb zunächst ohne Fehler, kam sogar als Führende zum Stehendschießen - doch dann ging gar nichts mehr.

"Liegend war es vielleicht meine beste Serie überhaupt in meinem ganzen Leben. Stehend war es die schlechteste, die ich je geschossen habe", sagte sie. Nach den drei Extrarunden war das Rennen gelaufen. "Das ist Biathlon, da liegen Himmel und Hölle eng zusammen", sagte Herrmann und rätselte über die Ursachen.

Wiedergutmachung misslingt

Vanessa Hinz und Franziska Hildebrand brachten die Staffel dann zum bitteren Ende. "Wir werden weitermachen und unser Bestes geben", sagte die Schlussläuferin.

Bereits am Freitag waren die Skijägerinnen nicht in Schwung gekommen, hatten im Sprint-Wettkampf ihr schwächstes Ergebnis in der Weltcup-Geschichte eingefahren. Beste war Herrmann mit Platz 41 gewesen. «Wir sind schon mit der einen oder anderen hart ins Gericht gegangen. Das war eine Farce, die wir abgeliefert haben», hatte Damen-Trainer Florian Steirer in der ARD vor dem Staffel-Start gesagt. Doch die Wiedergutmachung gelang nicht. dpa

Quelle: dpa

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