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IBU entzieht Russland Biathlon-WM 2021

Doping-Kongress in Fieberbrunn

Die Biathlon-Weltmeisterschaften 2021 finden wegen des Skandals um das mutmaßliche Staatsdoping nicht in Russland statt. Dies entschied der Weltverband IBU am Mittwoch auf einem Außerordentlichen Kongress im österreichischen Fieberbrunn.

Anders Besseberg
Anders Besseberg Quelle: dpa

Der russische Verband RBU soll die Titelkämpfe im sibirischen Tjumen bis zum 21. Februar offiziell zurückgeben. Ansonsten werde Russland die WM entzogen, hieß es in einer Mitteilung. Über die WM-Neuvergabe soll dann 2018 entschieden werden.

Kongress auf Druck der Athleten

Auf massiven Druck der Biathleten hatte sich die IBU am Tag vor dem ersten WM-Rennen in Hochfilzen getroffen, um härtere Anti-Doping-Regeln zu beschließen. 154 Athleten hatten in einem Brief an die IBU gefordert, die Sperren auf bis zu acht Jahre zu verlängern, das Bußgeld auf bis zu eine Million Euro zu erhöhen und betroffenen Nationen Startplätze zu entziehen. Diese Forderungen wurden zunächst nicht erfüllt.

Nun soll eine sechsköpfige Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeiten, die zeitnah an den IBU-Vorstand weitergeleitet werden sollen. "Es kann nicht jeder Spitzenverband eigene Strafen festlegen, sondern es muss einheitlich sein", sagte Franz Steinle vom Deutschen Skiverband, der als einziger Deutscher selbst Mitglied der sechsköpfigen Arbeitsgruppe ist. Ihr gehören unter anderem auch Athletensprecher Lowell Bailey aus den USA sowie Vertreter aus Ungarn und Lettland an. "Wir werden jetzt einen Strafenkatalog erarbeiten, der dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit Rechnung trägt. Ganz kleine Verbände können keine Million Euro bezahlen", sagte Steinle.

Russland will WM-Entzug nicht akzeptieren

Die russische Biathlon-Union RBU will die Weltmeisterschaften 2021 nicht freiwillig zurückgeben und gegen die Entscheidung des Weltverbandes IBU vorgehen. "Wir sind absolut gegen die freiwillige Rückgabe der Weltmeisterschaft", sagte RBU-Präsident Alexander Krawtzow der russischen Nachrichten-Agentur Tass. Man werde notfalls vor Gericht ziehen, um die IBU-Entscheidung anzufechten. "Wir werden darüber nachdenken, eine Klage einzureichen. Und das vielleicht nicht nur vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS", sagte Krawtzow.

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