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Eine Fußball-Weltreise ist zu Ende

Trainer-Legende Rudi Gutendorf mit 93 gestorben

Mit mehr als 50 Trainerstationen in über 30 Ländern hat sich Rudi Gutendorf einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde gesichert. Mit Spitznamen wie "Riegel-Rudi" oder "Rudi Rastlos" wurde er weltberühmt. Der legendäre Fußball-Trainer ist im Alter von 93 Jahren gestorben.

Rudi Gutendorf (re.) trainiert 1999 die Nationalmannschaft Ruandas, hier mit Nationalspieler Janvier Janvaly
Rudi Gutendorf (re.) trainiert 1999 die Nationalmannschaft Ruandas, hier mit Nationalspieler Janvier Janvaly
Quelle: dpa

„Wir verlieren in ihm jemanden, der uns durch sein großes Herz und Positivität jeden Tag bereichert hat“, schrieb die Familie des Weltenbummlers. Der gebürtige Koblenzer starb am Freitagmorgen an Altersschwäche, wie sein Sohn Fabian erklärte.

Über 55 Jobs in 30 Ländern

Rudi Gutendorf praesentiert 2015 sein Buch "Leben! Leisten! Siegen!"
Rudi Gutendorf praesentiert 2015 sein Buch "Leben! Leisten! Siegen!"
Quelle: dpa

Mit über 55 Jobs in mehr als 30 Ländern wird Rudi Gutendorf im Guinness-Buch der Rekorde als Trainer mit den meisten internationalen Engagements aufgeführt. „Ich habe mein ganzes Leben nichts anderes gemacht als Fußball. Das ist mein Beruf geworden, und ich liebe diesen Job“, hat Gutendorf einmal gesagt. Er arbeitete in Europa, Amerika, Afrika, Ozeanien und Asien und wurde wegen seiner Verdienste mit zwei Bundesverdienstkreuzen ausgezeichnet. „Mit dem Fußball um die Welt“ nannte Gutendorf daher auch sein Buch, das er im Jahr 2002 veröffentlichte - unmittelbar bevor er noch einmal die Nationalmannschaft von Samoa übernahm.

Als ‚Rudi-Rastlos‘ war er immer ein Mensch voller Energie und Begeisterung für seine Familie und seinen geliebten Fußballsport.
Familie Gutendorf

Nachdem er als Spieler nie über die Oberliga hinaus gekommen war, wurde er als Trainer bekannt - und erwarb sich bei den Nationalverbänden kleinerer Länder einen guten Ruf. Vor Samoa betreute der Trainer unter anderem die Nationalteams aus Bermuda, Botswana, Grenada, Nepal sowie Trinidad und Tobago. Der frühere Weltverbands-Präsident Joseph Blatter nannte Gutendorf einst anerkennend „Fußball-Aufbauhelfer“. Mit Chile war Gutendorf, früher wegen seiner Defensivtaktik „Riegel-Rudi“ genannt, auf dem Weg zur WM-Qualifikation 1974 und damit dem größten Erfolg seiner Laufbahn als Coach. Wegen des Militärputsches in dem südamerikanischen Staat musste er das Land jedoch verlassen.

Auch in Schalke und beim HSV im Einsatz

DFB-Pokal-Finale in Frankfurt: Schalkes Trainer Rudi Gutendorf im Spiel gegen Bayern München am 14.6.1969
DFB-Pokal-Finale in Frankfurt: Schalkes Trainer Rudi Gutendorf im Spiel gegen Bayern München am 14.6.1969
Quelle: imago images / WEREK

"Rudi Gutendorf war weltweit ein herausragender Botschafter des deutschen Fußballs, was er für das Ansehen des deutschen Trainerwesens in mehr als 30 Ländern auf fünf Kontinenten geleistet hat, ist einzigartig", erklärte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Er habe auch in Deutschland "seine Spuren hinterlassen, als Riegel-Rudi hat er ein Stück Bundesliga-Geschichte geschrieben", fügte Koch an. In Deutschland trainierte Gutendorf unter anderem den MSV Duisburg, VfB Stuttgart, Schalke 04 und den Hamburger SV. Gutendorf habe „zahlreiche Menschen mit seiner Person und Arbeit positiv berührt“, hieß es in der Mitteilung der Familie. „Es macht uns dankbar und stolz, unser Leben an seiner Seite verbracht zu haben, und wir werden ihn nie vergessen. Als ‚Rudi-Rastlos‘ war er immer ein Mensch voller Energie und Begeisterung für seine Familie und seinen geliebten Fußballsport.“

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