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Bosz wird neuer BVB-Trainer

Ajax-Coach wechselt nach Dortmund

Fußballtrainer Peter Bosz am 23.5.2017

Trainer Peter Bosz wird Nachfolger von Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund. Wie der DFB-Pokalsieger am Dienstag mitteilte, unterschrieb der 53 Jahre alte Bosz einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019.

Datum:
06.06.2017
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar

Dem Vernehmen nach zahlt der BVB für den eigentlich bis 2019 an Ajax Amsterdam gebundenen Niederländer eine Ablöse von rund drei Millionen Euro.

Vorbilder Cruyff und Guardiola

Bosz passt in das Anforderungsprofil der Borussia. Wie seine Trainer-Vorbilder Johan Cruyff und Pep Guardiola bevorzugt der achtmalige holländische Nationalspieler eine schnelle, offensive Spielweise. Zudem gilt er als Förderer von Talenten. So führte er den jungen Kader von Ajax, der ein Durchschnittsalter von lediglich 22,7 Jahren aufweist, ins Europa-League-Finale und in der Eredivisie auf Rang zwei.

In seiner Heimat spielte Bosz für Apeldoorn, Arnheim, Waalwijk, Breda und Feyenoord Rotterdam, in Frankreich für Sporting Toulon, in Japan für JEF United Ichihara und in der Bundesliga für Hansa Rostock, wo Bosz in der Rückrunde 1997/98 14-mal zum Einsatz kam. Trainererfahrungen sammelte er bisher auch in Apeldoorn, Arnheim, De Graafschap, Almelo und Tel Aviv.

Mehr Ruhe mit Bosz?

Nach der langen und schlagzeilenträchtigen Fehde mit Tuchel, die vor einer Woche trotz aller sportlichen Erfolge zur vorzeitigen Trennung nach nur zwei Jahren Amtszeit geführt hatte, sehnt sich der BVB nach mehr Ruhe. Doch auch Bosz gilt als eigensinniger Coach. Nach niederländischen Medienberichten schied er im Unfrieden aus Amsterdam. Hauptgrund für den vorzeitigen Abschied soll ein Konflikt im Trainerstab gewesen sein.

Bosz und sein Assistent Hendrie Krüzen haben offenbar eine andere Spiel- und Trainingsphilosophie als die ständigen Ajax-Trainer Dennis Bergkamp, Hennie Spijkerman, Carlo l'Ami und Björn Rekelhof. Bosz fühlte sich von der Ajax-Direktion in der Auseinandersetzung nicht vollständig unterstützt. Versuche, einen Kompromiss zu finden, scheiterten.

Oma war Schalke-Fan

Bosz, 53, ist familiär "vorbelastet". Er hat tatsächlich königsblaues Blut. "Meine Großmutter war Schalke-Fan. Wir haben früher immer samstags zusammen die Bundesliga geschaut", berichtete der Niederländer in einem Interview.

Bosz ist ein erklärter Offensivmann. "Wenn ich schon auf der Bank sitzen muss", sagt der Trainer, der einst bei Hansa Rostock spielte, "dann will ich wenigstens Spaß haben. Und wenn ich Spaß habe, haben auch die Zuschauer Spaß." Also: Spektakel ist angesagt. Und die blau-weiße Geschmacksverirrung seiner Oma werden die BVB-Fans ihm auch nicht allzu übel nehmen: Immerhin warf Bosz in der Europa League Schalke 04 im Viertelfinale aus dem Wettbewerb.

Das 2:0 im grandiosen Hinspiel, das auch 7:0 hätte enden können, war eine Offenbarung des modernen Fußballs. "Es war, als würde man dem niederländischen WM-Team von 1974 zuschauen", sagte Cruyff-Biograph Auke Kok anschließend: "Ich hätte nicht gedacht, jemals wieder eine Ajax-Mannschaft derart spielen zu sehen."

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