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Bayern zeigen den Bullen die Grenzen auf

Der 16. Spieltag der Bundesliga im Überblick

Klare Sache in München: Im vorweihnachtlichen Bundesliga-Duell um Platz 1 hat der FC Bayern einen deziminerten RB Leipzig klar mit 3:0 besiegt. Einen Sieg feiern auch Hertha und Freiburg.

Bundesliga: FC Bayern München - RB Leipzig
Jubel im Bayern-Rudel Quelle: reuters
Felix Zwayer und Emil Forsberg
Rote Karte für den Roten Bullen Emil Forsberg Quelle: ap

Bayern München hat die Machtverhältnisse in der Fußball-Bundesliga auf beeindruckende Art zurecht gerückt. Der deutsche Rekordmeister demontierte Senkrechtstarter RB Leipzig beim 3:0 (3:0) im einseitigen Spitzenspiel regelrecht. Der herausragende Thiago (17.), Xabi Alonso (25.) und Robert Lewandowski (45./Foulelfmeter) bescherten den Bayern-Fans unter den 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena ein vorgezogenes Weihnachtsfest.

Emil Forsberg (30.) sah nach grobem Foulspiel gegen Bayern-Kapitän Philipp Lahm zudem die erste Rote Karte in der Bundesliga-Geschichte von RB. Damit verlor das Duell Erster gegen Zweiter allerdings früh auch etwas an Reiz, zumal die Bayern schon vor dem Platzverweis in allen Belangen überlegen waren.

Taktisch hervorragend eingestellt und unglaublich konzentriert, gingen die personellen Entscheidungen von FCB-Trainer Carlo Ancelotti voll auf. Defensiv war der Aufsteiger dem Rekordmeister nicht gewachsen, offensiv kamen die Gäste nicht zur Geltung.

Hertha BSC besiegte Tabellenschlusslicht Darmstadt mit 2:0 (0:0). Verschärfte Sicherheitsmaßnahme, viele leere Zuschauerplätze - zwei Tage nach dem Anschlag von Berlin hatten nur wenige Hertha-Fans wirklich Lust auf einen Fußballabend im Olympiastadion. Schlusslicht Darmstadt 98 ist ohnehin kein Publikumsmagnet, und so entwickelte sich bei frostigen Temperaturen eine zähe Partie.

Nach zuletzt zwei Schlappen mühte sich die Hertha auch diesmal, ehe Marvin Plattenhardts herrliches Freistoßtor (53.) die Erlösung brachte. Salomon Kalou (66.) machte dann die achte Liga-Pleite der Hessen nacheinander perfekt - ein negativer Klubrekord für Darmstadt.

Nur unentschieden, aber dennoch unbesiegt unterm Weihnachtsbaum: 1899 Hoffenheim ist beim Bundesliga-Jahresabschluss nicht über ein 1:1 (1:0) gegen Werder Bremen hinausgekommen, bleibt damit dennoch die einzig ungeschlagene Mannschaft im deutschen Profifußball.

Sandro Wagner (26.) hatte Hoffenheim von einem Sieg träumen lassen, doch Serge Gnabry (87.) erzielte kurz vor dem Ende den Ausgleich. Alle fünf bisherigen Klubs, die nach 16 Spieltagen ohne Niederlage waren, landeten am Saisonende unter den besten Vier - vier davon wurden sogar Meister.

Der Arbeitsplatz von Bayer-Trainer Roger Schmidt war nach der Talfahrt der Vorwochen in Gefahr. Anthony Modestes 13. Saisontor zum 1:0 in der 21. Minute ließ den streitbaren Coach der Werkself noch mehr zittern. Der Brasilianer Wendell (44.) rettete den Gästen gegen die ersatzgeschwächten Kölner immerhin noch einen Punkt - aber Platz neun und der deutliche Rückstand auf die Europapokal-Ränge sind weit hinter den eigenen Erwartungen.

Mit drei Siegen in fünf Spielen seit seiner Amtsübernahme hatte Ingolstadts Trainer Maik Walpurgis die Hoffnung im Abstiegskampf zurück gebracht. Doch beim 1:2 (0:2) gegen Freiburg hatte Walpurgis viel Grund, sich mächtig auf der Bank zu ärgern. Florian Niederlechner nutzte bei seinem Doppelpack (34./41.) die Abwehrschwächen des FCI. Markus Suttners Freistoßtreffer (53.) war für die Gastgeber zu wenig, um die Niederlage in ihrem 50. Bundesligaspiel zu verhindern.

Die Stimmen der Trainer

M'gladbach - Wolfsburg

André Schubert
Aus für Gladbach-Trainer Schubert Quelle: dpa

Der VfL Wolfsburg ist als Sieger aus dem Krisen-Duell gegen Mönchengladbach hervorgegangen. Die Niedersachsen gewannen bei der Borussia mit 2:1 (1:0) . Als Konsequenz wurde Fohlen-Trainer Andre Schubert am Mittwoch entlassen. Nach nur einem Sieg aus den letzten elf Partien mit nur 16 Punkten rutschte sein Team immer tiefer in die Abstiegszone. Als möglicher Nachfolger von Schubert wird der im Oktober in Wolfsburg entlassene Dieter Hecking gehandelt.

Vor 47.067 Zuschauern im Borussia-Park trafen Daniel Caligiuri (3. Minute) und Mario Gomez (57.) zum zweiten Sieg in Serie für die Niedersachsen. Damit erhöhen sich auch die Chancen für Valerien Ismael, weiterhin Chefcoach beim VfL zu bleiben. Zumal der wohl als Nachfolger favorisierte David Wagner den englischen Zweitligisten Huddersfield nicht verlassen will.

Borussia Dortmund tat sich gegen den FC Augsburg unerwartet schwer und musste sich mit einem 1:1 (0:1) zufrieden gegen. Der BVB beendet das Jahr 2016 damit zwar ohne Heimniederlage, hat im Kampf um die Champions-League-Plätze aber einen herben Rückschlag erlitten. Obwohl das Team von Trainer Thomas Tuchel gegen Augsburg zum 29. Mal in Serie vor heimischer Kulisse unbesiegt blieb, überwog der Frust.

Schließlich gelang dem BVB vor 80.360 Zuschauern trotz vieler Chancen nur der Ausgleich durch Ousmane Dembélé (47.). Dagegen schlugen sich die Augsburger auch im zweiten Spiel unter der Regie von Interimscoach Manuel Baum beachtlich und kamen dank des Treffers des ehemaligen Dortmunders Dong Won Li (32.) zu einem verdienten Remis.

Ziemlich zufrieden kann der Hamburger SV in die Winterpause gehen. Die Hanseaten besiegten Schalke 04 mit 2:1 (0:0). Damit hat der HSV seine Minusbilanz zum Jahresabschluss noch ein wenig aufgebessert. Die Tore für die Hanseaten im letzten Spiel vor Weihnachten erzielten Nicolai Müller (61. Minute) und Bobby Wood (82.). Die Königsblauen konnten nur noch durch Donis Avdijaj verkürzen (90.).

Schalkes Torhüter Ralf Fährmann (76.) hielt dazu einen von Johan Djourou ausgeführten Foulelfmeter. Der HSV verließ mit 13 Punkten zumindest für eine Nacht die direkten Abstiegsränge. Schalke geht mit nur 18 Punkten und enttäuscht nach zuletzt vier Bundesliga-Partien ohne Sieg in die Winterpause.

Jhon Córdoba
Bärendienst: Rot für Jhon Córdoba Quelle: reuters

In Frankfurt bestätigte die Eintracht noch einmal ihre gute Verfassung. Das Team von Trainer Niko Kovac bezwang den FSV Mainz 05 mit 3:0 (1:0) und krönte ein überragendes Halbjahr in der Bundesliga. Die Hessen gewannen vor 48.500 Zuschauern aber auch viel zu hoch: Mainz ließ zahlreiche Großchancen aus und scheiterte immer wieder am überragenden Eintracht-Torwart Lukas Hradecky. Frankfurt dagegen traf zweimal durch Branimir Hrgota (18. und 85. Minute) und durch den eingewechselten Ayman Barkok (75.). 05-Stürmer Jhon Cordoba schwächte sein Team zudem durch eine Rote Karte wegen einer Tätlichkeit (55.).

Mit dem Erfolg über Mainz festigten die Frankfurter auch ihre neue Vormachtstellung im Rhein-Main-Gebiet. Sie blieben in der kompletten Hinserie ohne Heimniederlage. Mainz war nach dem FC Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke bereits das fünfte international spielende Bundesliga-Team, das in Frankfurt nicht gewinnen konnte. 

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