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Forsche Leipziger rütteln am Bayern-Sockel

Der 16. Spieltag der Bundesliga am Mittwoch

Normalität oder Ausnahmezustand? Im Jahres-Endspiel zwischen den jahrelang unantastbaren Bayern und dem rasanten Aufsteiger RB Leipzig entscheidet sich, in welcher Konstellation die Bundesliga in die Winterpause geht. Anstoß ist heute um 20 Uhr (zdfsport-Liveticker).

Emil Forsberg und Timo Werner
Emil Forsberg und Timo Werner
Quelle: dpa

Die Sache ist klar: Bayern muss, Leipzig will. Die ganze Fußball-Nation blickt gebannt nach München, wo heute die Machtverhältnisse in der Bundesliga aus den Angeln geraten könnten. "Es geht um mehr als drei Punkte", sagte Thomas Müller zur brisanten Kraftprobe um Platz eins an Weihnachten. "Klein gegen Groß, Aufsteiger gegen Bayern München" - nicht nur für Müller kommt das Allerbeste zum Schluss.

Alles - nur kein Klassenkampf

Es ist kein Fußball-Klassenkampf. Dafür ist der vom österreichischen Getränkekonzern Red Bull gesponserte Liga-Neuling aus Sachsen viel zu gut aufgestellt und in Rekordzeit zu einem deutschen Spitzenclub mit internationaler Perspektive gereift. Trotzdem ist es ein Duell der Gegensätze: Rekordmeister gegen Rekordaufsteiger, Erster gegen Zweiter, erfahrene Weltstars gegen hungrige Talente sowie ein Trainer mit Weltruhm gegen einen landesweit bestaunten Projektentwickler.

Und natürlich gefällt Ralph Hasenhüttl die komfortable Rolle als Herausforderer des dreimaligen Champions-League-Gewinners Carlo Ancelotti. "Der Gegner würde im eigenen Stadion alles andere als einen Sieg wahrscheinlich schon als Majestätsbeleidigung werten", sagte der Österreicher kess und versprach: "Wir werden mutig, mit einem klaren Plan und viel Selbstvertrauen auftreten." Carlo Ancelotti weiß, dass der Druck bei ihm und seinem Team liegt.

Klare Zielvorgabe für Bayern

Es geht in diesen 90 Minuten auch um sein erstes Zwischenzeugnis in München. Der Italiener sieht sich im Soll: "Die Resultate in der ersten Halbserie waren okay." Schon ein Unentschieden würde in der Kraftprobe des punktgleichen Spitzenduos zur Verteidigung der Tabellenführung reichen, aber kaum für Weihnachtsfreude unterm Münchner Weihnachtsbaum.

Die Bayern-Bosse erwarten einen Abend, der ihrem Mia-san-mia-Anspruch entspricht. "Wir wollen mit unserem Stil gewinnen", sagte Ancelotti. Dominant und mit Persönlichkeit. Es ist das 25. Pflichtspiel von Ancelotti mit dem FC Bayern - und immer noch ist das Erscheinungsbild des Münchner Starensembles unter seiner Anleitung diffus. Das 1:0 in Darmstadt am Sonntag war mal wieder nicht Bayern-like. Gegen die auswärtsstärkste und zugleich jüngste Mannschaft der Liga werde "eine ordentliche Leistung" nicht reichen, ahnt Nationalspieler Mats Hummels.

RB setzt auf Kollektiv

"Nach dem bisherigen Saisonverlauf traue ich uns vieles zu", sagte Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick selbstbewusst, auch wenn er weiß: "Um in München etwas zu holen, müssen wir am absoluten Leistungslimit spielen." Die Bayern sind das beste Heimteam, zu Hause seit 13 Liga-Partien ungeschlagen. Hasenhüttl will in seinem 50. Bundesligaspiel als Trainer das Kollektiv als Trumpfkarte ausspielen. "Wir spielen nicht elfmal eins gegen eins, sondern einmal elf gegen elf", sagte er mit Blick auf die größere individuelle Klasse des Gegners.

Manuel Neuer ist natürlich ein besserer Torwart als Peter Gulacsi. Der Däne Yussuf Poulsen (22) ist noch kein Weltklassestürmer wie Robert Lewandowski. Und welche Vita können die Oldies Arjen Robben und Franck Ribéry im Vergleich zu den RB-Shootingstars Timo Werner oder Emil Forsberg vorweisen. Na und, erklärte Rangnick, der unerschrockene Bayern-Jäger: "Je mehr jeder Bayern-Spieler das Gefühl hat, gegen elf Leipziger gleichzeitig zu spielen, umso größer ist unsere Chance, etwas mitzunehmen."

Bangen um Keita

Personell hat Leipzig ein kapitales Problem, wenn Naby Keita (Oberschenkel) im Mittelfeld ausfallen sollte. Dieses Handicap wöge ungleich schwerer als das Fehlen des am Dienstag am Brustmuskel operierten Weltmeisters Jérôme Boateng in der Münchner Abwehr. Die zuletzt pausierenden Philipp Lahm und Robben sind einsatzbereit. Erwartet wird, dass Ancelotti gegen die schnellen, konterstarken Leipziger mit seinen "Großen Vier" zum Angriff bläst, also im offensiven 4-2-3-1-System mit Lewandowski, Müller, Robben und Ribéry. "Der Schlüssel ist die Balance zwischen Offensive und Defensive", betonte Ancelotti: "Es gibt keine Revolution in der Aufstellung."

Die andere Kernfrage lautet: Wie cool sind Leipzigs Himmelsstürmer wirklich? Das Topspiel vor 75.000 Zuschauern genießt den äußeren Rahmen eines Champions-League-Abends. Alltag für die Gastgeber, Neuland für die Gäste. Von einem "Bonusspiel" sprach der gewiefte Hasenhüttl. "Wir müssen nicht, wir wollen, wir können", verkündete der Defensiv-Allrounder Stefan Ilsanker. Einfach locker bleiben. Das passende Schlusswort zum "fantastischen Spiel" (Ancelotti) sprach mal wieder Thomas Müller: "Das Spiel ist als Jahresabschluss für ganz Fußball-Deutschland wunderbar. Für uns ist es auch wunderbar - falls wir gewinnen sollten." Bayern muss, Leipzig will. Schöne Bescherung.

Fr, 29.05.2020
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1FC Bayern MünchenFC Bayern MünchenFC BayernFCB28204481:285364
2Borussia DortmundBorussia DortmundDortmundBVB28176574:344057
3RB LeipzigRB LeipzigRB LeipzigRBL281510370:294155
4Borussia MönchengladbachBorussia MönchengladbachM'gladbachBMG28165753:341953
5Bayer 04 LeverkusenBayer 04 LeverkusenLeverkusenB0428165753:361753
6VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburgWOB28119840:34642
71899 Hoffenheim1899 HoffenheimHoffenheimTSG281161139:48-939
8SC FreiburgSC FreiburgFreiburgSCF281081038:40-238
9FC Schalke 04FC Schalke 04SchalkeS0428910934:45-1137
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12FC AugsburgFC AugsburgAugsburgFCA28871340:54-1431
131. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion BerlinFCU28941533:48-1531
14Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtFrankfurtSGE27851444:52-829
151. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 05M0528841637:61-2428
16Fortuna DüsseldorfFortuna DüsseldorfDüsseldorfF9528691331:53-2227
17Werder BremenWerder BremenWerderSVW27571529:59-3022
18SC Paderborn 07SC Paderborn 07PaderbornSCP28471731:55-2419
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