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Mainz mit Befreiungsschlag - Werder mit Remis

Fußball - Bundesliga, 32. Spieltag im Überblick

Nach einem hart erkämpften, aber am Ende verdienten 3:0-Sieg gegen Leipzig kann Mainz im Abstiegskampf wieder durchatmen. Anschließend kam der BVB in Bremen nicht über ein 1:1 hinaus. Bereits am Samstag war dagegen klar: Der 1. FC Köln steigt nach einem 2:3 in Freiburg ab. Für die Kölner ist es der 6. Abstieg in die 2. Liga. Der HSV hingegegen hat das Kellerduell beim VfL Wolfsburg mit 3:1 gewonnen und hat damit nur noch zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. Im Samstag-Abendspiel siegte Stuttgart bei Leverkusen mit 1:0.

Pablo De Blasis: Jubel
Pablo De Blasis: Jubel
Quelle: reuters

Werder Bremen - Borussia Dortmund 1:1 (1:1)

Zlatko Junuzović und Ivan Perišić
Zlatko Junuzović und Ivan Perišić
Quelle: imago

Borussia Dortmund hat die Chance auf eine Vorentscheidung im Champions-League-Rennen leichtfertig vergeben. Das Team von Trainer Peter Stöger kam zum Abschluss des 32. Spieltags aufgrund seines Chancenwuchers nicht über ein 1:1 (1:1) bei Werder Bremen hinaus und hat seine Teilnahme am Millionenspektakel bei vier Punkten Vorsprung auf Rang fünf noch nicht sicher. Der BVB bleibt hinter dem Erzrivalen Schalke 04 Dritter.

Die Westfalen starteten zielstrebig und gingen durch einen platzierten Rechtsschuss des Nationalspielers Marco Reus aus 16 Metern in der 19. Spielminute in Führung. Kurz vor dem Pausenpfiff nutzte Werders Thomas Delaney jedoch ein Durcheinander im Borussia-Strafraum per Kopf zum Ausgleich (45.). Werder, das den Klassenerhalt schon vor dem Anpfiff sicher hatte, blieb auch im elften Heimspiel von Trainer Florian Kohfeldt ungeschlagen. Nach dem vierten Spiel in Serie ohne Sieg sind die Hanseaten Zwölfter.

Mainz 05 - RB Leipzig 3:0 (1:0)

Mit einem 3:0 (1:0) gegen Vizemeister RB Leipzig hat der FSV Mainz 05 im Bundesliga-Abstiegskampf einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib gemacht und den Sachsen wohl die letzte Hoffnung auf die erneute Teilnahme an der Champions League geraubt. Vor 30.083 Zuschauern erzielten Pablo De Blasis in der 29. Minute mit einem umstrittenen Foulelfmeter, Alexandru Maxim (85.) und Liga-Debütant Ridle Baku (90.) die Tore zum umjubelten Sieg der Mainzer, die zwei Spieltage vor Saisonschluss als Tabellen-14. mit 33 Punkten nun fünf Zähler Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz haben.

Der FSV muss am vorletzten Spieltag bei Borussia Dortmund antreten, RB empfängt Wolfsburg. Für die seit nunmehr fünf Partien sieglosen Leipziger, die ihrem Trainer Ralph Hasenhüttl zu dessen 100. Bundesligaspiel kein passendes Geschenk machen konnten, geht es bei fünf Punkten Rückstand auf den Tabellenvierten Hoffenheim wohl nur noch um die Teilnahme an der Europa League. Naby Keita wird in der kommenden Woche den Sachsen fehlen, da er in der Nachspielzeit die Gelb-Rote-Karte sah.

Die Trainerstimmen zum 32. Spieltag

Bayer Leverkusen - VfB Stuttgart 0:1 (0:0)

Ausgerechnet Tayfun Korkut hat Bayer Leverkusen im Kampf um einen Champions-League-Platz einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Der ehemalige Bayer-Trainer gewann mit Aufsteiger VfB Stuttgart bei seinem früheren Klub 1:0 (0:0), wodurch die Werkself eine Woche nach der 0:4-Pleite bei Borussia Dortmund den nächsten herben Rückschlag auf der Zielgeraden der Saison hinnehmen und 1899 Hoffenheim zwei Spieltage vor Schluss an sich vorbeiziehen lassen musste.

Ron-Robert Zieler
Ron-Robert Zieler hält einen Elfmeter für Leverkusen
Quelle: dpa


Vor ihren letzten beiden Saisonspielen bei Werder Bremen und gegen Hannover 96 muss die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich als Tabellenfünfter plötzlich sogar wieder um einen Startplatz in der Europa League bangen. VfB-Kapitän Christian Gentner (67.) sicherte Stuttgart mit seinem zweiten Saisontor eine Woche nach dem sicher gestellten Klassenerhalt den vierten Auswärtssieg in dieser Spielzeit und den ersten unter dem Bayer-Kreuz seit fast zehn Jahren. Die Schwaben können sogar noch zarte Europa-Träume hegen.

SC Freiburg - 1. FC Köln 3:2 (1:0)

Der sechste Abstieg des 1. FC Köln aus der Fußball-Bundesliga ist perfekt. Durch das 2:3 (0:1) am Samstag beim SC Freiburg kann die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck zwei Spieltage vor dem Saisonende nicht mehr den Relegationsrang erreichen. Zuletzt hatten die Kölner 2012 den Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen.

Damals war der direkte Wiederaufstieg ebenso wie nach dem Abstieg im Jahr 2006 misslungen. Nach den drei Abstiegen 2004, 2002 und 1999 war der dreimalige deutsche Meister allerdings im Folgejahr direkt wieder in die Bundesliga zurückgekehrt. Dies dürfte nicht zuletzt wegen der Treuebekenntnisse von Nationalspieler Jonas Hector und Schlussmann Timo Horn auch für die kommende Saison das Ziel sein.

VfL Wolfsburg - Hamburger SV 1:3 (0:2)

Totgesagte leben offenbar wirklich länger: Der schon längst für abgestiegen erklärte Hamburger SV darf wieder mehr denn je auf ein Wunder im Kampf um den Klassenerhalt hoffen. Die gnadenlos effektive Mannschaft von Trainer Christian Titz gewann am 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga das Kellerduell beim VfL Wolfsburg von Ex-Retter Bruno Labbadia verdient mit 3:1 (2:0) und verkürzte den Rückstand auf die Werkself auf nur noch zwei Punkte.

Bobby Wood per Foulelfmeter (43.), Lewis Holtby (45.+1.) und Luca Waldschmidt (90.+3) nach einem verschossenen Foulelfmeter von Teamkollege Filip Kostic trafen für den HSV, Josip Brekalo (78.) erzielte den Treffer für den VfL. In Wolfsburg wird damit wieder kräftig gezittert, die Hausherren blieben vor 29.400 Zuschauern in einer intensiven Partie - 24 Stunden nach der Trennung von Sportdirektor Olaf Rebbe - nahezu alles schuldig. Bei noch zwei ausstehenden Spielen sind die Hamburger zwar weiter Vorletzter, aber nach dem dritten Sieg in den letzten vier Spielen wächst beim Bundesliga-Dino der Glaube, den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte wieder abwenden zu können. Wolfsburg kann sich weiter aus eigener Kraft retten, muss in dieser Verfassung aber wie in der Vorsaison die Relegation fürchten.

Hertha BSC - FC Augsburg 2:2 (0:1)

Hertha BSC hat sich eine kleine Chance auf die Europacup-Plätze erhalten. Der Berliner Bundesligist erreichte in seinem Heimspiel gegen den FC Augsburg nach einem 0:2 noch ein 2:2 (0:1) und hat die Rückkehr auf Europas Fußball-Bühne noch nicht endgültig abgeschrieben.

Den Führungstreffer für die Gäste erzielte Stürmer Michael Gregoritsch mit einer von Hertha-Profi Vladimir Darida abgefälschten Bogenlampe (32.). Der für den nach einer Stunde verletzten Gregoritsch eingewechselte Sergio Cordova traf mit einer seiner ersten Aktionen zum 2:0 (61.). Für den FCA schien es der erste Sieg im siebten Pflichtspiel in Berlin zu werden, doch ein Foulelfmeter-Tor von Vedad Ibisevic (84.) und der Ausgleich von Davie Selke bewahrten die Hertha vor der Niederlage. Augsburgs Marcel Heller sah danach noch die Rote Karte (90.).

Schalke 04 - B. Mönchengladbach 1:1 (1:1)

Schalke 04 hat den ersten Matchball im Kampf um die Champions-League-Teilnahme vergeben, mit zehn Mann aber einen Punkt gegen Borussia Mönchengladbach gerettet. Das Team von Trainer Domenico Tedesco erkämpfte sich im hitzigen Westschlager mit großer Moral ein 1:1 (1:1). Dennoch droht den Blauweißen am Sonntag der Verlust des zweiten Tabellenplatzes an den Rivalen Borussia Dortmund.

Schalke agierte nach der frühen Roten Karte gegen Nabil Bentaleb (12.) fast die gesamte Spielzeit in Unterzahl und geriet durch Raffael (32.) auch in Rückstand. Kurz vor der Pause glich Daniel Caligiuri (45.+3) jedoch per Handelfmeter aus. Schiedsrichter Harm Osmers zog sowohl beim Platzverweis als auch beim Strafstoß den Videobeweis heran. Während die Fohlen mit dem Remis ihre kleine Chance auf eine Europapokal-Teilnahme wahrten, kann Königsblau den Einzug in die Königsklasse frühestens am kommenden Samstag im Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg klar machen - trotz nur einem Sieg aus den letzten vier Ligaspielen.

FC Bayern München - Eintracht Frankfurt 4:1 (1:0)

Die Hoffnungen von Eintracht Frankfurt auf eine Teilnahme an der Europa League haben einen schweren Dämpfer erhalten. Die Mannschaft von Niko Kovac unterlag bei dessen künftigem Arbeitgeber Bayern München mit 1:4 (0:1) und verpasste damit den Sprung zurück auf Rang sechs in der Tabelle. Dabei wäre die Gelegenheit günstig gewesen: Vier Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League bei Real Madrid hatte Trainer Jupp Heynckes lediglich eine Art C-Auswahl des Rekordmeisters aufgeboten.

In einem an Höhepunkten erschreckend armen Spiel erzielte Niklas Dorsch, Kapitän der Münchner U23-Mannschaft, in seinem ersten Einsatz für die Profis das 1:0 (43.). Sandro Wagner erhöhte für eine solide, aber keineswegs übermächtige Münchner Mannschaft auf 2:0 (76.), ehe der eingewechselte Sebastien Haller die bisweilen seltsam leidenschaftslose Gäste, die ohne den verletzten Kevin-Prince Boateng auskommen mussten, noch einmal heranbrachte (77.). Rafinha (87.) und der eingewechselte Niklas Süle (90.) trafen zum Endstand.

TSG Hoffenheim - Hannover 96 3:1 (1:1)

Torschütze Andrej Kramaric jubelt mit seinen Teamkollegen
Torschütze Andrej Kramaric jubelt mit seinen Teamkollegen
Quelle: dpa

Nach seinem Dreierpack kratzte sich Andrej Kramaric fast verlegen am Kopf. Obwohl der überragende Kroate TSG Hoffenheim mit seinen drei Treffern beim 3:1 (1:1) gegen Hannover 96 am Freitagabend auf Champions-League-Kurs hielt, jubelte er nach dem Abpfiff nicht ausgelassen.

Für die zum neunten Mal nacheinander unbesiegten Kraichgauer traf Kramaric in der 16., 50. und 86. Minute und verbesserte sein Konto auf insgesamt zwölf Saisontore. Kenan Karaman (24.) hatte für das zwischenzeitliche 1:1 gesorgt. «Unser Sieg ist schon verdient», sagte Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann: «Aktuell bedeutet es noch nichts. Wenn wir uns für die Champions League qualifizieren, wäre das eine Sensation, auch die Europa League wäre ein Erfolg. Wir schauen, was möglich ist.»

Hannover musste inmitten der Debatte um Sportdirektor Horst Heldt am 32. Spieltag einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Der Aufsteiger hat nur eine der letzten zehn Partien gewonnen und den Klassenverbleib rechnerisch immer noch nicht gesichert. «Wir wollen unsere Saison nicht kaputt machen und noch unten reinrutschen», sagte Hannovers Pirmin Schwegler und ergänzte: «Die Gegentore waren unnötig. Wir sind da auch schon selbst Schuld dran.»

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