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FC Bayern gegen Bayer unter Druck

Fußball-Bundesliga, 12. Spieltag

Im Schatten der Rückkehr von Uli Hoeneß bestreitet der FC Bayern gegen Bayer Leverkusen (18.30 Uhr/Liveticker) am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga sein wohl wichtigstes Spiel seit Monaten. Die Anspannung ist groß.

Thomas Müller nach der Niederlage gegen Dortmund
Thomas Müller Quelle: imago

Wohlgemerkt, es ist erst der zwölfte Spieltag der Fußball-Bundesliga. Doch für den FC Bayern geht es angeblich schon ums Ganze. Das "wichtige Spiel diese Woche", betonte Karl-Heinz Rummenigge am Dienstag, sei nicht jenes in der Champions League bei FK Rostow. Nein, wirklich wichtig, weil richtungsweisend, ist für den deutschen Rekordmeister das Spiel am Samstagabend, 18.30 Uhr, gegen Bayer Leverkusen.

Merkwürdige Anspannung

Just zur Rückkehr von Uli Hoeneß als Präsident des FC Bayern e.V. und designierter Vorsitzender der FC Bayern AG herrscht bei den Münchnern eine Anspannung, als stünden sie mit dem Rücken zur Wand, als seien alle Saisonziele gefährdet. Als handele es sich am Samstag um ein Endspiel. Nach der Blamage in Rostow (2:3) sind sie noch mal nervöser geworden, was auch in Rummenigges Attacke gegen Jerome Boateng Ausdruck fand.

Gemessen am Selbstverständnis des FC Bayern ist das Spiel gegen Leverkusen tatsächlich das wichtigste seit Monaten. "Wir werden", postulierte Rummenigge, "jetzt Jagd machen, wollen schnell wieder Tabellenführer werden. Ab sofort geht es zur Sache." Im Visier der Münchner ist, klar, RB Leipzig, der kesse Aufsteiger, der sich doch glatt auf Platz eins in der Bundesliga geschoben hat. Doch derzeit scheint es, als habe der FC Bayern genug mit sich selbst zu tun.

Hoeneß ist noch immer keine Schweiger

Ob die Rückkehr von Hoeneß dem Klub einen Schub gibt? Hoeneß hat erst kürzlich den Basketballern des Klubs nach deren Klatsche im Spitzenspiel gegen Bamberg (59:90) ins Gewissen geredet - es ist nicht zu erwarten, dass er angesichts der aktuellen Entwicklung unter Trainer Carlo Ancelotti schweigt. Zumal der Italiener nach der Niederlage in Rostow schon wieder sagte: "Wir müssen sofort an unserer Einstellung arbeiten." Doch nicht nur daran.

Zu den Problemen mit der Einstellung kommen die auffälligen Probleme in der bisweilen unsortierten Abwehr, und nicht zuletzt die Probleme in der uninspirierten Offensive, personifiziert durch den glücklosen, unglücklichen und zunehmend seltener spielenden Thomas Müller. Die Mannschaft wirkt verunsichert. Und nun dieses Endspiel. "Wir müssen es speziell am Samstag gegen Leverkusen besser machen", forderte Rummenigge unnachgiebig.

Ancelotti will die Wende

Das Spiel gegen Leverkusen, sagte Ancelotti am Freitag, sei "eine großartige Gelegenheit", eine Wende herbeizuführen, und ja, "wir müssen eine gute Reaktion zeigen". Wie die aussehen soll, ist klar: "Wir müssen taktisch besser sein, wir sind nicht kompakt, wir sind nicht fokussiert genug, und wir dürfen nicht so viele Fehler machen, um dem Gegner die Gelegenheit zu geben, Tore zu erzielen. Das müssen wir unterbinden", sagte Ancelotti.

Das mit der Taktik ist freilich so eine Sache. Unter Ancelotti ist es schwer, eine auszumachen, alles wirkt längst nicht so strukturiert wie unter Guardiola, bisweilen scheinen die Spieler nichts mit den Vorgaben oder der größeren Eigenverantwortung anfangen zu können. "Die Taktik ist klar, aber wir müssen schauen, dass sie normal für uns wird", sagte Ancelotti, heißt: Sie muss den Spielern erst noch in Fleisch und Blut übergehen.

Attacke wird kommen

Klar ist auch: Eine Wende ist geboten. Auch eine Stimmungswende. Eine Wende, die auch einer wie Uli Hoeneß einleiten kann. "Auch die Attacke kommt sicher wieder", sagte der von allen Seiten verehrte Hermann Gerland vor der Wahl am Freitagabend der Bild-Zeitung. Und das, betonte der Mann, der dem unnachgiebigen Guardiola als Assistent diente und jetzt dem angeblich zu nachgiebigen Ancelotti zur Seite steht, sei auch gut so: "Das braucht man manchmal."

Sport | das aktuelle sportstudio - Hasenhüttl: "Wer uns schlagen will, muss viel richtig machen"

Dass seine Mannschaft künftig besser ausrechenbar werden könnte, befürchtet Leipzig-Coach Hasenhüttl nicht. „Wir kennen unsere Gegner dann ja auch besser“, sagt der Österreicher im aktuellen sportstudio bei Katrin Müller-Hohenstein.

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