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Stöger als Psychologe gefragt

Bundesliga: 16. Spieltag am Dienstag

Nur zwei Tage nach seiner Verpflichtung hat Trainer Peter Stöger bei Borussia Dortmund seine heikle Mission in Angriff genommen. Die erste Bewährungsprobe für Stöger steht am Abend bei Mainz 05 (20:30 Uhr) an.

Peter Stöger
Der Neue beim BVB: Peter Stöger Quelle: Martin Meissner

Dem beim 1. FC Köln beurlaubten Stöger bleibt nach nur einer Woche Arbeitslosigkeit kaum Zeit, der zuletzt verunsicherten Mannschaft neues Leben einzuhauchen. "Jetzt gilt es, schnell die Trendwende zu schaffen", betonte Sportdirektor Michael Zorc. "Wir haben ja schon am Dienstag das nächste Spiel." Angesichts der schwierigen Vorbereitungen auf die Partie in Mainz mit nur einem Training im Dortmunder Schneegestöber am Montag geriet die Auslosung des nächsten Europa-League-Gegners, Atalanta Bergamo fast zur Nebensache.

Stöger als Psychologe gefragt

Derzeit hat nämlich die Bundesliga absolute Priorität. Der 51 Jahre alte Stöger ist als Psychologe gefragt und muss den Profis das abhanden gekommene Selbstbewusstsein zurückgeben. Die heftige Kritik von Marcel Schmelzer an den Teamkollegen nach dem 1:2 gegen Bremen offenbarte, dass auch mannschaftsintern Gräben zuzuschütten sind. "Es kotzt mich wirklich an, wie wir auftreten", hatte der Kapitän geschimpft.

Der emotionslose Auftritt sei "eine Frechheit" gewesen. Nach Worten von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke soll Stöger "empathische Fähigkeiten" besitzen. Der Trainer habe gezeigt, "dass er eine Mannschaft zusammenfügen kann, wenn Risse da sind", sagte Watzke.

Hoffnung auf Stabilität

Trotz der miserablen Bilanz von nur drei Punkten in 14 Saisonspielen mit Köln trauen die BVB-Bosse dem Österreicher zu, das mit Stars gespickte Team wieder auf Kurs zu bringen. "Er hat in Köln über vier Jahre hervorragende Arbeit geleistet und die Mannschaft stetig entwickelt", lobte Zorc. "Seine Mannschaft hat große Stabilität ausgezeichnet, das ist das, was bei uns im Moment fehlt. Diese Stabilität erhoffen wir uns von Peter", umriss Zorc die dringendsten Aufgaben des Fußball-Lehrers.

Bosz war immer wieder vorgeworfen worden, stur an dem zu offensiv ausgerichteten System festgehalten zu haben. Gut möglich, dass Stöger in Mainz auf die ballsicheren Julian Weigl und Nuri Sahin als Stabilisatoren im defensiven Mittelfeld setzt.

Spekulationen um Trainer im Sommer

Ottmar Hitzfeld
Gute Ratschläge für den Ex-Klub: Ottmar Hitzfeld Quelle: Patrick Seeger, dpa

Weil die BVB-Verantwortlichen mit Stöger zunächst bis Saisonende planen, müssen die Dortmunder mit Spekulationen um dessen Nachfolge im kommenden Sommer leben. Laut "Bild"-Zeitung sollen sich die Borussen bereits mit Hoffenheims Julian Nagelsmann einig sein. Der umworbene 30-Jährige kann darüber nur schmunzeln. "Das sind immer lustige Fragen", sagte Nagesmann nach dem 0:2 in Hannover. "Es ändert sich nicht alle zwei Tage." Er könne sich auch ein Klebeband auf die Stirn kleben, auf dem stehe: "Kein Kontakt".

Dortmunds Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld rät Nagelsmann davon ab, schon jetzt zu einem TopKlub zu wechseln. "Für die persönliche Entwicklung ist es immer gut, wenn man Erfahrungen sammelt, gerade im internationalen Geschäft. Hoffenheims Abschneiden in der Europa League war ja jetzt auch nicht so goldig, aber da lernt man raus", sagte Hitzfeld. "Bei den Bayern oder beim BVB bist du nachher auf dem Prüfstand, da muss alles klappen. Und wenn so jemand dann bei Dortmund ist mit 31 Jahren, dann frage ich mich: Was macht der denn eigentlich noch danach? Was für Ziele hätte er noch mit 40?"

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