Sie sind hier:

Wieder mehr Risiko bei Transfers

Fußball-Bundesliga | Ende der Wechselperiode

Seit Montag, 18 Uhr, ist die Wechselfrist in der Fußball-Bundesliga vorbei. Die deutschen Spitzenklubs sind wieder verstärkt ins Risiko gegangen, während der Kaufrausch der Premier League das erste Mal seit langem etwas gezügelt zu sein scheint.

Bundesliga Typical Meisterschale
Den Kampf um die Schalke lassen sich die Klubs einiges kosten.
Quelle: dpa

Für 18 Uhr hatte Frank Baumann kurzfristig zum Pressegespräch eingeladen. Die spannende Frage war, ob der für seine Last Minute-Transfers bekannte Geschäftsführer von Werder Bremen auch zum Ende dieser Transferperiode auf den letzten Drücker noch einen neuen Spieler aus dem Hut zaubern würde. Lange war über die Verpflichtung des Schalkers Nabil Bentaleb spekuliert worden, am Nachmittag kursierte dann plötzlich der Name von Hoffenheims Leonardo Bittencourt in der Gerüchteküche.

Viel Hektik bis zum Toreschluss

So wie in Bremen ging es am Montagnachmittag auch an anderen Bundesliga-Standorten zu. Kurz vor Toresschluss der Transferliste gab es noch einmal viel Hektik auf dem Markt, besonders in Frankfurt. Dabei ging es allerdings fast ausschließlich um Leihgeschäfte, die großen Kaufgeschäfte waren längst abgewickelt.

Nach einem relativ ruhigen Sommer im letzten Jahr, den die Bundesliga insgesamt sogar mit einem Transferüberschuss abgeschlossen hatte, sind besonders die Branchenführer aus München, Dortmund und Leipzig wieder voll ins Risiko gegangen.

Top-Klubs auf verschiedenen Märkten aktiv

Um auch international wieder um Titel mitspielen zu können, gab allein Bayern München in diesem Sommer laut transfermarkt.de 143 Millionen Euro für Neuzugänge aus, was unter dem Strich zu einem Transferminus von knapp 90 Millionen Euro führte. In dieser Rechnung taucht Top-Zugang Philippe Coutinho lediglich mit einer Leihgebühr von 8,5 Millionen Euro auf. Richtig teuer wird der Zugang vom FC Barcelona erst, wenn Bayern am Ende der Saison die Kaufoption zieht.

Mit Coutinho, dem französischen Abwehrspieler Lucas Hernández (für 80 Millionen Euro von Atletico Madrid) und Ivan Perisic (von Inter Mailand ausgeliehen) hat Bayern seine drei Top-Transfers auf dem internationalen Markt getätigt. Liga-Rivale Borussia Dortmund, der auch dieses Jahr um den Titel mitspielen will, hat sich dagegen unter dem Motto "Best of Konkurrenz" hauptsächlich in der eigenen Liga bedient und seinen Kader mit Mats Hummels (von Bayern München), Thorgan Hazard (von Borussia Mönchengladbach), Nico Schulz (von der TSG Hoffenheim) und Julian Brandt (von Bayer Leverkusen) verstärkt.

Frankfurt agiert gegen den Trend

Ante Rebic jubelt über sein Tor zum 0:1
Wechselt zum AC Mailand: Ante Rebic
Quelle: dpa

Gegen den Bundesliga-Trend hat Eintracht Frankfurt mit knapp 40 Millionen Euro ein kräftiges Transfer-Plus erwirtschaftet. Allerdings ging dies auf Kosten der kompletten "Büffelherde", die die Bundesliga in der letzten Saison durcheinandergewirbelt hatte. Nach Luka Jovic (zu Real Madrid) und Sebastian Haller (zu West Ham United) wurde am späten Montagnachmittag auch noch die Ausleihe von Ante Rebic an den AC Mailand bekannt.

Der damit im Zuge eines Tauschgeschäftes verbundene Zugang von André Silva aus Mailand verzögerte sich am Montag noch, weil es angeblich Probleme beim Medizincheck des portugiesischen Stürmers gab. Um 20:30 Uhr wurde auch dieser Wechsel bestätigt.

Rekordausgaben in der Bundesliga

Im internationalen Vergleich belegt die Bundesliga bei den Transferausgaben mit der neuen Rekordsumme von gut 730 Millionen Euro wieder Platz vier unter den europäischen Top-Ligen. Die Premier League, wo das Transferfenster schon seit Saisonbeginn geschlossen ist, reduzierte dagegen erstmals seit Jahren die Transferausgaben wieder etwas, rangiert mit 1,55 Milliarden Euro in diesem Ranking allerdings nach wie vor an der Spitze.

Obwohl die drei teuersten Spieler mit Eden Hazard (von Chelsea London zu Real Madrid), Antoine Griezmann (von Atletico Madrid zum FC Barcelona) und Joao Felix (von Benfica Lissabon zu Atletico Madrid) Stürmer sind, werden auch Abwehrspieler immer wertvoller. Unter die Top 10 der internationalen Transfers schafften es mit Harry Maguire (von Leicester City zu Manchester United), Matthijs de Ligt (von Ajax Amsterdam zu Juventus Turin) und Hernandez immerhin drei Defensivkünstler.

Viel Rauch um Nichts

Neben dem anhaltenden Trend zu Leihgeschäften setzte sich auch der Wertanstieg junger Spieler in dieser Transferperiode fort. Angeführt von Joao Felix, Matthijs de Ligt und Luka Jovic wechselten über 50 Spieler unter 21 Jahren für mindestens 10 Millionen Euro den Klub.

Die meisten Schlagzeilen befeuerten allerdings vermeintliche Transfers das Sommertheater, die im Endeffekt gar nicht zustande kamen: Neymar bleibt vorerst in Paris, Leroy Sané in Manchester. Geklappt hat es dagegen bei Werder Bremen noch mit einem neuen Mittelfeldspieler. Kurz nach 18 Uhr überbrachte Frank Baumann die Nachricht, dass Leonardo Bittencourt von der TSG Hoffenheim an die Weser wechselt - per Leihgeschäft natürlich.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.