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Schalke überzeugt (bislang) nur im Kollektiv

Bundesliga, 22. Spieltag: Abendspiel

Mit dem Hochgefühl des Einzugs ins DFB-Pokal-Halbfinale reist Schalke 04 am Samstag (18.30 Uhr/ab 23 Uhr im Sportstudio) zum Topspiel beim FC Bayern. Eine Spitzenmannschaft sind die Gelsenkirchener aber noch lange nicht.

Schalke jubelt nach dem Einzug ins Viertelfinale
Quelle: ap

Es ist erst noch keine zwei Monate her, da galt der FC Schalke 04 als die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga. Mit wieder einmal einem Last-Minute-Tor von Abwehrchef Naldo holten die Königsblauen ein 2:2 bei Eintracht Frankfurt und gingen als Tabellenzweiter in die Winterpause. Elf Punkte betrug der Rückstand auf Bayern München, und angesichts der Dominanz des deutschen Rekordmeisters seit dem Trainerwechsel zu „Don“ Jupp Heynckes stellte sich zwar die Titelfrage nicht mehr, aber immerhin galt Schalke als ernsthafter Anwärter auf die Plätze hinter dem Ligaprimus.

Nun, vier Spieltage später, haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben. So schnell geht es nun einmal im Sport, doch nach zwei Dritteln der Vor-WM-Saison stellen sich für den Fußball-Fan zwei entscheidende Fragen: Wie lange erträgt er noch die Langeweile da oben an der Spitze und welcher Klub hat die Qualität, um die Bundesliga nach einer bisher dramatisch schlechten Europapokal-Runde zurück auf die Landkarte des internationalen Vereinsfußballs zu bringen?

Ausgerechnet Hoeneß macht Hoffnung

„Wenn Schalke ein paar Jahre hintereinander Champions League spielt und 60, 70, 80 Mio. Euro mehr investieren kann, auch noch paar vernünftige Investoren dazu kommen, ist Schalke wieder oben dabei“, prophezeite Bayern-Präsident Uli Hoeneß dem alten Rivalen erst vor wenigen Tagen auf dem Sportbusiness-Kongress in Düsseldorf eine glänzende Zukunft.

Neben ihm saß ausgerechnet Clemens Tönnies. Der S04-Boss und schwer reiche Unternehmer hörte sich das Lob seines Duzfreundes und Geschäftspartners mit einer Mischung aus Wohlwollen und Skepsis an. Auch Tönnies weiß, dass die Bayern der Konkurrenz längst enteilt sind und es für das Münchner Gefolge nur darauf ankommt, die Kluft zum derzeit einzigen deutschen Topklub nicht zu groß werden zu lassen.

Nachhaltigkeit fehlt noch

Aktuell reist auch Schalke am Samstag nicht mehr in den Süden mit der Aussicht im Gepäck, dem Spitzenreiter auch nur ansatzweise gefährlich werden zu können. Der Vorsprung der Bayern auf Rang zwei, den mittlerweile die wieder erstarkten Leverkusener einnehmen, inzwischen auf 18 Punkte ausgebaut. Schalke ist nach nur vier Punkten aus den ersten vier Partien im neuen Jahr nur noch Fünfter – allerdings mit nur einem Zähler weniger als Bayer auf dem Konto.

Nun zeigt sich, dass der Aufwärtstrend unter Trainer-Aufsteiger Domenico Tedesco noch keine nachhaltige Wirkung entfaltet. Im Recht dürfen sich die Kritiker fühlen, die Schalkes starke Hinrunde vor allem mit dem Argument begründeten, die Liga sei einfach insgesamt so schwach. Richtig ist: Der Vorjahres-Zehnte zieht seine Stärke durch mannschaftliche Geschlossenheit und taktische Disziplin, die besseren Einzelspieler haben Leverkusen, Dortmund sowie Leipzig, was für den schöneren Fußball steht.

Ohne Ehrfurcht nach München

Für Tedesco sind die schwachen Ergebnisse der vorigen Wochen – Ausnahme der 2:0-Sieg in Stuttgart sowie das jüngste 1:0 am Mittwoch im Pokal gegen Wolfsburg – kein Grund, vor den Bayern ehrfürchtig in die Knie zu gehen. „Wir wollen auch da eine gute Leistung zeigen und gewinnen“, sagt der 32-Jährige. Er meint das weder frech noch ist er so realitätsfern, sondern verfügt einfach über ein gesundes Selbstbewusstsein. Ein guter Ansatz, um den Besten zu begegnen.

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