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"Kommunikationsabsturz beim BVB"

Einschätzungen von Boris Büchler

Sport - "Kommunikationsabsturz beim BVB"

Was ist los bei Borussia Dortmund, zwischen Geschäftsführer Watzke und Trainer Tuchel? Wie geht es weiter beim BVB? Einschätzungen von ZDF-Sportjournalist Boris Büchler.

Beitragslänge:
2 min
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Der Kommentar im Wortlaut:

"Es ist ein Kommunikationsabsturz beim BVB! Keiner redet mehr miteinander, sondern beide Seiten nutzen ihre eigenen Kommunikationskanäle um sich zu positionieren. Watzke über die einheimischen Medien, Tuchel über seinen Berater. Daher muss man momentan verdammt aufpassen, wo, was und wie geschrieben steht. Dass es zwischen dem BVB und Trainer Tuchel nicht mehr weiter geht, ist noch Mutmaßung, Spekulation. ABER das für mich alles entscheidende Argument für eine Trennung ist folgendes:

Wenn ein so einschneidendes Erlebnis, wie dieses Bombenattentat, wo es um Leben und Tod ging, wenn so ein Erlebnis nicht alle zusammenschweißt, dann ist klar: das kann nichts mehr werden zwischen Watze und Tuchel. Watzke hatte de Maiziere, Merkel und die UEFA im Nacken – musste auch eine politische und sportpolitische Entscheidung mittragen – da ging es um das große Ganze, das weit über den Fußball hinaus reicht.

Tuchel stand unter den grauenhaften Erlebnissen im Bus, hatte einen schwer verletzten Spieler im Krankenhaus und musste 18-, 19-, 20-jährige psychologisch betreuen. Beide, Tuchel und Watzke, haben in dieser schwierigen Gemengelage einen super Job gemacht – aber sie hatten beide kein Verständnis für die Haltung des anderen.

Das passiert, wenn vorher schon eine vergiftete Atmosphäre herrschte. Wenn Klopp noch Trainer gewesen wäre, hätte es ein Gespräch gebraucht, um eine Linie zu vertreten. Da das Verhältnis zwischen Watzke und Tuchel aber zuvor schon extrem belastet war, eskalierte das Ganze. Tuchel zeigte menschliche Stärke, moderierte die Zeit rund um den Anschlag fantastisch, zeigte sich offen und sensibel. Watzke wiederum passte es nicht, dass Tuchel immer wieder betonte: Wir als Mannschaft fühlen uns übergangen, waren ohnmächtig, weil wir spielen mussten.

Diese Kritik ging offiziell Richtung UEFA, zielte aber indirekt auch auf die BVB-Bosse. Das war Watzke und Rauball zu viel. Am vergangenen Wochenende wiederum machte Watzke in einem Interview mit der Funke-Gruppe klar, wer hier der Chef ist und wer der Angestellte. Es war eine Art Machtdemonstration.

Es gibt 2 Szenarien:
1. Thomas Tuchel wird nach dem Pokalfinale mitgeteilt, dass es vorbei ist.
2. Thomas Tuchel teilt dem Verein nach dem Pokalfinale mit, dass er von alleine geht.

Die Tendenz geht eindeutig in Richtung Trennung.
Denn: Nichts dauert ewig im Profifußball."

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