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Müller - eine echte Marke

Thomas Müller jubelt

Sport - Müller - eine echte Marke

Bayern hat in dieser Saison 28 Spiele ohne Gegentor überstanden, Atletico Madrid sogar 32. Doch nicht nur die Zahlen prognostizieren, dass das Halbfinale der Champions League eine enge Sache wird.

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Thomas Müller hat sich beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft mit seiner ganz eigenen Art zu einem Führungsspieler entwickelt. Im Halbfinale der Champions League bei Atlético Madrid heute, 20.45 Uhr (ZDF ab 20.25 Uhr; CL-Magazin ab 19:20 Uhr), sind die Qualitäten des Gewinnertyps besonders gefragt.

Er sei sehr gelobt worden von Pep Guardiola, hatte Thomas Müller gerade zu hören bekommen, denn er sei "ein großes Talent". Talent klang zwar etwas komisch, aber der Katalane hatte das nach dem Einzug des FC Bayern ins Pokalfinale ohne Anflug von Ironie gemeint, sondern als großes, großes Trainerkompliment - wegen der beiden Tore, mit denen Müller den 2:0-Sieg gegen Werder Bremen in der Vorwoche maßgeblich herbeigeführt hatte.

Super-Guardiola

Komisch sein kann Müller allerdings beinahe ebenso gut wie er zu kicken vermag, und deshalb nahm er Guardiolas unfreiwillige Vorlage mit der Bezeichnung Talent gerne an. "Ja, hat er recht. Er ist ja auch super", sagte Müller also. Er sagte nicht super, super, das wäre zu frech gewesen. Aber auch so konnte sich der 26-Jährige mit einem kleinen Grinsen vergnügt in den Feierabend verabschieden.

Es sind Momente wie dieser, mit denen sich Müller abhebt von den Kollegen. Ganz so, wie ihm das sportlich häufig gelingt. Zwei Tore schießen und das Geschehen danach nicht stromlinienförmig, sondern eloquent und launig kommentieren, das bekommen die wenigsten hin.

"Wichtige Wochen"

"Wir haben ja schon seit ein paar Wochen ganz wichtige Wochen. Die ganz wichtigen Wochen hören ja nicht auf", sagte Müller zum Beispiel über den Dauerdruck nach dem Bremen-Spiel, "wir haben gefühlt seit vier Wochen die wichtigsten Wochen im Jahr, aber die nächsten vier Wochen werden immer wichtiger."

Die Marke Müller sticht hervor, und dass er so unorthodox redet wie er spielt, hat ihm weit über die Vereinsgrenzen hinweg viel Sympathie eingebracht. Ein Marktforschungsinstitut hat gerade ermittelt, dass der Oberbayer als das Gesicht der Nationalmannschaft gilt - deutlich vor Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger. Beim Werbewert liegt demnach nur Schweinsteiger vor Müller.

Gewinnertyp

Das könnte sich womöglich schon durch das Halbfinale der Champions League ändern. Im Hinspiel heute bei Atlético Madrid dürften die Qualitäten des Gewinnertyps Müller ja mindestens ebenso gefragt sein wie im Rückspiel am kommenden Dienstag (20.45 Uhr / ZDF live) ab 20.25).

Egal, ob als Antreiber im Mannschaftsgefüge, in dem er sich unter den Trainern Louis van Gaal, Jupp Heynckes und Pep Guardiola immer mehr zu einem Führungsspieler entwickelt hat. Oder als Kicker mit den überraschenden Einfällen und der immensen Fixierung auf das Spielziel.

Bietet sich auch nur ansatzweise eine Chance zum Abschluss, nutzt Müller diese. Selbst dann, wenn die Chance außer ihm keiner erkennt, wie Ende Februar bei seinem unorthodoxen Fallrückzieher im Bundesliga-Spiel gegen den SV Darmstadt 98.

Vertrag bis 2021

Im Verein wissen sie sehr genau, was sie an dem Offensivspieler haben. Bis 2021 wurde sein Vertrag zuletzt ausgeweitet, um die internationalen Interessenten abzuschrecken, wie auch bei Jérôme Boateng, Javier Martínez, David Alaba und Neuer.

Hinter Philipp Lahm und Neuer ist Müller zudem dritter Kapitän des FC Bayern. Für unverkäuflich hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Weltmeister schon zuvor erklärt. Sein Marktwert von 75 Millionen Euro wäre wohl noch nicht einmal eine Diskussionsgrundlage für die Münchner, bei denen Sportvorstand Matthias Sammer unlängst befand, Müller sei gar "mehr als ein Phänomen".

35 Tore in 51 Spielen

Das bisher beste Spieljahr seiner Karriere erlebt er derzeit, mit bereits 35 Toren in 51 Partien, Länderspiele inklusive. Und Müller könnte auch weiterhin wichtige Beiträge leisten, damit es so läuft, wie sich die Münchner das im Saisonfinale vorstellen, trotz der erkennbaren Müdigkeit. "Man muss schon einiges dafür tun und der richtige Typ dafür sein", sagt Müller. Er meint das durchaus selbstbewusst.

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