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Zidane stärkt Reals letzte Titel-Hoffnung

Sport - Zidane stärkt Reals letzte Titel-Hoffnung

Wolfsburgs Vieirinha sieht Real Madrid vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League unter Druck. Die Wölfe würden ihr Bestes geben, erklärt er im Interview mit ZDF-Reporterin Anne Hirsch.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.03.2017, 08:00

Die Bilanz von Zinédine Zidane als Coach von Real Madrid kann sich sehen lassen. Vorläufiger Höhepunkt der noch jungen Trainerkarriere des früheren Weltstars war der 2:1-Erfolg beim FC Barcelona. Für den VfL Wolfsburg kommt das Champions-League-Duell gegen die Königlichen (Mittwoch, 20.45 Uhr / ab 20.25 Uhr live im ZDF) zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Manchmal kann ein einziges Spiel eine ganze Saison verändern. Nur Platz drei in der Liga, Aus im Pokal, monatelanger Ärger hinter den Kulissen - all das spielt bei Real Madrid seit Samstag keine Rolle mehr. Der 2:1-Triumph im Giganten-Duell mit dem Erzrivalen FC Barcelona brachte die seit Saisonbeginn vermisste Euphorie zurück in die spanische Hauptstadt. Eine schlechte Nachricht für den VfL Wolfsburg, der aufgrund seiner Talfahrt in der Bundesliga ohnehin als krasser Außenseiter ins Viertelfinale der Champions League geht.

Balsam für Reals Seele

Reals sportliche Situation - der Abstand zur Spitze der Primera División beträgt trotz des Clasico-Sieges sieben Punkte - hat sich zwar nur minimal verbessert, doch die Erkenntnis, dem schier übermächtigen Barça nach 39 ungeschlagenen Spielen mit leidenschaftlichem Fußball die Grenzen aufgezeigt zu haben, ist Balsam für die Seele. "Das war eine riesige Leistung meiner Mannschaft, defensiv wie offensiv. Aus mentaler Sicht ist dieser Sieg in Barcelona sehr wichtig“, lobte Trainer Zidane sein Starensemble.

Der einstige Weltfußballer betrieb mit seinem "taktischen Meisterwerk“, wie die französische Sportzeitung "L’Équipe“ schwärmte, im Camp Nou auch Werbung in eigener Sache. Der im Januar von der Reserve zu den Profis beförderten Klubikone stehen nach 15 Spielen 38 Punkte zu Buche - so viele wie keinem der fünf letzten Real-Trainer. Und das waren mit Rafael Benítez, Carlo Ancelotti, José Mourinho und Manuel Pellegrini allesamt erfahrene Fachmänner. Die Hoffnung der Fangemeinde, Zidane wird Reals Pep Guardiola, wächst.

Ronaldo hat wieder Spaß am Fußball

"Er macht seine Arbeit sehr gut und gibt uns viel Vertrauen. Wir brauchen ab und zu ein paar Schreie und einen Schubser in die richtige Richtung“, sagte Offensiv-Star Gareth Bale bereits vor dem Clásico. Zidane versteht es, den mit vielen Egos bespickten Kader in seinen Bann zu ziehen. Sein Status als Legende macht ihm das einfacher. "Wenn er spricht, will jeder seine Worte aufsaugen“, so Mittelfeldregisseur Luka Modric.

Außerdem respektieren alle Zidanes Entscheidungen - wie beispielsweise die Berücksichtigung des unbekannten Casemiro anstelle der namhaften James Rodríguez oder Isco. Einer ist und bleibt aber unverzichtbar: Cristiano Ronaldo. Allen voran der unter Zidanes Vorgänger Benítez verstimmte Ausnahmekönner hat seit dem Trainerwechsel wieder Spaß am Fußball.

Aubameyang noch kein Thema

VfL Wolfsburg - Real Madrid
Spielverlagerung: VfL Wolfsburg - Real Madrid

Der Portugiese, dem nach der Hinrunde schon die Weltklasse abgesprochen worden war, ließ seine Kritiker zuletzt auch wieder in wichtigen Spielen verstummen. Im Achtelfinale der Königsklasse schaltete er den AS Rom mit zwei Treffern fast im Alleingang aus,  gegen Barça stellte er dank seines Last-Minute-Siegtors seinen ewigen Widersacher Lionel Messi in den Schatten.

Sollte er so weitermachen, werden die "Königlichen“ auch über die Saison hinaus mit ihrem Rekordtorjäger planen. Die ständigen Spekulationen, wonach der 31-Jährige zu Paris St. Germain wechseln und Real stattdessen Pierre-Emerick Aubameyang für astronomische 100 Millionen Euro von Borussia Dortmund loseisen könnte, sind momentan weit von der Realität entfernt. "Ich bin mit meinem Spielermaterial vollkommen zufrieden“, betonte Zidane seit seiner Ankunft immer wieder.

Spaniens Presse spricht von Freilos

Bis zum Sommer kann sich allerdings noch viel tun, zumal Real nach einer titellosen Spielzeit traditionell gerne auf Einkaufstour geht. Da der Verein in diesem Jahr nur noch in der Champions League gute Chancen besitzt, ist die Begegnung mit Wolfsburg für die Truppe um Weltmeister Toni Kroos von höchster Wichtigkeit, um einen weiteren personellen Umbruch abzuwenden.

Gegen den Achten der Bundesliga, den die spanische Presse als Freilos betrachtet, wäre alles andere als ein Weiterkommen eine Blamage. Zidane und sein Team wissen jedoch spätestens seit Samstag, dass sein einziges Spiel eine ganze Saison verändern kann.

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