Rätselraten vor dem Spiel der letzten Chance

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Sport - Rätselraten vor dem Spiel der letzten Chance

Wo führt Leverkusens Weg hin? Vor dem letzten Gruppenspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona ist für Bayer noch alles möglich - im Guten wie im Schlechten.

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Video verfügbar bis 08.12.2016, 10:17

Bayer Leverkusens Tendenz zum Durchhänger kennt Trainer Roger Schmidt schon aus der vergangenen Saison. Diesmal aber ist die Lage heikler, entsprechend gehen die Leverkusener ihre kleine Chance an, gegen Barcelona (20.45 Uhr / ZDF ab 20.25) noch ins Achtelfinale der Champions League zu schlüpfen.

Beim großen Rätselraten über die Gründe für die aktuelle Bayer-Baisse beweist Roger Schmidt zumindest Flexibilität. Nicht das verloren gegangene Erfahrungspotenzial, sondern die vielen Verletzten im Defensivbereich seien hierfür entscheidend, erklärte Leverkusens Cheftrainer im Anschluss an das 1:1 gegen Schalke. Nach dem 1:2 in Berlin sechs Tage später relativierte der Krisenforscher diese Ansicht dann.

Orientierungshilfe fehlt

Mit den verabschiedeten Herren Simon Rolfes, Emir Spahic, Gonzalo Castro und Stefan Reinartz sei „ein gewisses Gerüst der Mannschaft“ weggebrochen, den jungen Spielern fehle nun eine Orientierungshilfe. Anders ausgedrückt: Der begabte Nachwuchs hängt schon mal gewaltig in der Luft. Und er wird in dieser Woche zudem von einem hinterhältigen Spielplan schikaniert.

Am Samstag soll Bayer die unbefriedigende Lage in der Liga gegen die zuletzt so glorreichen Gladbacher aufhellen. Und in der Champions League baut sich vor Schmidts Ensemble drei Tage zuvor die Hürde Barcelona auf, gepaart mit einer undankbaren Konstellation.

Festes Repertoire

Selbst bei einem Sieg über die Katalanen müsste Borissow im Parallelspiel beim AS Rom punkten, um die Rheinländer ins Achtelfinale zu hieven. Unterliegen die Leverkusener Barςa jedoch, wäre bei einem Erfolg der Weißrussen in der italienischen Metropole sogar das Trostpflaster Europa League futsch. Für Verteidiger Roberto Hilbert wäre das „der Super-Gau“. Bei einem Remis stünde Bayer unabhängig vom Ergebnis in Rom in der Zwischenrunde der Europa League.

Alles ist also möglich – passend zur bisherigen Saison des Werksklubs. Da gab es wilde Aufholjagden wie gegen Rom oder Stuttgart, verstörende Auftritte wie zuletzt bei Hertha BSC, vor allem aber: sehr viel Mittelmaß. Häufig verschlafen die Leverkusener den Start in die Partie, Gegentreffer nach Standards sind ebenso fester Bestandteil ihres Repertoires wie die eigene Ineffektivität vor dem gegnerischen Tor.

Sehnsucht nach Kontinuität

„In der letzten Saison hatten wir auch eine Phase, in der es nicht so lief – wenn auch nicht so extrem wie aktuell“, benennt Abwehrchef Ömer Toprak die vertrackte Lage, aus der Roger Schmidt sein Team bislang nicht heraus zu lotsen vermochte. Auch der Ruf des 48-Jährigen, die ihm anvertrauten Spieler besser zu machen, hat etwas gelitten.

Im "aktuellen sportstudio" sprach Sportdirektor Rudi Völler die anhaltende Formschwäche von Hakan Calhanoglu und Karim Bellarabi zuletzt offen an. Trotzdem scheinen die Verantwortlichen bei Bayer noch weit davon entfernt, ihren Übungsleiter fallen zu lassen. Kontinuität auf dem Trainerstuhl ist ein zentrales Anliegen des Klubs – und Anfang des Jahres wurde die klare Rückendeckung für den Coach schon einmal belohnt.

Jetzt erst recht

Bei einer Krisensitzung mit Völler, Schmidt und der Mannschaft am Sonntag fielen harte Worte. „Ich weiß, dass uns niemand Chancen einräumt. Aber für uns ist das ein Spiel, in dem wir sagen: Jetzt erst recht“, trommelt der 26-jährige Toprak vor dem Barςa-Spiel. Und Sportchef Völler kommentiert das Duell mit dem Titelverteidiger vielsagend: „Wir sind eine unberechenbare Mannschaft – darauf setze ich jetzt auch ein bisschen.“

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