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Weibliche Vielfalt

Biathlon-Weltcup in Kontiolahti live im ZDF

Die Biathleten kennen seit sechs Jahren nur einen Gesamtsieger: Martin Fourcade aus Frankreich. Bei den Frauen rennt Laura Dahlmeier beim Weltcup in Kontiolahti (ab Fr. live im ZDF) nun ihrem ersten Erfolg im Endklassement entgegen – und untermauert so den Abwechslungsreichtum in der Damen-Konkurrenz.

Laura Dahlmeier
Laura Dahlmeier
Quelle: dpa

Gabriela Koukalova kennt das wilde Hin und Her im absoluten Spitzenbereich der Biathletinnen schon seit einiger Zeit. Vor sieben Jahren debütierte die Tschechin im Weltcup und erlebte es seitdem nicht einmal, dass eine Siegerin in der Gesamtwertung ihren Titel im darauffolgenden Winter verteidigt hätte. Es ist der krasse Gegensatz zur Männerkonkurrenz, wo Dominateur Martin Fourcade aus Frankreich bereits vor einer Woche in Pyeongchang seinen sechsten Gesamtsieg en bloc unter Dach und Fach brachte.

Wilder Wechsel

Worin der wilde Wechsel bei den Skijägerinnen begründet liegt, vermag Vorjahressiegerin Koukalova nicht ohne Weiteres zu sagen. „Für die Zuschauer ist es jedenfalls schön – denn sie wissen vorher nicht, wer gewinnt“, sagt die 27-Jährige zunächst einmal. Dann trommelt sie mit ihren langen, perfekt lackierten Fingernägeln auf die Tischplatte, überlegt noch ein paar Sekunden – ehe sie im Gespräch mit zdfsport.de eine schlichte Antwort präsentiert: „Vielleicht sind wir Frauen einfach nicht so stabil wie die Männer.“

Fehlende Konstanz zeichnet Laura Dahlmeier in dieser Saison, in der sie neun Einzelrennen – drei davon bei der WM – gewann, allerdings nicht aus. Im Optimalfall kann die 23-jährige Garmischerin ihren Gesamtsieg im Duell mit Koukalova schon beim Weltcup in Kontiolahti fixmachen. Klappt das nicht, bleibt ihr immer noch das Weltcupfinale am darauffolgenden Wochenende in Oslo.

Dosierte Belastung

Trotzdem hat ihre modebewusste Verfolgerin auch Recht mit ihrer Analyse. Denn ein entscheidender Baustein für Dahlmeiers Erfolge beim Saisonhöhepunkt in Hochfilzen war, dass sie den ersten Heimweltcup Anfang Januar in Oberhof größtenteils ausließ und sich lieber in ihrer oberbayerischen Heimat schonte. Die Frauen-Konkurrenz ist eben kein Zuckerschlecken, die Duelle mit den erfahreneren Branchengrößen Koukalova, Kaisa Mäkäräinen oder Marie Dorin-Habert fordern ihren Tribut.

„Aus der Vergangenheit haben wir gelernt, dass Laura über den Saisonverlauf gesehen einfach ein paar zusätzliche Pausen braucht, um bis zum letzten Weltcuprennen Höchstleistungen bringen zu können“, begründete Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig die kleine Auszeit seiner Topathletin in Oberhof. Bei den Männern verpasste Martin Fourcade nicht ein Weltcuprennen. Und erst nach dem vollendeten Sixpack in Pyeongchang kündigte er mit Blick auf die bevorstehende Geburt seines zweiten Kindes an: „Das Baby kommt demnächst. Ich werde meine Einsätze daran anpassen.“

Bewunderung für Dahlmeier

Eine halbes Dutzend Gesamtsiege in Folge gab es auch bei den Biathletinnen schon einmal – zwischen 1997 und 2002 durch die Schwedin Magdalena Forsberg. Diese Dauerschleife ist jedoch längst einer weiblichen Vielfalt gewichen: In den vergangenen fünf Wintern triumphierten hintereinander die Deutsche Magdalena Neuner, Tora Berger aus Norwegen, die Finnin Mäkäräinen, Darja Domratschewa aus Weißrussland und Koukalova.

Ein Hin und Her, das der Vorjahresbesten zwischendurch immer mal aufs Gemüt schlägt: So machte sie beim Weltcup in Oberhof in den ersten zwei Nächten vor Nervosität kein Auge zu. Und bei der WM in Österreich sagte Gabriela Koukalova über die skijägernde Naturgewalt Laura Dahlmeier tief beeindruckt: „Sie kann rennen wie ein Pferd.“

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