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RB Leipzig: Neue Ziele nach der Shoppingtour

Sport - RB Leipzig: Neue Ziele nach der Shoppingtour

Im sportstudio sprechen Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick und Sänger Mark Forster mit Sven Voss über das Ausscheiden des DFB-Teams gegen die Franzosen und den Bundesliga-Neuling RB Leipzig.

Beitragslänge:
25 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 31.12.2016, 15:49

Unterm Strich hat RB Leipzig vor dieser Saison so viel investiert wie kein anderer Bundesligist. Nicht nur deswegen hat der Aufsteiger, der am Samstag (18.30 Uhr)  Borussia Dortmund empfängt, die Rolle des Underdogs abgegeben und demonstriert stattdessen Stärke.

Ralph Hasenhüttl lag am Mittwoch vor RB Leipzigs erstem Bundesliga-Heimspiel mit Fieber im Bett. Ein plötzlicher Infekt hatte den Cheftrainer niedergestreckt. Nun war es wohl reiner Zufall, dass just an jenem Tag die drei aktuellsten Zugänge bei RBL erstmals  gemeinsam trainierten und stolz von Sportdirektor Ralf Rangnick präsentiert wurden.

Doch angesichts der Qualität, die Ralph Hasenhüttl künftig im Kader zur Verfügung hat, wird Leipzigs neuer Trainer künftig wohl an jedem Spieltag fieberhaft darüber nachdenken müssen, wer es überhaupt in den Kader schafft. "Wir haben jetzt mit Oliver Burke, Bernardo und Kyriakos Papadopoulos richtig starke Optionen für alle Mannschaftsteile dazugeholt", hatte Rangnick gesagt: "Es wird für den Trainer nicht leicht zu entscheiden, wen er aufstellt, wenn alle fit sind."

Rangnick und Hasenhüttl erweitern Zielstellung

Als sich Hasenhüttl am Donnerstag auskuriert hatte, bestätigte er nach dem Vormittagstraining staunend: "Es ist schon beeindruckend, wie viel Qualität im Training auf dem Platz steht. Wir haben viel Konkurrenz dazubekommen. Das merkt man nicht nur an der Anzahl der Spieler, sondern auch an der Qualität der Vorbereitung."

Zwar sprach der Österreicher von einer "Luxussituation für den Trainer". Doch ihm war auch anzumerken, dass er bei seinen früheren Stationen in Ingolstadt (geschweige denn in Aalen oder Unterhaching) nicht ansatzweise solch starke Fußballer beisammen hatte. "Wir werden in Zukunft den einen oder anderen Härtefall im Kader haben, denn selbst den zu benennen, fällt momentan schon schwer", bekannte er. "Wir sind jetzt sehr, sehr gut aufgestellt - auch in der Breite."

Gewachsenes Selbstvertrauen

So konnte man den Ambitionen und dem Selbstvertrauen der Leipziger in den Tagen vor der Heimpremiere im Fußball-Oberhaus förmlich beim Wachsen zusehen. Zu seinem Einstand hatte Hasenhüttl noch gesagt: "Ich weiß nur, dass es wichtig sein wird, nie etwas mit dem Abstieg zu tun zu haben. Wir wollen erst einmal in der Bundesliga Fuß fassen."

Knapp zwei Monate und drei Neuzugänge später hörte sich das schon ganz anders an. Das Ziel Klassenverbleib habe es so nie gegeben, sagte der Trainer nun. Und auch Rangnick korrigierte die Saisonvorgaben um eine Nuance nach oben. "Eine sorgenfreie Saison beinhaltet auch Tabellenregionen, die etwas weiter oben angesiedelt sind", sagte er.

"Können Dortmund vor Probleme stellen"

So lautet die neue Sprachregelung beim 55. Bundesligisten seit Ligagründung 1963: so schnell wie möglich 40 Punkte sammeln, und dann den Blick nach oben richten. "Unser größtes Ziel ist, uns konstant weiterzuentwickeln und konstant zu punkten", sagte Hasenhüttl. Und Rangnick kündigte an: "Wir werden die Mannschaft so vorbereiten, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen."

Oliver Burke - RB Leipzig
Oliver Burke

Das gilt ausdrücklich auch für das seit Wochen ausverkaufte Spiel gegen den großen BVB. "Jetzt haben wir den ersten Top-Gegner vor der Brust, jetzt dürfen wir mal zeigen, wie weit wir sind", sagte Hasenhüttl. "Wir wissen nach wie vor, dass wir neu in der Liga sind und viel zu lernen haben. Aber wir sind auch von uns selbst überzeugt, weil wir wissen, dass wir schnell lernen können und vielleicht auch Dortmund schon vor Probleme stellen können."

50 Millionen ausgegeben

Trotz des anstehenden Duells gegen den großen Favoriten legte der Neuling aus Leipzig die zu Saisonbeginn selbst gewählte Rolle des Underdogs ab. Durchaus clever, denn mit Transferausgaben von insgesamt knapp 50 Millionen Euro wäre die Story vom Neuling, der einen Platz im Niemandsland der Tabelle anstrebt, auch nicht mehr sehr glaubwürdig gewesen.

Erstens hat eine solche Summe noch kein Bundesliga-Aufsteiger investiert; und zweitens rangieren die Leipziger damit in der Transferbilanz nach Einnahmen und Ausgaben mit Abstand an erster Stelle - vor Bayern München, Borussia Dortmund oder VfL Wolfsburg.

"Naturereignis" Burke

Zwar ist ein Spieler wie der Schotte Oliver Burke - mit etwa 15,5 Millionen Euro der teuerste Neuzugang der kurzen Leipziger Vereinsgeschichte - keine sofortige Option für die Startelf. Doch das "Naturereignis" (Rangnick) hat mittelfristig das Zeug, Spielen auf der Rechtsaußenposition entscheidende Wendungen zu geben. Defensivallrounder Bernardo und Papadopoulos sind sofort einsatzfähig. Ralph Hasenhüttl wird einen kühlen Kopf brauchen, um sich jeden Spieltag aufs Neue richtig zu entscheiden.

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