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Über Lessers Titel und Schempps Pumpe

Sport - Über Lessers Titel und Schempps Pumpe

Erik Lesser und Simon Schempp sprechen über die bisherige Biathlon-Saison, die Aussichten im Weltcup und bei der WM sowie über die speziellen Anforderungen beim Schießen und wie man es trainiert.

Beitragslänge:
18 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.01.2017, 23:00

Erik Lesser hätte gerne die „Pumpe“ von Simon Schempp, der wiederum auf die Titelsammlung seines Teamkollegen im Einzel scharf ist. Deutschlands beste Biathleten zeichnet vor allem ihre Nervenstärke aus. „Wenn einem 20.000 Zuschauer im Rücken hängen, entwickelt man sich von Station zu Station weiter“, verriet Schempp beim Besuch im „aktuellen sportstudio“.

"Wir können uns immer ganz gut aneinander hochziehen"

Ihren ersten gemeinsamen großen Erfolg feierten Simon Schempp und Erik Lesser vor sieben Jahren bei der Junioren-WM in Kanada. Dorthin kehren die beiden Skijäger in der nächsten Woche zurück. Und im März steht die Biathlon-WM in Oslo an.

von Andreas Morbach

Erik Lesser ist immer ein bisschen anders als die anderen - das gilt auch beim Umgang mit der WM Anfang März. Der allgemein anerkannte Saisonhöhepunkt in Oslo rückt näher, doch der Thüringer hat für sich selbst längst ein anderes Highlight ausgemacht: Den Weltcup im kanadischen Canmore, der erste von zwei Februar-Terminen in Nordamerika.

Vor sieben Jahren war er zum letzten Mal dort - "ein unheimlich geiles Erlebnis“, sagt der Oberhofer mit gewohnt lockerem Zungenschlag. Die großartigen Erinnerungen an den Sieg mit der deutschen Staffel bei der Junioren-WM leben also wieder auf. Den Triumph im weltmeisterlichen Jagdrennen bei den Großen, vor elf Monaten in Kontiolahti, hat Lesser dagegen in ein eigenes Kämmerlein befördert: "Das kann gar nichts richtig toppen.“

Gesunde Prise Coolness

Nach so einem Bekenntnis streckt sich Simon Schempp noch, zumindest was Einzelrennen angeht. Der Mann von Ski Zunft Uhingen war in den letzten zwei Wintern am Saisonende jeweils besser platziert als Lesser - die großen Erfolge (Olympia-Zweiter im Einzel 2014, Weltmeister 2015) aber heimste der einstige Walrossbartträger aus Suhl ein.

Nicht zuletzt die Fähigkeit, bei großen Events Konzentration und Spannung mit einer gesunden Prise Coolness zu würzen, bescherte Lesser diese Top-Resultate. So vermutet er auch selbst - und erwähnt im Gespräch mit zdfsport.de die 2014 zurückgetretene Andrea Henkel.

Einzelmedaille ist ein Ziel

Die frühere Teamkollegin sei immer von Olympia zu Olympia gereist, um eine Medaille zu holen. "Aber erst in Sotschi“, weiß Lesser, "hat sie angefangen, das richtig zu genießen. Da dachte ich mir: ‚Wahrscheinlich bist du das erste und das letzte Mal bei Olympischen Spielen, also genieß‘ das Ding‘. Und so war es auch im letzten Jahr.“

In Kontiolahti, wo er Verfolgungsweltmeister wurde. Während Bundestrainer Mark Kirchner über Simon Schempp, seinen trotz einiger Ausfälle aktuell wieder Besten im Weltcup, sagt: "Den Gesamtsieg schafft er nicht mehr. Aber eine Einzelmedaille bei einer WM hat er noch nicht - das ist auch ein Ziel.

Gemeinsamkeit: der Hang zum Fußball

Erik Lesser
Fan von Erzgebirge Aue: Erik Lesser Quelle: Imago

2009 holten Schempp (neun Weltcupsiege) und Lesser (zwei) zusammen Staffelgold in Kanada. 2015, inzwischen erwachsen, folgte Streich zwei in Finnland. Die Doppelkämpfer mit Ski und Gewehr verbindet zudem ihr Hang zum Fußball: Schempp ist Fan des VfB Stuttgart und von Bayern München, Lesser bekennt seine Sympathien für Erzgebirge Aue schon mal dadurch, dass er bei Siegen auf der Ziellinie die Arme kreuzt.

Es ist das Symbol für die gekreuzten Hämmer der Bergleute und den Kumpelverein aus Aue. Diese Geste ziert neuerdings das Profilbild des 27-Jährigen bei Facebook. Und auch der sechs Monate jüngere Schempp bedient zwischendurch gerne mal die sozialen Medien.

Björndalen ist Schuld

Gerade twitterte er einen Geburtstagsgruß an Ole Einar Björndalen - mit dem Hinweis, der norwegische Altmeister sei mitverantwortlich für seine Biathlon-Karriere. Ein kleiner Hinweis auf den großen Ehrgeiz des gebürtigen Schwaben, der vor einigen Jahren wegen Übertrainings gesundheitliche Probleme hatte.

"Wir können uns immer ganz gut aneinander hochziehen“, wies Schempp vor Saisonbeginn auf die enorme Konkurrenz im DSV-Team hin und warnte sich: "Wenn man ein starkes Team um sich hat, besteht die Gefahr, dass man es zum Beispiel mit den Laktatwerten oder Intensitäten übertreibt.“ Sagt’s und lässt inzwischen lieber mal ein Rennen aus.

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