1, 2, oder 3?

Die Bayern können Geschichte schreiben

Wer kennt sie nicht, die Spielshow für Kinder im ZDF? Seit 1977 gibt es die Sendung, die längst TV-Geschichte geschrieben hat. Auch für den FC Bayern stellt sich die Frage: 1, 2 oder gar 3 Titel? Es könnte eine Saison für die Geschichtsbücher werden.

Louis van Gaal - Louis van Gaal - Franck Ribéry
Louis van Gaal - Louis van Gaal - Franck Ribéry Quelle: dpa

Bei Louis van Gaal sitzen in diesen Tagen die Scherze besonders locker. Auf die Frage, was passieren würde, wenn er gleich in seiner ersten Bayern-Saison alle Trophäen gewinne, sagte er im "aktuellen sportstudio" mit einem Augenzwinkern: "Dann gehe ich weg!"

Triple fehlt noch auf dem Briefkopf

Die Bayern kämpfen im Jahr eins nach der großen sportlichen Depression um drei Titel und an zwei Fronten: Einerseits wollen sie mit erfolgreichen Inszenierungen die Beklemmung auf nationaler Ebene, die sich seit Klinsmann in den Köpfen eingenistet hat, wegpusten und endlich wieder Meister werden.


Andererseits sind sie auch sehr darum bemüht, ihre historischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Denn selbst den ruhmreichen Münchnern ist das Triple bislang noch nie gelungen. Nach der triumphalen Europapokalnacht in Manchester und dem erzwungenen Punktgewinn in Leverkusen könnte sich im Monat Mai Höhepunkt an Höhepunkt reihen.

Inbegriff der Erfolgs-Magie

Wenn es in den restlichen vier nationalen Prüfungen keinen Rückschlag mehr geben sollte, wird Bayern Meister. Und mit ein bisschen Glück könnte es sogar eine Saison der "Wow"- Momente werden. Ist es völlig übertrieben, wenn man ihnen alle Titel zutraut? Meine Antwort: Nein, nein und nochmals nein!

Die Bayern sind unter dem gewieften Strategen aus Holland zum Inbegriff der Erfolgs-Magie mutiert! Seit Louis van Gaal das Zepter schwingt, ist vor allem auch eine neue Mentalität gewachsen: Bayern wirkt körperlich, geistig und verbal wie ein Kraftwerk aus besten Hitzfeld-Tagen.

Van Gaals Taktik geht auf

Das war vor zwölf Monaten noch ganz anders. Der Rekordmeister hatte lange Zeit eine fundamentale Identitätskrise, die jetzt überwunden zu sein scheint. Der Aufbruch ist spürbar und die bayerischen Frühlingsgefühle könnten im nächsten Monat veredelt werden: Am 8. Mai ist der 34. Liga-Spieltag, am 15. steigt das Pokalfinale, für den 22. ist das Finale der Championsleague angesetzt.

Punkten im Energiesparmodus

Zum Tragen kommen immer mehr die Königsentscheidungen des neuen Bayern-Kaisers Louis van Gaal. Seine Idee, Schweinsteiger ins zentrale Mittelfeld zu beordern, hat sich genauso als genialer Schachzug erwiesen wie das mutige Vorgehen, dem einst unbekannten Thomas Müller eine Schlüsselrolle zu übertragen. Ebenso clever war es, den vor der Saison umstrittenen Protagonisten der schneidigen Grätsche, Mark van Bommel, teamintern zu stärken.


Viel entscheidender aber sind die personellen Entwicklungen in den vordersten Regionen: Olic ist der unbeugsame Ehrgeizling, Ribéry der Genius, aber der mit Abstand Wichtigste ist Robben! Seine Tore in Schalke, Manchester und Leverkusen waren Gold und Geld wert. Diese drei Spieler machen seit Wochen den Unterschied aus beim Tanz auf drei Hochzeiten.

Damit Ihnen nicht die Füße müde werden, legen die Bayern gerne schon mal den Energiesparmodus ein. So wie am Wochenende. Die Fokussierung auf den nationalen Titel betreibt derzeit niemand so ökonomisch und konsequent wie der Rekordmeister.

Klar auf Titelkurs

Beeindruckend ist vor allem die mentale Qualität: Dass sie auch im sechsten Spiel in 17 Tagen gepunktet und die Tabellenführung sogar ausgebaut haben, zeugt von meisterlichen Weihen. Auch wegen der sehr lange über dem Limit spielenden und jetzt schwächelnden Magath-Truppe ist den Münchnern der 22. Meistertitel der Vereinshistorie kaum noch zu nehmen!


Kämen dann noch zwei weitere Trophäen hinzu, wäre es endgültig eine Bayern-Saison für die Geschichtsbücher. Erst recht, wenn dann auch noch der Trainer aufhören würde! Dann wäre das Augenzwinkern im ZDF am 11. April doch ernst gemeint und damit Augenwischerei gewesen!

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