Mit der Erfolgsachse in die Champions League?

RB Leipzig zum "Endspiel" bei Hertha BSC

Leipzigs Erfolgsachse: Timo Werner, Naby Keita und Emil Forsberg (von links)

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RB Leipzigs Offensiv-Erfolg beruht maßgeblich auf der Achse Keita-Forsberg-Werner. Das Trio soll auch im „Endspiel” um die direkte Qualifikation für die Champions League bei Hertha BSC der Erfolgsgarant sein.

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Ralph Hasenhüttl war die Erleichterung durchaus anzumerken, als er verkünden konnte, dass Naby Keita, Timo Werner und Emil Forsberg am Donnerstag wieder beim Teamtraining dabei waren. Die Leistungsträger von RB Leipzig gehen im Saisonendspurt auf dem Zahnfleisch – Forsberg und Keita plagten sich mit muskulären Problemen; Werner laborierte an einer schweren Prellung zwischen Sprunggelenk und Rist. Noch sei zwar laut Hasenhüttl „nicht hundertprozentig sicher”, dass Werner im Topspiel bei Hertha BSC (Samstag, 18.30 Uhr) auflaufen kann. „Aber ich glaube, wir bekommen das bis zum Spiel so weit hin, dass er in jeden Zweikampf gehen kann. Ich bin positiv”, sagte der Erfolgstrainer.

Um mit einem Sieg in Berlin die direkte Champions-League-Qualifikation klarzumachen, braucht Hasenhüttl seine Erfolgsachse. Gemeinsam hat das Trio 33 der 56 Tore für Rasenballsport erzielt und ebenso 33 Tore vorbereitet. Der geniale, ebenso dribbelstarke wie strategisch und technisch glänzende „Sechser” Keita, Vorlagenkönig Forsberg und der pfeilschnelle und treffsichere Stürmer Timo Werner sind in dieser Spielzeit die Erfolgsgaranten der Leipziger Offensive. Zwar hat das Team auch Spiele gewonnen, wenn mal einer der drei Akteure fehlte. „Doch wir haben in dieser Saison sehr oft gemerkt, dass wir auf ihre besonderen Qualitäten angewiesen sind”, sagt Hasenhüttl.

Leipzigs Torgaranten
Spieler Vorlagen Tore
Timo Werner 8 17
Emil Forsberg 17 8
Naby Keita 8 8

Doch zuletzt bei den Unentschieden auf Schalke und gegen Ingolstadt war vor allem Keita und Forsberg anzumerken, dass sie nach der Kräfte zehrenden Saison nicht hundertprozentig fit sind, worunter dann auch Torjäger Werner leidet, der auf die Zuarbeit der Strategen angewiesen ist. „Es ging in der Woche darum, wieder Frische zu bekommen”, sagt Hasenhüttl. „Durch Frische entsteht auch Kreativität. Das ist für diese Spieler das besondere Plus, diese Note bringen vor allem sie in unser Spiel.” Zwar wehrt sich der Cheftrainer gegen die Darstellung, dass Leipzigs Spielsystem vor allem auf der K(eita)-F(orsberg)-W(erner)-Achse ausgebaut sei. „Unser System ist erst dann wirklich gut, wenn alle voll im Spiel sind”, betont der 49-Jährige. „Einer alleine ist nicht annähernd so gefährlich, wie wenn wir im Team agieren”, sagt Hasenhüttl. Erst dann komme die „Extraklasse” der Offensivkünstler richtig zur Geltung.

Da sich Leipzigs Verfolger Borussia Dortmund und TSG Hoffenheim im direkten Duell gegenseitig die Punkte abnehmen werden, braucht der umstrittene Aufsteiger nun noch zwei Punkte, um die sportliche Qualifikation für die „Königsklasse” zu sichern. Doch mit 8000 bis 10.000 Leipziger Schlachtenbummlern im Rücken will RB trotz der Heimstärke der Hertha – nur eine Heimniederlage seit der Winterpause – einen Sieg, um bereits am 32. Spieltag alles klar zu machen.

Champions League: Franchise-System birgt Lizenzierungsprobleme

Doch ob den Leipzigern überhaupt die Lizenz zur Teilnahme an den europäischen Wettbewerben gewährt wird – ohne oder mit Auflagen–, ob und welche Sanktionen oder gar ein Teilnahmeverbot verhängt werden, ist im Gegensatz zur sportlichen Situation weiter unklar. Dass die Zulassung fraglich ist, liegt bekanntlich an dem von Red Bull entwickelten Fußball-Franchise-Systems, in dem in Salzburg und Leipzig zwei nahezu baugleiche Klubs durch Geldgeber Dietrich Mateschitz erdacht, erschaffen und gelenkt wurden.

Zwar wurden in den vergangenen zwei Jahren allerhand Maßnahmen ergriffen, die Vereine unabhängiger aufzustellen – untereinander und von Gründer und Geldgeber Red Bull. Doch Experten – Sportjuristen ebenso wie Wirtschaftswissenschaftler – zweifeln auf Grundlage der Integritätsregeln (siehe Kasten) daran, dass beide Klubs ohne weitere Veränderungen gemeinsam im Zeichen des roten Bullen starten dürfen. Zudem wird die Uefa auch die Millionendarlehen, die Red Bull dem Leipziger Klub gewährt hat, ebenso prüfen wie die Marktüblichkeit der üppigen Sponsorenzahlungen. Bei Hasenhüttl und seinen Spielern ist das jedoch vor dem „Endspiel” in Berlin weder Thema noch Belastung.

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