Armin Veh will "immer gewinnen"

HSV-Trainer kommt als Sieger ins sportstudio

Mit großen Zielen beim Hamburger SV angetreten, ist Armin Veh von der Realität zwischenzeitlich eingeholt worden. Ein durchwachsener Saisonstart hatte die ersten Kritiker auf den Plan gerufen, ehe der Sieg in Mainz die Stimmung wieder erhellte.

Dass dem ehemaligen Stuttgarter Meistertrainer nicht gefiel, was seine Mannschaft vor dem Sieg über Mainz auf dem Platz abgeliefert hat, war auch für Außenstehende unschwer zu erkennen.

Sieg verschenkt

Am sechsten Spieltag glich sein Team eine 2:0-Führung im Nordderby gegen Bremen aus, dennoch behielt Werder am Ende die Oberhand. Veh machte direkt nach dem Abpfiff auf dem Platz seinem Unmut über die 2:3-Niederlage Luft, indem er Spielmacher Piotr Trochowski lauthals zusammenstauchte. Gelassenheit sieht anders aus. Und auch gegen den FCK hat sein Team alles andere als eine gute Leistung geboten.

Ein Grund dafür, dass es beim HSV nicht so lief wie geplant, ist die permanente Verletzungsmisere. WM-Fahrer Dennis Aogo hat noch kein Pflichtspiel absolviert, Mladen Petric und Paolo Guerrero sind regelmäßig angeschlagen, jetzt fiel auch noch Eljero Elia aus. "Es will ja keiner mehr hören, aber die WM spielt noch immer eine gewisse Rolle, denn die jungen Spieler aus Mainz oder Dortmund waren ja nicht in Südafrika", sagt Veh.

Verbale Spitzen Richtung Spitzenreiter


Offenbar um die Stimmung vor dem Spiel in Mainz zusätzlich anzuheizen, hatte Veh verbale Spitzen Richtung der 05er gesendet, indem er das Verhalten seines Mainzer Kollegen Thomas Tuchel, der sich von den Fans auf dem Zaun feiern ließ, launisch kommentierte: "Der erlebt auch noch andere Zeiten. Als junger Trainer glaubt man, das passiert nicht. Aber er wird es erleben."

Seine Mannschaft sei durchaus in der Lage, Mainz zu schlagen, sagte er vor dem Spiel - und im übrigen wolle er "immer gewinnen". Am Samstagnachmittag ist die Rechnung aufgegangen.

Seeler zweifelt am Konzept


Dennoch ist Kritik aus dem engsten Umfeld der Hamburger laut geworden. HSV-Idol Uwe Seeler prangerte an, dem Verein fehle ein Konzept. "Jeder Klub sollte irgendwann ein Konzept haben, aber ganz ehrlich, ich sehe kein Konzept, ich erkenne nicht, was man will oder nicht", so der Ehrenspielführer der Deutschen Nationalmannschaft.

Auch Veh bekam bei Seelers Rundumschlag sein Fett weg: "Wenn ein Mladen Petric vergangene Saison unser Top-Torjäger war, setze ich ihn nicht auf die Bank." Der Kroate hat seinen Platz im Sturmzentrum an Ruud van Nistelrooy verloren. "Dann spiele ich eben mit zwei oder drei Stürmern." Dass das aufgrund der vielen Verletzungen zeitweise gar nicht möglich war, ließ "uns Uwe" dabei außen vor.

Wie seine Mannschaft am Samstag dann doch noch die Kurve gekriegt hat, wird Armin Veh im aktuellen sportstudio (ab 23 Uhr) im Interview mit Michael Steinbrecher erzählen.

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